
Unterschätzte Gefahr: Ungesicherter Freigang bei Katzen
VIER PFOTEN erklärt, was Halter:innen bedenken sollten, bevor sie ihre Katze nach draußen lassen
Hamburg, 09. April 2026 – Viele Halter:innen fragen sich: Sollte die Katze oder der Kater nach draußen gelassen werden oder grundsätzlich lieber in der Wohnung bleiben? Die globale Tierschutzstiftung VIER PFOTEN weist auf die Gefahren des ungesicherten Freilaufs hin und gibt alternative Tipps, wie Samtpfoten möglichst sicher frische Luft schnappen können.
Junge Katzen sind besonders gefährdet
Grundsätzlich gilt: Lassen Sie junge und unerfahrene Katzen nicht einfach unbeaufsichtigt nach draußen. Zu groß ist die Gefahr, dass sie ein Auto erfasst, sie in Revierkämpfe verwickelt werden oder sich verlaufen“, so die VIER PFOTEN Heimtier-Expertin.
Kastrieren, chippen und registrieren
Obligatorisch ist außerdem, dass sowohl Katzen als auch Kater kastriert werden sollten. Zum einen, um unerwünschten Nachwuchs zu verhindern und zum anderen, um die Streunerkatzenpopulationszahlen nicht weiter nach oben zu treiben. Kastrierte Kater neigen zudem weniger dazu, auf weite Wanderschaft zu gehen oder sich hormonbedingt mit anderen Katern zu prügeln. Außerdem ist es wichtig, sein Tier zu chippen und in einer Heimtierdatenbank zu registrieren.
In der Dämmerung und nachts Vorkehrungen treffen
Ratsam ist es, Freigängerkatzen besonders nachts die Chance zu geben, ins Haus zu kommen, beispielsweise durch eine Katzenklappe. Lebt man in einer besonders belebten oder gefährlichen Gegend, kann es noch besser sein, die Katze grundsätzlich nachts in der Wohnung zu lassen. Damit die Samtpfoten auch in der Dämmerung gut sichtbar sind, kann ein reflektierendes Halsband mit Sicherheitsverschluss helfen. Auch ein GPS-Tracker ist sinnvoll.
Tipps für einen kontrollierten Freilauf
„Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen gilt: Der beste Freilauf ist ein kontrollierter und gesicherter Freilauf“, sagt Dr. Sabrina Karl. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten: Garten, Balkon oder Terrasse können mit ausbruchsicheren Katzennetzen und spannenden Klettermöglichkeiten als Auslauf dienen. Eine Alternative ist der Spaziergang mit Brustgeschirr und Leine. „Das Anlegen und Spazieren sollte vorher behutsam mit der Katze trainiert werden. Einige Tiere finden dann Freude daran. So kann man gemeinsam als Team die Umwelt und Gegend erkunden. Hat die Katze Spaß am Auslauf an der Leine, ist dies eine tolle Möglichkeit, die Katze körperlich und mental auszulasten und sie trotzdem vor Gefahren zu schützen“, sagt die Expertin. Ein gesicherter Freigang kann zudem dazu beitragen, die heimische Artenvielfalt und Biodiversität in der Nachbarschaft zu schützen.
Weitere Informationen über Heimtiere und die Arbeit von VIER PFOTEN finden Sie hier.

Corinna Madjitov
Pressesprecherin HaustiereVIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz
Lübecker Straße 128, 22087 Hamburg
VIER PFOTEN ist die globale Tierschutzorganisation für Tiere unter direktem menschlichem Einfluss, die Missstände erkennt, Tiere in Not rettet und sie beschützt. Die 1988 von Heli Dungler und Freunden in Wien gegründete Organisation tritt für eine Welt ein, in der Menschen Tieren mit Respekt, Mitgefühl und Verständnis begegnen. Im Fokus ihrer nachhaltigen Kampagnen und Projekte stehen Streunerhunde und -katzen sowie Haustiere, Tiere in der Landwirtschaft und Wildtiere – wie Bären, Großkatzen und Orang-Utans – aus nicht artgemäßer Haltung sowie aus Katastrophen- und Konfliktzonen. Mit Büros in Australien, Belgien, Bulgarien, Deutschland, Frankreich, Kambodscha, Kosovo, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, Südafrika, Thailand, der Ukraine, den USA, dem Vereinigten Königreich und Vietnam sowie 13 Wildtier-Schutzzentren und Partnerprojekten weltweit sorgt VIER PFOTEN für rasche Hilfe und langfristige Lösungen.