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Das „One Welfare“-Framework

One Welfare

Das Auftreten der jüngsten COVID-19-Pandemie erinnert uns daran, wie eng Tierwohl, menschliches Wohlergehen und die Umwelt miteinander verbunden sind! 

19.5.2021

Das von Rebeca García Pinillos geprägte „One Welfare“- Framework1 fördert die Verbindung zwischen dem Wohl von Tieren, dem menschlichen Wohlergehen und der physischen und sozialen Umwelt.2 Es ergänzt das „One Health“-Konzept, das sich mit der Verflechtung von menschlicher, ökologischer und tierischer Gesundheit3 befasst und sich hauptsächlich auf Gesundheitsaspekte konzentriert, ohne dabei Überlegungen zum Wohl von Tieren zu berücksichtigen.4 Die Welt steht jedoch vor noch nie dagewesenen Herausforderungen, die direkt mit dem Wohl von Tieren zusammenhängen: Lebensmittelsicherheit, Klimawandel, Zoonosen und Biodiversitätsverlust.

Der globale Handel mit Wildtieren und die Ausdehnung der landwirtschaftliche Tierhaltung in natürliche Lebensräume bringen uns mehr als je zuvor in engeren Kontakt mit Wildtieren und ihren Krankheitserregern. Diese stellen dann ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung neuer Pandemien dar, die das menschliche Wohlergehen und unsere Gesellschaft potenziell schwer beeinträchtigen können (wirtschaftlicher Verlust, soziale Isolation und psychische Probleme, gesundheitliche Komplikationen, erhöhtes Risiko für häusliche Gewalt, geringere Bewegungsmöglichkeiten aufgrund von Einschränkungen,5 hohe Todesraten).

Wir können das Risiko des Auftretens zukünftiger Pandemien minimieren, indem wir unseren nicht nachhaltigen Konsum von tierischen Produkten reduzieren oder gänzlich einstellen. Dazu gehören u.a. auch aus neu entstehenden Krankheits-Hotspots stammmende Wildtiere und aus Wildtieren gewonnene Produkte sowie Hunde und Katzen, die für den Fleischkonsum vorgesehen sind.6 Ein Wechsel zu nachhaltigeren Konsummodellen würde unseren Ökosystemen zugutekommen. Eine Reduzierung unseres übermäßigen Konsums tierischer Produkte würde unseren Planeten vor den schlimmsten Auswirkungen der Intensivtierhaltungbewahren: Treibhausgase, Umweltverschmutzung und das Schrumpfen der Lebensräume für Wildtiere sowie der Artenvielfalt.7 Indem wir tierwohlverachtende Praktiken abschaffen, sorgen wir zudem für eine bessere Gesundheit und ein höheres Wohlergehen der Tiere, die wir für unseren Konsum „nutzen“.

Wenn Tiere leiden und Grausamkeiten ertragen müssen, wird ihr Immunsystem geschwächt. Dies schafft die perfekten Bedingungen für die Ausbreitung von Krankheiten unter den Tieren. Das gilt insbesondere für Intensivtierhaltungssysteme, in denen es den Tieren an genetischer Vielfalt, gesunden, artgerechten Lebensbedingungen oder Platz mangelt,8 sowie für unnatürliche Haltungsbedingungen, wie z. B. (Lebendtier-)Märkte, auf denen eine Reihe von Tierarten zusammengepfercht werden.9 Solche Faktoren erhöhen das Risiko der Ausbreitung von Krankheiten dramatisch. Kommt schließlich noch der Faktor Mensch hinzu, so kann dies tödliche Folgen haben, da einige Erreger die Fähigkeit entwickeln, auf andere Spezies überzugreifen – so wie wir es derzeit bei COVID-19 beobachten. 

Indem wir erkennen, dass das Wohlergehen von Mensch und Tier untrennbar miteinander verbunden ist, und wir das „One Welfare“-Framework in einer Vielzahl von Politikbereichen aufgreifen, können wir dazu beitragen, die nächste Pandemie zu verhindern und die dringendsten globalen Probleme anzugehen.

Freilandhuh

Gemeinsam können wir dies möglich machen

Wir können einen Ort schaffen, an dem Tiere, die Umwelt und Menschen besser behandelt werden. Bitte machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Forderungen nach einer Welt mit mehr Tierschutz!

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Quellenverweis

1) One Welfare: About One Welfare - One Welfare (onewelfareworld.org) (visited 31st of March 2021).
2) One Welfare: About One Welfare - One Welfare (onewelfareworld.org) (visited 31st of March 2021).
3) One Health: OneHealth: OIE - World Organisation for Animal Health (visited 31st of March 2021).
4) Pinillos, R. G., Appleby, M., Manteca, X., Scott-Park, F., Smith, C., Velarde, A. (2016): One Welfare – a platform for improving human and animal welfare, Veterinary Record, URL: vetrec-2016-october-179-16-412-inline-supplementary-material-1.pdf (onewelfareworld.org) (visited 31st of March).
5) Pinillos, R. G. (2021): One welfare impacts of COVID-19 – A summary of key highlights within the one welfare framework, Applied Animal Behaviour Science, Volume 236, https://doi.org/10.1016/j.applanim.2021.105262.

6) Daszak, P., Amuasi, J., das Neves, C. G., Hayman, D., Kuiken, T., Roche, B., Zambrana-Torrelio, C., Buss, P., Dundarova, H., Feferholtz, Y., Földvári, G., Igbinosa, E., Junglen, S., Liu, Q., Suzan, G., Uhart, M., Wannous, C., Woolaston, K., Mosig Reidl, P., O’Brien, K., Pascual, U., Stoett, P., Li, H., Ngo, H. T. (2020): Workshop Report on Biodiversity and Pandemics of the Intergovernmental Platform on Biodiversity and Ecosystem Services. IPBES secretariat, Bonn, Germany, DOI:10.5281/zenodo.4147317, URL: https://ipbes.net/sites/default/files/2020-12/IPBES%20Workshop%20on%20Biodiversity%20and%20Pandemics%20Report_0.pdf (visited 31st of March 2021).

7) Smith, P., Nkem, J., Calvin, K., Campbell, D., Cherubini, F., Grassi, G., Korotkov, V., Hoang, A.L., Lwasa, S., McElwee, P., Nkonya, E., Saigusa, N., Soussana, J.-F., Taboada, M.A. (2019): Interlinkages Between Desertification, Land Degradation, Food Security and Greenhouse Gas Fluxes: Synergies, Trade-offs and Integrated Response Options. In: Climate Change and Land: an IPCC special report on climate change, desertification, land degradation, sustainable land management, food security, and greenhouse gas fluxes in terrestrial ecosystems [P.R. Shukla, J. Skea, E. Calvo Buendia, V. Masson-Delmotte, H.- O. Portner, D. C. Roberts, P. Zhai, R. Slade, S. Connors, R. van Diemen, M. Ferrat, E. Haughey, S. Luz, S. Neogi, M. Pathak, J. Petzold, J. Portugal Pereira, P. Vyas, E. Huntley, K. Kissick, M. Belkacemi, J. Malley, (eds.)], In press, https://www.ipcc.ch/srccl/chapter/chapter-6/ (visited 31st of March 2021).
8) Espinosa, R., Tago, D., Treich, N. (2020): Infectious Diseases and Meat Production. Environmental and Resource Economics, 76, 1019–1044, https://doi.org/10.1007/s10640-020-00484-3.

9) Daszak, P., Amuasi, J., das Neves, C. G., Hayman, D., Kuiken, T., Roche, B., Zambrana-Torrelio, C., Buss, P., Dundarova, H., Feferholtz, Y., Földvári, G., Igbinosa, E., Junglen, S., Liu, Q., Suzan, G., Uhart, M., Wannous, C., Woolaston, K., Mosig Reidl, P., O’Brien, K., Pascual, U., Stoett, P., Li, H., Ngo, H. T. (2020): Workshop Report on Biodiversity and Pandemics of the Intergovernmental Platform on Biodiversity and Ecosystem Services. IPBES secretariat, Bonn, Germany, DOI:10.5281/zenodo.4147317, URL: https://ipbes.net/sites/default/files/2020-12/IPBES%20Workshop%20on%20Biodiversity%20and%20Pandemics%20Report_0.pdf (visited 31st of March 2021).
 

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