
Wo ist Mojo? Weißer Löwe bleibt verschwunden
VIER PFOTEN ist besorgt über den Verbleib des Löwen und fordert strengere Gesetze für Handel und Haltung von Wildtieren
Hamburg, 12. März 2021 – Die globale Tierschutzstiftung VIER PFOTEN ist besorgt über den Verbleib des Löwen-Männchens Mojo. Nachdem ein Gericht dem Besitzer die Haltung der Großkatze wegen nicht tierschutzgerechter Haltung untersagt hatte, hatte VIER PFOTEN angeboten, den Löwen in einem Schutzzentrum artgemäß unterzubringen. Wo sich Mojo derzeit befindet, ist unklar und auch die Behörden können VIER PFOTEN keine Auskunft über seinen Verbleib geben. VIER PFOTEN fordert die Bundesregierung auf, den Handel mit Wildtieren und deren Privathaltung bundesweit zu regulieren.
Wildtierhaltung in Deutschland
Bislang gibt es in Deutschland keine bundesweit einheitliche Regelung zur Privathaltung von Wildtieren. In Baden-Württemberg, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen und Sachsen-Anhalt etwa, dürfen Löwen, Krokodile oder auch Affen legal und uneingeschränkt gehalten werden. Lediglich in neun Bundesländern regeln Verordnungen die Privathaltung von potenziell gefährlichen oder giftigen Tieren. „Exoten wie Tiger oder Löwen werden bisher vollkommen legal in Europa gehandelt. Wo die Tiere letztlich enden, ist vielen Händlern egal. Doch Wildtiere haben besondere Haltungsansprüche und erfordern artspezifische Kenntnisse. Dass die Regierung den Handel und die Haltung von gefährlichen Exoten toleriert ist nicht nur aus Tierschutzsicht dramatisch, sondern auch grob fahrlässig“, so Wirth.
Der Fall Mojo
Der weiße Löwe Mojo wurde von einem Nebenerwerbslandwirt aus Sachsen-Anhalt bis 2020 auf seinem Hof bei Magdeburg gehalten. Aufgrund tierschutzwidriger Haltung musste der Privatmann das ausgewachsene Löwen-Männchen abgeben. Kurzfristig kam Mojo dann zunächst für einige Wochen im Bergzoo in Halle unter. Der Nebenerwerbslandwirt klagte gegen die Entscheidung des Gerichts – und verlor. Das Oberverwaltungsgericht Sachsen-Anhalt bestätigte das vorausgegangene Urteil und ordnete im Februar 2021 erneut an, Mojo tierschutzgerecht unterzubringen. VIER PFOTEN hatte daraufhin angeboten, den weißen Löwen artgemäß in einem Schutzzentrum der Tierschutzstiftung unterzubringen. „In unserer Großkatzenauffangstation FELIDA oder bei TIERART könnte Mojo ein sicheres und artgemäßes Zuhause finden. Doch bisher hat weder der verurteilte Löwen-Halter noch die zuständige Behörde auf unser Angebot reagiert. Schlimmer noch: Wir wissen nicht, wo sich das Tier derzeit befindet. Die Behörden müssen sicherstellen, dass es Mojo gut geht und er in einer artgemäßen Einrichtung dauerhaft unterkommt. VIER PFOTEN ist nach wie vor bereit, den Löwen aufzunehmen.“
Weitere Informationen zur Wildtierhaltung finden Sie hier.
VIER PFOTEN engagiert sich gegen den Handel mit Großkatzen in Europa. Weitere Informationen erfahren Sie hier.

Susanne von Pölnitz
Pressesprecherin Wildtiere+49 152 020 170 68
VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz
Lübecker Straße 128, 22087 Hamburg
VIER PFOTEN ist die globale Tierschutzorganisation für Tiere unter direktem menschlichem Einfluss, die Missstände erkennt, Tiere in Not rettet und sie beschützt. Die 1988 von Heli Dungler und Freunden in Wien gegründete Organisation tritt für eine Welt ein, in der Menschen Tieren mit Respekt, Mitgefühl und Verständnis begegnen. Im Fokus ihrer nachhaltigen Kampagnen und Projekte stehen Streunerhunde und -katzen sowie Haustiere, Tiere in der Landwirtschaft und Wildtiere – wie Bären, Großkatzen und Orang-Utans – aus nicht artgemäßer Haltung sowie aus Katastrophen- und Konfliktzonen. Mit Büros in Australien, Belgien, Bulgarien, Deutschland, Frankreich, Kambodscha, Kosovo, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, Südafrika, Thailand, der Ukraine, den USA, dem Vereinigten Königreich und Vietnam sowie 13 Wildtier-Schutzzentren und Partnerprojekten weltweit sorgt VIER PFOTEN für rasche Hilfe und langfristige Lösungen.