Glatteis, Schnee und Streusalz: So kommt der Hund gut durch den Winter

VIER PFOTEN gibt Tipps für den Wintereinbruch 

6.1.2026

Hamburg, 06. Januar 2026 – Kälte, Schnee, vereiste Bürgersteige und Streusplit in vielen Teilen Deutschlands können derzeit eine Herausforderung für Hunde sein. Die globale Stiftung für Tierschutz VIER PFOTEN gibt Tipps, wie man seinen Vierbeiner schützt.

So schützt man Hundepfoten

Scharfe Eiskanten, Schneeklümpchen und Streusplit ziehen die Pfoten der Hunde in Mitleidenschaft und können schmerzhafte Risse in der Ballenhornhaut oder Scheuerstellen zwischen den Zehen verursachen.

„Mit einer fettreichen Pfotenpflege kann man Verletzungen entgegenwirken und Pfotenballen geschmeidig halten sowie deren Regeneration unterstützen. Wenn der Hund längeres Fell an den Pfoten hat, ist es ratsam, dies besonders im Winter zwischen den Zehen vorsichtig zu kürzen. Dadurch reduziert man die Gefahr, dass sich dort Schnee- oder Eisklumpen bilden, die zu schmerzhaften Reibungen oder Bewegungseinschränkungen führen. Es ist außerdem sinnvoll, nach jedem Winter-Spaziergang die Pfoten gründlich abzuwaschen und zu trocknen.“ 

Sabrina Karl, Diplom-Biologin und Heimtier-Expertin bei VIER PFOTEN

Spezielle Hundeschuhe schützen besonders bei sehr langen Spaziergängen oder in sehr kalten Regionen vor dem Ausrutschen, schmerzhaften Schneeklumpen oder vor Verletzungen und halten die Pfoten warm. „Achten Sie bei Hundeschuhen auf eine gute Passform, damit eine angemessene Wärmeregulierung möglich ist und Quetschungen oder Reibungen vermieden werden“, sagt Dr. Sabrina Karl. „Für die meisten Hunde ist es erstmal gewöhnungsbedürftig, in Hundeschuhen zu laufen. Geben Sie Ihrem Vierbeiner Zeit, sich daran zu gewöhnen und üben Sie das Anziehen rechtzeitig vor dem ersten Einsatz.“

Vorsicht an Flüssen und Seen

Besonders an Flüssen und Seen ist derzeit Vorsicht geboten. „Wenn die Oberfläche noch nicht fest genug gefroren ist, kann der Hund schnell durch das zu dünne Eis einbrechen. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, lässt seinen Hund daher in Gewässernähe lieber nicht ohne Leine laufen, selbst wenn es in dem entsprechenden Gebiet erlaubt ist“, sagt die VIER PFOTEN Expertin.

Darf mein Hund Schnee fressen?

Viele Hunde haben Spaß daran, im Schnee zu spielen oder diesen zu fressen. „Grundsätzlich dürfen Hunde Schnee in kleinen Mengen fressen, sofern er frisch und sauber ist. Jedoch kann durch die Kälte bei großen Mengen oder magenempfindlichen Tieren die Magenschleimhaut gereizt werden. Mögliche Symptome sind Erbrechen, Durchfall, vermehrter Speichelfluss oder Fieber. Schnee kann für den Hund dann gefährlich werden, wenn er mit Streusalz oder hochgiftigem Frostschutzmittel verunreinigt wurde – wie es nahe Gehwegen der Fall sein kann. Große Mengen kalter Schnee entziehen dem Körper außerdem Wärme, was zu einer Unterkühlung führen kann“, sagt Dr. Sabrina Karl. „Zeigt der Hund nach einem Spaziergang auffällig verändertes Verhalten oder Krankheitssymptome, sollte man schnellstmöglich eine Tierarztpraxis aufsuchen.“

Wie sehe ich, ob mein Hund friert?

Hunde sollten bei den derzeitigen Wetterbedingungen beim Spazierengehen stets gut im Blick behalten werden. „Zittert der Hund, hat er eine gekrümmte Körperhaltung oder winselt er, dann friert er. Jetzt heißt es: Auf dem schnellsten Weg ins Warme – auch weil Hunde sich erkälten oder eine Blasenentzündung bekommen können. Dafür kann man kurzfristig die Laufgeschwindigkeit erhöhen, denn mehr Bewegung bringt auch bei Hunden mehr Wärmeproduktion im Körper“, sagt Dr. Sabrina Karl. „Im Winter kann es sinnvoll sein, die Hunderunden zu verkürzen. Es ist besser, über den Tag verteilt mehrere kurze Spaziergänge zu unternehmen als einen langen, wenn die Kälte dem Hund zusetzt.“

Braucht mein Hund einen Mantel?

Die Kältetoleranz ist von Tier zu Tier sehr unterschiedlich. In Abhängigkeit von Alter, Gesundheitszustand, Felldichte, Größe, Aktivitätsniveau und Ernährungszustand frieren einige Hunde schneller als andere – ein Hundemantel kann dann sinnvoll sein. „Bei nass-kalter Witterung ist bei kurzhaarigen oder kurzbeinigen Rassen wie beispielsweise Dobermann, Windhund oder Chihuahua ein wärmender Mantel sinnvoll“, sagt die Heimtier-Expertin. Bei Hunden, die ohnehin ein dickeres Fell und dadurch einen natürlichen Wärmeschutz haben, kann häufiges Bürsten dazu beitragen, dass abgestorbene Hautzellen entfernt werden und das natürliche Fett im Fell optimal verteilt wird.

Weitere Informationen über Heimtiere und die Arbeit von VIER PFOTEN finden Sie hier.

Corinna Madjitov

Pressesprecherin Heimtiere

presse-d@vier-pfoten.org

VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz
Lübecker Straße 128, 22087 Hamburg

VIER PFOTEN ist die globale Tierschutzorganisation für Tiere unter direktem menschlichem Einfluss, die Missstände erkennt, Tiere in Not rettet und sie beschützt. Die 1988 von Heli Dungler und Freunden in Wien gegründete Organisation tritt für eine Welt ein, in der Menschen Tieren mit Respekt, Mitgefühl und Verständnis begegnen. Im Fokus ihrer nachhaltigen Kampagnen und Projekte stehen Streunerhunde und -katzen sowie Haustiere, Tiere in der Landwirtschaft und Wildtiere – wie Bären, Großkatzen und Orang-Utans – aus nicht artgemäßer Haltung sowie aus Katastrophen- und Konfliktzonen. Mit Büros in Australien, Belgien, Bulgarien, Deutschland, Frankreich, Kambodscha, Kosovo, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, Südafrika, Thailand, der Ukraine, den USA, dem Vereinigten Königreich und Vietnam sowie 13 Wildtier-Schutzzentren und Partnerprojekten weltweit sorgt VIER PFOTEN für rasche Hilfe und langfristige Lösungen.

www.vier-pfoten.de

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