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Häufig gestellte Fragen

Zum Thema illegaler Welpenhandel

Der Handel mit viel zu jungen und traumatisierten Hundebabys aus Osteuropa ist ein skrupelloses Geschäft. Dabei geht es der Welpenmafia einzig um den Profit. Kaufen Sie niemals ein Tier aus Mitleid. Informieren Sie im konkreten Verdachtsfall die Polizei oder das Veterinäramt. Hier beantwortet VIER PFOTEN die wichtigsten Fragen.

Warum ist der illegale Welpenhandel ein Tierschutzproblem?

Die betroffenen Welpen werden in der Regel unter tierquälerischen Bedingungen vermehrt. In den osteuropäischen Welpenfabriken werden die Hunde in Kellern, Schuppen und winzigen Verschlägen gehalten. Sie vegetieren in ihren eigenen Exkrementen dahin, erhalten nur das nötigste Futter und keine medizinische Versorgung. Ohne Rücksicht auf rassetypische Vorbelastungen und ihre körperliche Verfassung, werden Hündinnen als Gebärmaschinen missbraucht und werden bei jeder Läufigkeit gedeckt. Können sie keine Welpen mehr produzieren, werden sie zu finanziellem Ballast und daher entsorgt.

Unter diesen Bedingungen werden auch populäre Trendrassen massenweise produziert, um den hohen Bedarf in Westeuropa zu decken. Da leider Rassen mit Qualzuchtmerkmalen, wie Französische Bulldoggen, Möpse, Chihuahuas oder Pekinesen nach wie vor gefragt sind, werden auch diese Hunde ohne Skrupel und medizinische Kontrollen vermehrt. Die Tiere, die diese Tortur überleben, bleiben für immer traumatisiert oder sogar schwerkrank.

Welche Rolle spielen Online-Plattformen im illegalen Welpenhandel?

Die Nachfrage nach Hundewelpen ist riesig und kann kaum durch seriöse Anbieter gedeckt werden. Das nutzen kriminelle Händler aus. Das Internet bietet ihnen Zugang zu einem lukrativen Markt. Denn auf Kleinanzeigen-Plattformen können sie vollkommen anonym und ohne die Gefahr entdeckt zu werden, massenhaft Tiere inserieren. Kommt es doch einmal vor, dass ein Benutzerkonto vom Online-Portal gesperrt wird, können die kriminellen Händler ohne Probleme ein neues eröffnen. Denn bislang gibt es keine Verifizierungspflicht, weshalb sich jeder Mensch unter einem falschen Namen schnell neue Accounts anlegen kann. Ob es sich bei einem Benutzernamen um eine vertrauenswürdige Person mit wahrem Namen handelt oder um einen kriminellen Tierverkäufer, ist selbst für die Online-Portale nicht erkennbar. Für Käufer ist es anhand der Online-Anzeige nahezu unmöglich, seriöse Anbieter von Kriminellen zu unterscheiden. Viele Inserate beschreiben eine liebevolle Hobbyzucht oder einen unbeabsichtigten Wurf und zeigen Fotos von niedlichen Welpen. Die Interessenten können nicht ahnen, dass sich dahinter ein skrupelloses Geschäft mit hilflosen Hundebabys versteckt.

Bislang bestehen keine Gesetze für den Online-Handel mit Tieren. VIER PFOTEN appelliert daher seit Jahren an die Politik, wirksame Gesetze einzuführen. Hier können Sie die Petition unterzeichnen.

Wieso sind Hunde aus dem illegalen Welpenhandel oft krank?

Welpen werden über die Milch der Mutter immunisiert und so vor Krankheiten geschützt. Doch in den Welpenfabriken werden die Hündinnen bei jeder Läufigkeit gedeckt und erhalten keine medizinische Versorgung, sodass ihr eigenes Immunsystem sehr schwach ist. Über die Muttermilch können die geschwächten Mütter ihrem Nachwuchs n Babys also kaum wertvolle Nährstoffe zukommen lassen. Ein weiterer Faktor ist, dass beim illegalen Welpenhandel die Hundebabys viel zu früh ihren Müttern entrissen werden. Die Welpen werden in Kisten und Kartons gesteckt und in Abnehmerländer wie Deutschland transportiert, lange bevor sie einen stabilen Immunschutz aufgebaut haben oder durch Impfungen vor Krankheiten geschützt werden können. Die Welpenhändler transportieren meist mehrere Welpen aus verschiedenen Hundefabriken in Osteuropa über Hunderte Kilometer ins europäische Ausland. Auf der Fahrt werden die Tiere auf engstem Raum zusammengepfercht und stecken sich so oft gegenseitig mit Krankheiten an. Viele der geschmuggelten Welpen infizieren sich mit Parvovirose, einer hochansteckende Viruserkrankung, die für viele Hunde – auch mit tierärztlicher Behandlung – tödlich endet.

Welche Impfungen sind obligatorisch?

Für Hunde in Deutschland gibt es generell keine Impfpflicht. Es empfiehlt sich allerdings jeden Hund gegen Staupe, Parvovirose und Hepatitis sowie Leptospirose und Tollwut zu impfen. Will man mit seinem Hund ins Ausland reisen, ist eine Tollwutimpfung Pflicht. Das gleiche gilt, wenn der Hund aus dem Ausland stammt.

Woran erkenne ich, dass ein Welpe zu jung für die Abgabe ist?

Laut der Tierschutz-Hundeverordnung darf man in Deutschland einen Welpen frühestens ab der achten Lebenswoche von seiner Mutter trennen. Hunde aus dem illegalen Welpenhandel sind jedoch sehr viel jünger. Es ist nahezu unmöglich für einen Laien, das Alter von Welpen korrekt einzuschätzen. Es gibt jedoch einige Merkmale, die der Orientierung dienen können.

Keine Zähne: Bis zur dritten Lebenswoche haben Welpen noch keine Zähne. Wem ein so junges Tier angeboten wird, sollte umgehend die Behörden einschalten. Etwa ab der vierten Woche brechen bei den jungen Welpen die ersten Milchzähne durch. Doch erst im Alter von acht Wochen sind alle Milchzähne vorhanden. In der Regel hat ein Welpe 28 Milchzähne.

Blaue Augen: In ihren ersten Lebenswochen haben Welpen blaue Augen. Erst zwischen der sechsten und siebten Woche bekommen sie ihre endgültige Augenfarbe.

Woher stammen die Welpen?

Viele der Hunde, die auf Kleinanzeigen-Portalen angeboten werden, stammen aus osteuropäischen Welpenfabriken, sogenannten Vermehrerstationen. Die dubiosen Zuchtanlagen befinden man Rumänien, Tschechien, Polen, Serbien, Bulgarien, Slowakei, Ungarn und der Ukraine. Das Züchten, bzw. das Vermehren von Hunden, ist dort überall – auch jenseits der großen Städte ohne viel Aufwand möglich und eine lukrative Einnahmequelle. Es gibt für die Betreiber kaum Auflagen, keine Kontrollen und nur selten Strafen. Dafür ist die Gewinnspanne sehr groß und das Risiko klein. Denn selbst wenn die Händler beim Schmuggel erwischt werden, drohen ihnen keine ernsten Strafen. In der Regel bleibt es bei einem Bußgeld.

Worauf sollte ich beim Welpenkauf achten?

Grundsätzlich sollte gründlich überlegt sein, ob man für ein tierisches Familienmitglied bereit ist. Habe ich genügend Zeit, mich um den Vierbeiner zu kümmern? Kann ich mir dauerhaft Futter und Tierarztkosten leisten? Habe ich alle Vor- und Nachteile bedacht? Nur, wer sich wirklich sicher ist, sollte sich auf die Suche begeben – im besten Fall im örtlichen Tierheim. Dort warten viele Hunde, auch junge Tiere oder Rassehunde, auf ein liebevolles Zuhause.

Dabei sollte man unbedingt folgende Punkte beachten:

  • Die Übergabe sollte nur beim/bei der Anbieter zu Hause stattfinden
  • Das Muttertier sollte vor Ort sein
  • Vorsicht bei zu viel Auswahl: Wenn Verkäufer verschiedene Rassen und eine große Anzahl Welpen anbieten, ist dies ein Anzeichen für kriminellen Handel. Aufgrund des großen Zeitaufwands einer verantwortungsvollen und individuellen Betreuung der Mutter und Welpen, ziehen seriöse Züchter maximal 3 Würfe pro Jahr auf.
  • Die Welpen sollten bei der Abgabe mindestens acht Wochen oder älter sein
  • Bei serösen Züchter hat der Welpe bereits Papiere und die ersten Impfungen erhalten. Die Übergabe findet zu Hause statt und man hatte die Chance, das Tier mehrfach vorab zu besuchen und bereits kennenzulernen.
  • Seriösen Züchtern ist wichtig, wo und bei wem der Hund zukünftig leben wird. Wird kein Interesse an den Interessenten und dem künftigen Zuhause des Hundes gezeigt, ist Vorsicht geboten. 
     

Ausführliche Informationen zum verantwortungsvollen Welpenkauf finden Sie hier.

Woran erkenne ich unseriöse Verkäufer?

Allein an der Online-Anzeige können unseriöse Verkäufer kaum erkannt werden. Aufmerksam sollte man jedoch werden, wenn

  • das Muttertier nicht besichtigt werden kann,
  • wenn eine sehr große Anzahl von Tieren, eventuell sogar verschiedener Rassen, angeboten wird
  • wenn die Welpen unter acht Wochen alt sind
  • man das Tier sofort mitnehmen soll und nicht vorher mehrfach besuchen konnte
  • die Übergabe statt Zuhause in einem Hinterhof, Parkplatz, U-Bahn-Station stattfindet
  • kein Interesse am weiteren Wohlergehen der Welpen gezeigt und keine Fragen gestellt werden
  • es keine Papiere und keinen Kaufvertrag gibt / geben soll

Wann ist der Handel mit Welpen illegal?

Juristisch bewegen sich die skrupellosen Händler erst auf illegalem Terrain, wenn sie nachweislich zu junge Tiere aus dem Ausland importieren und verpflichtende Impfungen aus Seuchenschutzgründen sowie die Identifizierung der Tiere mittels Microchip und einem EU-Heimtierausweis nicht erfolgt sind. In Deutschland ist es verboten, Welpen vor Vollendung der achten Lebenswoche von ihrer Mutter zu trennen. Dies ist auch in der EU-Tierschutztransport-Verordnung 1/2005 geregelt. Demnach dürfen Hunde und Katzen unter acht Wochen nur in Begleitung ihrer Mutter transportiert werden. Die ersten zwei Monate sind eine existentielle Prägephase, die sich auf das ganze Leben des Hundes auswirkt. In dieser Zeit entwickeln sich die Sinne des Hundebabys, es lernt von seinen Geschwistern und seiner Mutter notwendiges Sozialverhalten. Dazu wird der Welpe in dieser Phase über die Muttermilch immunisiert und vor Krankheiten geschützt. Eine Tollwutimpfung wäre in diesem frühen Lebensabschnitt unwirksam, weshalb ein Welpe erst ab der 12. Woche gegen Tollwut geimpft werden kann. Danach dauert es 21 Tage bis der Impfschutz aktiv ist. Da nur Hunde mit gültigem Tollwutschutz aus dem Ausland nach Deutschland gebracht werden dürfen, ist das theoretische Mindestalter eines Hundes also 15 Wochen. Gemäß deutschem Tierschutzgesetz brauchen Personen zudem eine entsprechende Erlaubnis der zuständigen Behörde, wenn sie Tiere (also auch Hunde) zum Verkauf nach Deutschland bringen (§ 11 Abs. 1 S. 1 Nr. 5).

Zudem geben sich Kriminelle in der Regel als Privatpersonen aus und legen auf Internetplattformen mehrere Benutzerkonten an, um ihre Identität und das Ausmaß ihrer Verkäufe zu verschleiern. Damit entziehen sie sich gezielt der Umsatzsteuerpflicht und der Auflage für Gewerbetreibende, ein Impressum aufzuführen (§ 5 Telemediengesetz).

Welche Vorschriften gelten in Deutschland beim Welpenkauf?

Laut der Tierschutz-Hundeverordnung muss ein Welpe bei der Abgabe in Deutschland mindestens acht Wochen alt sein. Ein Hund sollte beim Kauf stets geimpft sein und im Idealfall über einen EU-Heimtierausweis verfügen. Liegt dieser nicht vor, ist ein Impfausweis obligatorisch.

Bei einem Hund aus dem Ausland ist ein EU-Heimtierausweis Pflicht, denn nur damit darf er Landesgrenzen passieren. Dazu muss der Hund gechippt sein und einen wirksamen Tollwutschutz haben.

Jungtiere aus nicht gelisteten Drittländern dürfen frühestens mit sieben Monaten nach Deutschland gebracht werden. Wurden die Welpen im Alter von 12 Wochen gegen Tollwut geimpft, erfolgt 30 Tage später eine Blutabnahme. Danach besteht eine dreimonatige Wartefrist.

Mache ich mich strafbar, wenn ich einen Hund aus dem illegalen Welpenhandel kaufe?

Durch den Kauf eines Hundes aus dem illegalen Welpenhandel unterstützt man dieses grausame Geschäft und macht sich somit zumindest moralisch mitschuldig. Denn für jeden gekauften Welpen werden wieder neue Hunde qualvoll nachproduziert. Doch die kriminellen Verkäufer verschleiern die Herkunft der Welpen, machen falsche Altersangaben präsentieren fehlerhafte Papiere. Viele Käufer ahnen daher nicht, dass der neue Hund aus dem illegalen Welpenhandel stammt.

Brauche ich einen Kaufvertrag, wenn ich einen Hund von privat kaufe?

Es ist gesetzlich nicht festgelegt, dass ein Kaufvertrag ausgestellt werden muss. Es ist jedoch dringend zu empfehlen. In einem Vertrag werden die Kontaktdaten erfasst, der Preis des Welpen, die Chipnummer und weitere wichtige Informationen. Ein Vertrag ist besonders hilfreich, wenn es nach dem Kauf zu medizinischen Problemen beim Tier kommt. Laut Gesetz gelten Tiere zwar nicht als Sache, doch solange nichts anders bestimmt ist, sind auf sie die für Sachen geltenden Vorschriften anzuwenden. Eine Garantie kann beim Kauf eines Hundes nur dann durchgesetzt werden, wenn ein Vertrag abgeschlossen wird. Um sich vor illegalen Händler zu schützen, ist dringend zu empfehlen, auch die Personalausweisnummer der Vertragsparteien einzutragen. Hier finden Sie einen Musterkaufvertrag für Hunde.

Muss jeder Hund gechippt und registriert sein?

Leider besteht in Deutschland keine einheitliche Chip- und Registrierungspflicht. Jedes Bundesland hat seine eigene Regelung – sofern es überhaupt eine gibt. So müssen in Hamburg beispielsweise alle Hunde ab dem dritten Lebensmonat gechipt sein und beim Hamburger Haustierregister angemeldet sein. In Rheinland-Pfalz müssen nur bestimmte Hunderassen mit einem Chip ausgestattet werden. In Sachsen etwa besteht keinerlei Chip- und Registrierungspflicht.