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VIER PFOTEN: „Grenzüberschreitende Tiertransporte während Corona-Pandemie sofort stoppen!“ 

20.3.2020

Tiere leiden unter kilometerlangen Staus, stundenlangen Wartezeiten an den Grenzen und können nicht adäquat versorgt werden

Hamburg, 20. März 2020 – Die internationale Tierschutzstiftung VIER PFOTEN fordert von der Europäischen Kommission, den deutschen Amtsveterinärbehörden und den zuständigen Ministerien einen sofortigen Stopp der Lebendtiertransporte, weil die Tiere in Warentransportern in kilometerlangen Staus an Grenzen unter Schmerzen, Durst und Stress leiden: Auch an der deutsch-polnischen Grenze stehen Tiertransporter in bis zu 60 Kilometer langen Warteschlangen.

„Während der Rest der Welt stillsteht, werden Hühner, Rinder und Schweine von Deutschland ausgehend quer durch die EU und in Drittstaaten gefahren – denn die Tiere werden schlichtweg als Ware angesehen. Sie leiden unter Angst, entsetzlichem Durst und können nicht adäquat versorgt werden. Behörden dürfen Transporte nicht genehmigen, wenn davon ausgegangen werden muss, dass die Tiere mit hoher Wahrscheinlichkeit leiden werden. Das ist jetzt der Fall, deswegen muss sofort gehandelt werden. Der Transport von lebenden Tieren über Grenzen hinweg muss, zumindest für die Zeit der Corona-Pandemie, komplett gestoppt werden. Anstatt lebende Tiere zu transportieren, können Exporte von gekühltem oder gefrorenem Fleisch und tierischen Produkten durchgeführt werden.“

Rüdiger Jürgensen, Geschäftsführer VIER PFOTEN Deutschland 

Schriftlicher Appell an EU, deutsche Veterinäre und Bundesministerien

In Deutschland fordert VIER PFOTEN die zuständigen Veterinärämter in einem Brief auf, aktuell keine Tiertransporte zu genehmigen, die über bundesdeutsche Grenzen hinausgehen. In einem weiteren schriftlichen Appell an Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn verlangt die internationale Stiftung für Tierschutz einen bundesweiten Stopp aller grenzüberschreitenden Tiertransporte, da auch durch die Fahrer enorme Infektionsrisiken bestehen. Diese können im Ausland Menschen anstecken oder bei ihrer Rückkehr den Virus nach Deutschland tragen.

Gemeinsam mit weiteren Organisationen fordert VIER PFOTEN zudem die Europäische Kommission dazu auf, grenzüberschreitende Lebendtiertransporte sofort auszusetzen. Durch Verzögerungen müssen die Tiere noch länger als ohnehin in den LKW ausharren. Tierärzte und Polizei haben aufgrund der Corona-Krise noch weniger Zeit und Ressourcen, den Tierschutz zu gewährleisten.

Darüber hinaus fordert VIER PFOTEN, dass auch alle Exporte lebender Nutztiere auf dem Seeweg in Nicht-EU-Staaten eingestellt werden, denn Schiffe, die in Häfen außerhalb der EU ankommen, dürfen die Tiere womöglich nicht entladen, wenn die Länder ihre Grenzen schließen. Für die Tiere bedeutet dies qualvoll lange Wartezeiten ohne Versorgung und mit ungewissem Ausgang.

Weitere Informationen zu Tiertransporten finden Sie hier.

Oliver Windhorst

Pressesprecher Nutztiere und Ernährung

presse-d@vier-pfoten.org

+49 40 399 249-66

VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz
Schomburgstraße 120, 22767 Hamburg

VIER PFOTEN ist die globale Tierschutzorganisation für Tiere unter direktem menschlichem Einfluss, die Missstände erkennt, Tiere in Not rettet und sie beschützt. Die 1988 von Heli Dungler in Wien gegründete Organisation tritt für eine Welt ein, in der Menschen Tieren mit Respekt, Mitgefühl und Verständnis begegnen. Im Fokus ihrer nachhaltigen Kampagnen und Projekte stehen Streunerhunde und -katzen sowie Heim-, Nutz- und Wildtiere – wie Bären, Großkatzen, Orang-Utans und Elefanten – aus nicht artgemäßer Haltung sowie aus Katastrophen- und Konfliktzonen. Mit Büros in Australien, Belgien, Bulgarien, Deutschland, Großbritannien, Kosovo, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, Südafrika, Thailand, der Ukraine, Ungarn, den USA und Vietnam sowie Schutzzentren für notleidende Tiere in zwölf Ländern sorgt VIER PFOTEN für rasche Hilfe und langfristige Lösungen.

www.vier-pfoten.de