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EINE KATZENFREUNDLICHE WOHNUNG

Ratgeber für Katzenhalter: So gestalten Sie Ihre Wohnung katzengerecht

24.11.2021

Eine Katze, die in freier Natur unterwegs ist, erlebt jeden Tag sehr viel, sammelt verschiedenste Eindrücke und trifft auch auf Artgenossen. Für eine „reine Wohnungskatze“ ist es daher wichtig, dass ihr Halter für ausreichend Anreize sorgt. Wenn wir die Bedürfnisse einer Katze nicht verstehen und berücksichtigen, können wir unser Zuhause nicht zu einem Ort machen, an dem sie glücklich leben kann. Es folgen einige Vorschläge, wie Sie Ihr Zuhause katzenfreundlich gestalten können:

Liegende Katze

Katzentoilette

Die Katzentoilette ist sehr wichtig für die reinlichen Tiere. Sie schätzen einen guten Platz, um ihr “Geschäft” erledigen zu können. Was die Anzahl der Toiletten betrifft, so sollten mindestens so viele Boxen vorhanden sein wie Katzen, idealerweise sogar eine mehr. Eine einzelne Katze hat demnach zwei Boxen, zwei Katzen drei, die stabil und ausreichend groß sind. Der Standort sollte nicht zu abgelegen (im Abstellraum oder Keller) und auch nicht zu zentral (Flur) sein und auch nicht in der Nähe des Futter- und Schlafplatzes der Katze stehen. Auch wenn geschlossene Katzentoiletten für den Halter sehr angenehm sind, reagieren manche Katzen oft mit Ablehnung. Die Boxen sollten mit feiner und weicher Einstreu gefüllt sein, damit die Katze ihren Kot leicht vergraben kann. Harte Einstreu, die an den Pfoten der Katze haften bleibt, führt oft zu Unsauberkeit. Um die Boxen sauber und frei von Gerüchen zu halten, sollten Sie den Kot regelmäßig entfernen (je nach Bedarf zwei- bis dreimal täglich). Platzieren Sie die Kisten nicht nebeneinander, sondern an verschiedenen Stellen in der Wohnung.

Probleme mit Unsauberkeit

Obwohl Katzen von Natur aus sehr saubere Tiere sind, zählt Unsauberkeit zu den häufigsten Problemen bei Wohnungskatzen. Um den Grund dafür zu finden, müssen Sie zunächst organische Ursachen (insbesondere Blasenentzündungen und Erkrankungen der Harnwege) sowie Schmerzen ausschließen können. Ihr Tierarzt muss Ihre erste Anlaufstelle sein, wenn Ihre Katze zur Unsauberkeit neigt. Ist die Katze gesund, verschmutzt jedoch weiterhin Ihre Wohnung, deutet dies darauf hin, dass das Tier mit etwas in ihrer Umgebung unzufrieden ist. Prüfen Sie, ob sich in der jüngsten Vergangenheit etwas verändert hat (Veränderung in der Familie, neue Möbel, Änderungen in der täglichen Routine, …). Wenn es keine größeren Veränderungen gab, müssen Sie herausfinden, was Ihre Katze berührt. Hierfür sollten Sie einen Verhaltensexperten konsultieren.

Fress- und Trinkplatz

In freier Wildbahn bringen Katzen ihre erlegte Beute stets an einen ruhigen und sicheren Ort, bevor sie sie fressen! Daher sollte auch in der Wohnung ein geschützter Ort für die Fütterung vorhanden sein. Für das Wohlbefinden der Katze ist es wichtig, dass sie immer am gleichen Ort und zu festen Zeiten gefüttert wird. Während des Fressens muss die Katze in Ruhe gelassen werden. Das Futter sollte in mehreren kleinen Mahlzeiten angeboten werden, empfohlen sind fünf Portionen pro Tag. Ähnlich verhalten sich die Tiere in freier Wildbahn, sie fressen ihre Beute nicht als eine große Mahlzeit, sondern häppchenweise über den Tag verteilt. Achten Sie darauf, dass das Nassfutter nicht zu lange steht, da das Futter schnell verdirbt. Katzen nehmen eine ausgewogene Ernährung zu sich, die nicht nur aus Mäusen besteht, daher sollte auch der Wohnungskatze etwas Abwechslung geboten werden.

Es ist allgemein bekannt, dass Katzen generell nicht viel trinken. Man hat festgestellt, dass Katzen viel lieber Wasser trinken, wenn es nicht direkt neben ihrem Futterplatz steht, da sich dies für sie unnatürlich anfühlt. Stellen Sie daher einen Wassernapf in ein anderes Zimmer und die Katze wird die Flüssigkeit eher annehmen! Ein Katzenbrunnen kann ebenfalls ein guter Anreiz sein, die Katzen dazu zu animieren, mehr zu trinken.

Man beobachtet Katzen immer wieder dabei, wie sie mit Begeisterung aus dem Waschbecken oder der Badewanne trinken. Achten Sie deshalb darauf, dass keine Reste von Wasch- und Reinigungsmitteln zurückgeblieben sind.

 Eine Katze, die ausschließlich im Haus lebt, braucht außerdem Katzengras. Das hilft ihr, die Haare, die sie beim Putzen geschluckt hat, wieder auszuscheiden, entweder über den Darm oder durch Erbrechen.

Kratzmöglichkeiten

Für eine Katze ist das Kratzen eine Möglichkeit, ihre Krallen zu schärfen, ihr Revier durch die Duftstoffe in ihren Pfotenballen abzustecken – und Spaß zu haben. Mit ihren Krallen kann sie eine ganze Menge Schaden anrichten, von „Zeichnungen“ auf den Händen ihres Halters, über die auf Tapeten, Teppichen und Polstermöbeln. Ein Kratzbaum ist deshalb ein guter und sehr wichtiger Anfang, er kann jedoch die Ansprüche der Katze nur zum Teil erfüllen. Ein mehrstöckiger Kletter- und Kratzbaum, den man auch mit einem danebenstehenden, kippsicher montierten Regal verbinden kann, kann hier Abhilfe schaffen. Was gibt es Schöneres für die Katze als einen Kratzbaum, der schon fast wie ein richtiger Baum ist?

Klettermöglichkeiten

Katzen halten sich sehr gerne auf erhöhten Aussichtsplätzen auf, diese geben ihnen ein Gefühl der Sicherheit und erlauben es ihnen, ihrer Neugierde nachzugehen. Zerbrechliche Gegenstände sollten deshalb in Sicherheit gebracht und Bücher so geordnet werden, dass sie eine stabile Fläche ergeben. Beobachten Sie Ihre Katze, finden Sie heraus, auf welchem Regal sie am liebsten sitzt und schaffen Sie dort etwas Platz für sie. Da sich Katzen gerne in kleine Nischen kuscheln, sollten Sie nur die Gegenstände entfernen, die wirklich im Weg sind, denn sonst sucht sich die Katze ein anderes vollgeräumtes Regal.

Man kann einer Katze keine größere Freude machen, als ihr eine Vielfalt an Möglichkeiten zu bieten, den Raum auch aus der Höhe zu erkunden. So kann man verschieden hohe Regale nebeneinanderstellen, durch Brücken verbinden oder Regalbretter stufenartig übereinander montieren.

Schlaf- und Rückzugsmöglichkeiten

Es ist einfach unmöglich, einer Katze einen bestimmten Schlafplatz zuzuweisen. Sie wäre keine Katze, würde sie sich ihren Liegeplatz nicht selbst aussuchen.

Katzen lieben Wärme. Sie können Ihrer Katze viel Freude machen, wenn Sie über einem Heizkörper, der an einer ruhigen und geschützten Stelle montiert ist, eine Liegefläche anbringen. Besonders schön ist es natürlich, wenn die Katze weich gebettet ist. Eine Decke oder ein Handtuch erfüllen diesen Zweck und können leicht sauber gehalten werden. Ihr Zoofachhändler kann Ihnen auch speziell angefertigte Heizungsliegen für Katzen anbieten.

Hohlräume bedeuten für eine Katze Sicherheit. Lassen Sie doch einfach bei Ihrem Schreibtisch oder bei einer Kommode eine Lade offen, die die Katze für sich in Anspruch nehmen darf. Achtung: Katzen klettern oft gerne hinter der Anrichte herum, also bitte nicht abrupt schließen!

Jede Katze sollte mehrere Liege- und Ruheplätze haben, von denen einige ihrem Bedürfnis nach Körperkontakt und Wärme gerecht werden, andere nach Rückzug und Verstecken.

Die Wohnung selbst

Küche und Badezimmer bergen jede Menge Sicherheitsrisiken für die neugierige Katze. Daran sollte jeder Halter denken. Heiße Herdplatten und geöffnete Öfen, Waschmaschinen und Kühlschränke seien hier besonders erwähnt. Sie sind die Top-Unfallverursacher. Aber auch gefährliche Flüssigkeiten, scharfe Gegenstände und die meisten Zimmerpflanzen können zu Verletzungen und Vergiftungen führen. Beseitigen Sie bitte diese Sicherheitsrisiken. Bei einem Elektroherd genügt es schon, einen Topf mit Wasser auf eine nach dem Kochen noch heiße Kochstelle zu stellen.

Türen

Eine Wohnungskatze entwickelt in der Regel sehr schnell Interesse für das Unbekannte hinter der Wohnungstür, da der Mensch doch immer wieder dort entschwindet! Wenn die Katze die Fähigkeit entwickelt, den Türgriff zu öffnen, empfiehlt es sich, statt des Griffs einen Türknopf anzubringen. Viele Katzen lauern auch mit Begeisterung versteckt hinter der Tür, um dann schnell zwischen den Beinen des Menschen zu entschlüpfen. Diesen raffinierten Ausbruchsversuch sollte man sich bei jedem Betreten der Wohnung bewusst machen, insbesondere, wenn die Haustür geöffnet ist. Innentüren sollten Sie möglichst offenlassen, denn Katzen können beengte Räume nun mal nicht leiden!

Spieltrieb und Beschäftigung

In freier Natur ist die Katze eine begeisterte Entdeckerin und Jägerin. Da sich nur sehr selten Fliegen oder andere Insekten in die Wohnung verirren, ist der Katzenhalter dazu aufgerufen, den angeborenen Jagdinstinkt der Katze in konstruktive Spiele umzuleiten. Diese Spiele sollten so gestaltet werden, dass die Katze ihre natürlichen Verhaltensweisen wie Anschleichen, Anspringen und Schlagen der Beute ausleben kann.

Fenster und Balkon

Fenster sind bei Wohnungskatzen immer ein großer Anziehungspunkt, weil sie den Weg ins Unbekannte und in die Freiheit bedeuten. Bei einer Stadtwohnung, die in einem hoch gelegenen Stockwerk liegt, kann das aber leicht zum Verhängnis werden. Deshalb müssen Fenster unbedingt gesichert werden. Im Handel erhältliche Netze oder Gitter verhindern ein Entwischen oder Abstürzen der Katze. Leider passieren auch immer wieder schlimme Unfälle durch gekippte Fenster. Die Katze klettert in Richtung Öffnung, rutscht in den Fensterspalt, kann sich aber selbst nicht mehr befreien – die Folgen können von Quetschungen bis hin zum Ersticken reichen!

Sind alle Gefahren gebannt, sollte man der Katze aber den Platz am Fenster nicht verwehren. Eine abgesicherte Liege- und Aussichtsgelegenheit am Fensterbrett bereitet ihr viel Abwechslung und Freude.

Wenn Sie die Möglichkeit haben, ist es für die Katze natürlich besonders schön, über einen gut strukturierten und perfekt gesicherten Balkon zu verfügen! Hier kann sich die Katze sonnen und die Gegend beobachten.

Zwei Katzen in der Wohnung

Wenn zwei Katzen den ganzen Tag allein zuhause sind, vertreiben sie sich die Langeweile durch Spielen, wobei sich gegenseitig anspornen. Auch wenn Katzen viel schlafen, wechseln sich die Ruhephasen stets mit sehr aktiven Zeiten ab, in denen die Tiere jagen, spielen und ihr Revier verteidigen.

Jede Katze muss die Möglichkeit haben, der anderen aus dem Weg zu gehen und sich zurückzuziehen. Stellen Sie sicher, dass die beiden Tiere kompatibel sind und sich gut verstehen. Wenn Sie sich zwei Kätzchen holen, funktioniert das Arrangement oft besser, wen bei vom gleichen Geschlecht sind. Wollen Sie ein erwachsenes Tier vergesellschaften, so lassen Sie sich von einem Verhaltensberater von gut geschultem Tierheimpersonal ausführlich beraten und beschreiben Sie Charakter und Vorlieben Ihrer eigenen Katze. Es gibt jedoch auch Katzen, die lieber allein leben, auch dies sollte respektiert werden.

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