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Halbzeitbilanz des deutschen Vorsitzes der EU- Ratspräsidentschaft

1.10.2020

Appell von VIER PFOTEN, endlich einen echten Strukturwandel einzuleiten und Alternativen zu Transporten voranzutreiben

Hamburg, 01. Oktober 2020 – Heute endet die erste Halbzeit der deutschen EU-Ratspräsidentschaft. Die globale Stiftung für Tierschutz VIER PFOTEN kritisiert die politischen Maßnahmen von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner als absolut unzureichend, besonders, wenn es um Lebendtiertransporte geht:

„Eine echte Nullnummer für den Tierschutz bei Lebendtiertransporten!“

Daniela Schneider – , Kampagnenverantwortliche für Tiertransporte bei VIER PFOTEN Deutschland

„Die Missstände bei Tiertransporten sind so grausam und offensichtlich, dass selbst das EU-Parlament inzwischen einen Untersuchungsausschuss eingeleitet hat. Ministerin Klöckner jedoch bleibt weiter untätig und schiebt sich gegenseitig mit den Bundesländern die Verantwortung für die Missstände zu. Die erste Hälfte des deutschen Vorsitzes der EU-Ratspräsidentschaft war eine echte Nullnummer für den Tierschutz. Die Ministerin hat in dieser Zeit nichts zur Lösung der seit Jahren bekannten Probleme bei Lebendtiertransporten beigetragen. Wir reden hier von jährlich über 37 Millionen transportierten Rindern, Schweinen, Schafen, Ziegen und Pferden sowie einer Milliarde Geflügel. Da reicht es nicht, aufgrund des großen öffentlichen Drucks das Thema Tiertransporte einmal auf die Agenda eines informellen Agrarminister*innentreffens zu setzen.

Wir brauchen endlich echte Ergebnisse bei der Bekämpfung der tierquälerischen Zustände. Die Ministerin muss jetzt die Chance nutzen und während der deutschen EU-Ratspräsidentschaft Schlussfolgerungen mit konkreten Handlungsempfehlungen zu Lebendtiertransporten erarbeiten. Dazu zählen ein EU-weites Verbot von Transporten lebender Tiere in Drittstaaten, eine Begrenzung der Transportdauer auf maximal acht Stunden und die Überarbeitung der EU-Tiertransportverordnung im Sinne der Tiere. Um einen langfristigen Strukturwandel einzuleiten und grausame Tiertransporte wirklich zu stoppen, müssen vor allem die Alternativen zu Tiertransporten richtig angegangen und zielgerichtet gefördert werden. Die Ministerin muss der Kommission dafür einen konkreten Arbeitsauftrag geben“, so Daniela Schneider.  

Alle Informationen zum Thema Tiertransporte und die Forderungen von VIER PFOTEN finden Sie in diesem übersichtlichen Fact-Sheet.

Weitere Informationen zu Tiertransporten finden Sie hier

VIER PFOTEN Forderungen im Überblick:

  • Verbot von Langstreckentransporten lebender Tiere
  • Exportverbot lebender Tiere in Drittstaaten
  • Begrenzung der Transportdauer lebender Tiere auf vier Stunden in Deutschland und darüber hinaus maximal acht Stunden
  • Überarbeitung der geltenden Gesetze im Sinne der Tiere
  • Transport von Fleisch und Zuchtsamen anstelle von lebenden Tieren

Oliver Windhorst

Pressesprecher Nutztiere und Ernährung

presse-d@vier-pfoten.org

+49 40 399 249-66

VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz
Schomburgstraße 120, 22767 Hamburg

VIER PFOTEN ist die globale Tierschutzorganisation für Tiere unter direktem menschlichem Einfluss, die Missstände erkennt, Tiere in Not rettet und sie beschützt. Die 1988 von Heli Dungler in Wien gegründete Organisation tritt für eine Welt ein, in der Menschen Tieren mit Respekt, Mitgefühl und Verständnis begegnen. Im Fokus ihrer nachhaltigen Kampagnen und Projekte stehen Streunerhunde und -katzen sowie Heim-, Nutz- und Wildtiere – wie Bären, Großkatzen, Orang-Utans und Elefanten – aus nicht artgemäßer Haltung sowie aus Katastrophen- und Konfliktzonen. Mit Büros in Australien, Belgien, Bulgarien, Deutschland, Großbritannien, Kosovo, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, Südafrika, Thailand, der Ukraine, Ungarn, den USA und Vietnam sowie Schutzzentren für notleidende Tiere in zwölf Ländern sorgt VIER PFOTEN für rasche Hilfe und langfristige Lösungen.

www.vier-pfoten.de