Fuchs in einem Käfig zur Pelzgewinnung

EFSA: Schweres Tierleid auf Pelzfarmen unvermeidbar 

31.7.2025

Hamburg/Brüssel, 31. Juli 2025 – Tierwohl lässt sich in den käfigbasierten Haltungssystemen von Pelzfarmen nicht gewährleisten – das bestätigt die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) in ihrer gestern veröffentlichten wissenschaftlichen Stellungnahme im Rahmen der Europäischen Bürgerinitiative „Fur Free Europe“. VIER PFOTEN sowie weitere Tierschutzorganisationen fordern die Europäische Kommission (EK) eindringlich auf, diese Erkenntnisse ernst zu nehmen und Pelzfarmen in der EU endlich zu verbieten – wie es Millionen EU-Bürger:innen fordern. 

Die Ergebnisse der EFSA bestätigen, was Wissenschaftler:innen seit Jahren betonen: Die Pelztierzucht ist mit Tierwohl unvereinbar. Die Stellungnahme hebt die gravierenden Leiden hervor, denen Nerze, Füchse, Marderhunde und Chinchillas auf Pelzfarmen ausgesetzt sind. Die Folgen der grausamen Haltung: Verhaltensstörungen, Selbstverstümmelung und Kannibalismus. Die komplexen Verhaltens- und physiologischen Bedürfnisse der Tiere können in der Pelztierzucht schlichtweg nicht erfüllt werden. 

Angesichts des Rückgangs der Branche sollte die EK die laufende Überarbeitung der EU-Tierschutzgesetzgebung nutzen, um den Forderungen der Bürgerinitiative nachzukommen. Wir fordern ein Verbot der Pelztierzucht sowie des Verkaufs von Produkten aus Pelztierzucht in der EU, um sicherzustellen, dass unter ähnlich grausamen Bedingungen erzeugter Pelz aus Drittstaaten nicht in den europäischen Handel gelangt. 

Auch die Föderation der Tierärzte Europas (FVE), die 330.000 Tierärzt:innen in 39 Ländern vertritt, unterstützt diese Forderung. Sie erklärte, dass die Pelztierzucht nicht zukunftsfähig sei und forderte ebenso ein vollständiges Verbot der Zucht und des Verkaufs von Pelzprodukten in der EU. Weiters hat sich die österreichische Tierärztekammer offiziell auf EU-Ebene in den Prozess eingebracht und klar gegen Pelztierzucht Stellung bezogen. In ihrem Statement betont sie, dass Pelzfarmen zum Schutz der Tiere und der menschlichen Gesundheit verboten werden müssen.
 

„Die Praxis, Millionen Tiere in kleinen Drahtgitterkäfigen für nicht notwendige Modeartikel zu halten, ist überholt und mit heutigen ethischen Standards nicht vereinbar. Die EFSA hat nun detaillierte wissenschaftliche Belege vorgelegt, dass die bestehenden Käfigsysteme für Pelztiere mit den Anforderungen an das Tierwohl nicht vereinbar sind. Wir fordern die Europäische Kommission erneut auf, zu handeln und rasch ein umfassendes Verbot der Pelztierzucht und des Pelzhandels vorzulegen.“

 Thomas Pietsch, Head of Wild Animals in Entertainment & Textiles

Hinweis: EFSA-Stellungnahme 

VIER PFOTEN war eine der Hauptorganisationen hinter der Europäischen Bürgerinitiative „Fur Free Europe“. Mehr zu den Aktivitäten und Erfolgen von VIER PFOTEN im Kampf gegen die Pelztierzucht in der EU hier

Susanne von Pölnitz

Pressesprecherin Wildtiere

presse-d@vier-pfoten.org

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VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz
Lübecker Straße 128, 22087 Hamburg

VIER PFOTEN ist die globale Tierschutzorganisation für Tiere unter direktem menschlichem Einfluss, die Missstände erkennt, Tiere in Not rettet und sie beschützt. Die 1988 von Heli Dungler und Freunden in Wien gegründete Organisation tritt für eine Welt ein, in der Menschen Tieren mit Respekt, Mitgefühl und Verständnis begegnen. Im Fokus ihrer nachhaltigen Kampagnen und Projekte stehen Streunerhunde und -katzen sowie Haustiere, Tiere in der Landwirtschaft und Wildtiere – wie Bären, Großkatzen und Orang-Utans – aus nicht artgemäßer Haltung sowie aus Katastrophen- und Konfliktzonen. Mit Büros in Australien, Belgien, Bulgarien, Deutschland, Frankreich, Kambodscha, Kosovo, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, Südafrika, Thailand, der Ukraine, den USA, dem Vereinigten Königreich und Vietnam sowie 13 Wildtier-Schutzzentren und Partnerprojekten weltweit sorgt VIER PFOTEN für rasche Hilfe und langfristige Lösungen.

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