Symbolbild: Welpe aus dem illegalen Welpenhandel

2025: Insgesamt 737 Tiere aus illegalem Welpenhandel entdeckt 

Hotspots in Bayern, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg // Neue Trendrasse Pudel

8.1.2026

Hamburg, 08. Januar 2026 – VIER PFOTEN verzeichnet für das vergangene Jahr insgesamt 737 Tiere, die in 81 Fällen aus illegalem Handel, illegalen Transporten oder illegalen Zuchten stammen, darunter 631 Hunde und 106 Katzen. Besonders viele Welpen wurden 2025 in Bayern entdeckt: 41 Prozent aller Fälle. Auch Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg gehören zu den Spitzenreitern der Bundesländer, in denen VIER PFOTEN besonders viele Tiere aus dem illegalen Welpenhandel registrierte. Für die Erhebung hat VIER PFOTEN Fälle aus Medienberichterstattungen, Meldungen über das VIER PFOTEN Meldetool sowie Fälle, in denen die Tierschutzstiftung selbst aktiv geworden ist, zusammengezählt. 

„Auch 2025 ist die Bilanz entdeckter Tiere aus illegalem Welpenhandel erschreckend: 737 Tiere – viele von ihnen waren zu jung oder krank und häufig nicht ausreichend geimpft. Unsere Zählungen zeigen klar: Der illegale Welpenhandel ist weiter ein massives Problem. Dabei sind die sichergestellten Hunde- und Katzenwelpen nur die Spitze des Eisbergs. Die Europäische Union hat sich im vergangenen Jahr auf ein Gesetz zum Schutz von Millionen Hunden und Katzen in Europa geeinigt – dies soll in der ersten Jahreshälfte 2026 final verabschiedet werden. Erst wenn die Regelung in Kraft tritt, wird illegalen Welpenhändler:innen ihr perfides Geschäft deutlich erschwert werden. Bis dahin erwarten wir von der Bundesregierung, dass sie mit gutem Beispiel voran geht, sich bei der Erarbeitung der Rechtsakte weiter für starke Regelungen und die verlässliche Überprüfung der Daten einsetzt und wichtige Schutzmaßnahmen wie die verpflichtende Kennzeichnung und Registrierung aller gehaltenen Hunde und Katzen schneller als derzeit auf europäischer Ebene geplant auf den Weg bringt.“

Birgitt Thiesmann, Expertin für den illegalen Welpenhandel bei VIER PFOTEN

Welpen müssen für Einreise mindestens 15 Wochen alt sein

Damit ein Welpe aus der EU legal nach Deutschland einreisen darf, muss er zum Schutz von Tier und Mensch vollständig und nachweislich gegen Tollwut geimpft sein sowie einen gültigen EU-Heimtierausweis besitzen. Welpen können frühestens ab einem Alter von zwölf Wochen wirksam gegen Tollwut geimpft werden. Nach einer Wartezeit von drei Wochen greift der Impfschutz. Demnach müssen Welpen aus dem europäischen Ausland mindestens 15 Wochen alt sein um legal nach Deutschland einreisen zu dürfen. Stammen Welpen aus einem nicht gelisteten Drittland, wie beispielsweise Russland, müssen sie mindestens sieben Monate alt sein, um grenzüberschreitend transportiert zu werden. Die jüngsten, in Bayern aufgegriffenen Welpen waren gerade einmal drei Wochen alt. „Das Leid der Welpen aus illegalem Handel ist unvorstellbar. Sie werden unter katastrophalen Bedingungen in Vermehrerstationen geboren, viel zu früh von ihren Müttern getrennt, häufig nicht artgemäß versorgt und tragen in vielen Fällen ihr Leben lang körperliche oder seelische Folgen davon – sollten sie die Tortur überhaupt überleben“, sagt die VIER PFOTEN Expertin für illegalen Welpenhandel, Birgitt Thiesmann.

Besonders viele Tiere in Bayern entdeckt

Besonders auffällig sind die hohen Zahlen in Bayern: Allein hier wurden vergangenes Jahr 183 Tiere in 33 Fällen (41 Prozent aller Fälle) aus illegalem Handel, illegalen Transporten oder illegalen Zuchten aufgegriffen. Auch in vergangenen Jahren war Bayern bereits Hotspot: Das Bundesland hat eine direkte Grenze zu Tschechien und bietet illegalen Welpenhändler:innen eine viel genutzte Route aus Rumänien, Ungarn, Moldau, Bulgarien oder Tschechien. Auch in Nordrhein-Westfalen (148 Tiere in 10 Fällen) und Baden-Württemberg (42 Tiere in 9 Fällen) konnten viele Fälle illegalen Welpenhandels entdeckt werden.

Neuer Rasse-Trend im illegalen Handel: Pudel und Pudelmischlinge

Bei insgesamt 16 Prozent aller 2025 entdeckten Fälle waren Pudel oder Pudelmischlinge involviert. „Pudel und Pudel-Mischlinge wie Maltipoos sind Rassen, die erst seit wenigen Jahren im illegalen Welpenhandel eine so große Rolle spielen, da die Nachfrage immer größer wird. Als vermeintlich leicht zu erziehende, allergikerfreundliche und nicht haarende Rasse finden diese Welpen auch auf dem illegalen Markt viele Abnehmer:innen“, sagt Birgitt Thiesmann. Aber auch andere kleine Rassen wie Dackel, Pomeranian und Französische Bulldoggen sind im illegalen Welpenhandel weiterhin ein großes Thema. Bei den Katzenwelpen sind ebenfalls besonders Rassekatzen gefragt. Fast die Hälfte aller 2025 entdeckten Katzenwelpen (46 Prozent) waren Faltohrkatzen, wie die Scottish Fold – eine Rasse die klare Qualzuchtmerkmale aufweist und deren Zucht in Deutschland nach Paragraph 11b Tierschutzgesetz verboten ist. 

Deutschland ist im illegalen Welpenhandel Abnehmer- und Transitland

Deutschland war auch 2025 nicht nur Abnehmerland illegal importierter Welpen, sondern auch Transitland. Nach Zählungen von VIER PFOTEN sollten in 86 Prozent der Fälle die Hunde- und Katzenwelpen tatsächlich in Deutschland verkauft werden. In 14 Prozent der Fälle nutzten Kriminelle Deutschland als geografisch günstig gelegene Route für Ziele in andere europäische Länder. Hauptziele waren vergangenes Jahr Belgien und Frankreich. 

Wissenswertes zum illegalen Welpenhandel finden Sie hier.

Corinna Madjitov

Pressesprecherin Heimtiere

presse-d@vier-pfoten.org

VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz
Lübecker Straße 128, 22087 Hamburg

VIER PFOTEN ist die globale Tierschutzorganisation für Tiere unter direktem menschlichem Einfluss, die Missstände erkennt, Tiere in Not rettet und sie beschützt. Die 1988 von Heli Dungler und Freunden in Wien gegründete Organisation tritt für eine Welt ein, in der Menschen Tieren mit Respekt, Mitgefühl und Verständnis begegnen. Im Fokus ihrer nachhaltigen Kampagnen und Projekte stehen Streunerhunde und -katzen sowie Haustiere, Tiere in der Landwirtschaft und Wildtiere – wie Bären, Großkatzen und Orang-Utans – aus nicht artgemäßer Haltung sowie aus Katastrophen- und Konfliktzonen. Mit Büros in Australien, Belgien, Bulgarien, Deutschland, Frankreich, Kambodscha, Kosovo, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, Südafrika, Thailand, der Ukraine, den USA, dem Vereinigten Königreich und Vietnam sowie 13 Wildtier-Schutzzentren und Partnerprojekten weltweit sorgt VIER PFOTEN für rasche Hilfe und langfristige Lösungen.

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