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Jungvogel

Hände weg von „Ästlingen“

Ratgeber für Tierfreunde: Nicht jeder vermeintlich aus dem Nest gefallene Jungvogel braucht Hilfe

31.3.2021

Nicht jeder Jungvogel, den Spaziergänger am Wegesrand oder auf einer Straße finden, muss gerettet werden. Fast immer handelt es sich um einen so genannten „Ästling“. So bezeichnet man einen jungen Vogel, der zwar noch flugunfähig ist, aber bereits außerhalb des Nests im nahe gelegenem Geäst und Buschwerk die Gegend erkundet. Die Eltern eines Ästlings sind immer in der Nähe und sorgen sich um ihren Nachwuchs.

Wann sollte geholfen werden

Man sollte einen Jungvogel nur dann nach Hause mitnehmen, wenn man sicher ist, dass es sich um einen echten Notfall handelt – also zum Beispiel um einen wirklich frisch geschlüpften oder wenige Tage alten Jungvogel. Rettung ist nötig, wenn der Vogel sichtbar verletzt ist oder wenn man selbst beobachten konnte, dass die Elterntiere verunglückt sind. Auch wenn sich das Tier an einem offensichtlich gefährlichen Ort befindet, muss man eingreifen.

Im Zweifelsfall fragen Sie bitte bei Experten nach.

Christian Erdmann, Leiter der Wildtierstation Hamburg, hat einen solchen Fall schon erlebt: Nach einem entsprechenden Hinweis barg er mit seiner Mitarbeiterin eine junge, sichtbar geschwächte Waldohreule. Nach einer Suche in der Umgebung fanden die Experten ein totes Elternteil, und schließlich auch das Nest mit dem verbleibenden Altvogel.

Sie haben ein verletztes Tier gefunden?

Bitte heben Sie es vorsichtig auf und bringen Sie es in einer Box (mit Luftlöchern) zum nächsten Wildtierzentrum. Nur ein Fachmann kann sich um die Aufzucht von Waisen und die Freilassung von jungen Wildtieren kümmern. 
Eine Versorgung mit Wasser und Nahrung ist in der kurzen Aufbewahrungszeit nicht erforderlich. Achtung: Niemals Hunde- und Katzenfutter geben! Bei Unsicherheit sollte man unbedingt den Rat von Experten wie denen der Wildtierstation Hamburg einholen.

VIER PFOTEN unterstützt die Wildtierstation Hamburg

In der Wildtierstation Hamburg werden pro Jahr etwa 1.500 Jungvögel, Eichhörnchen, Hasen und andere Wildtiere gerettet, aufgezogen, medizinisch versorgt und zu fast 60 Prozent wieder freigelassen. Mit Unterstützung von VIER PFOTEN arbeiten Christian Erdmann und sein Team an effektiven Maßnahmen für die verbesserte Rehabilitation, Aufzucht und Freilassung beziehungsweise artgemäße Unterbringung bedürftiger Wildtiere.

VIER PFOTEN unterstützt die Eulen- und Greifvogelstation Haringsee

In der von VIER PFOTEN geführten Eulen- und Greifvogelstation Haringsee konnte im Jahr 2019 1.851 Tieren geholfen werden. Alle jungen Eulen und Greifvögel wurden, wenn möglich, durch Ammeneltern der gleichen Art großgezogen und zu 90% wieder freigelassen. Die EGS ist die einzige Pflegestation, in der Jungvogelfindlinge durch Ammen derselben Vogelart, also in einem natürlichen Familienverband, großgezogen werden können. Dadurch werden die schädlichen Folgen einer Handaufzucht vermieden. Auch Sumpfschildkröten, Igel, Fledermäuse und andere Kleinsäuger wurden fachmännisch versorgt und, wenn möglich, wieder in die Natur entlassen.

Mehr Informationen zur EGS finden Sie auf www.eulen-greifvogelstation.at  oder jeweils aktuell auf Facebook.

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