Dog with a collar in a field

Ein Wendepunkt für die Bekämpfung des illegalen Handels 


Die EU-Verordnung zum Schutz von Hunden und Katzen bedeutet einen grundlegenden Wandel 

Im April 2026 hat die Europäische Union die ersten europaweiten Vorschriften verabschiedet, um den Schutz, die Rückverfolgbarkeit und den Handel mit Hunden und Katzen zu regulieren. 

Die EU-Verordnung über das Wohlergehen von Hunden und Katzen und ihre Rückverfolgbarkeit markiert einen grundlegenden Wandel. Er schließt langjährige Lücken, die es dem illegalen Handel mit Hunde- und Katzenwelpen bisher ermöglicht haben, online und über Grenzen hinweg zu florieren. 

Die EU-Verordnung zum Schutz von Hunden und Katzen ist ein großer Schritt nach vorne. 

Warum das wichtig ist: ein System, das auf Unsichtbarkeit basiert 

Seit Jahren nutzt der illegale Handel mit Welpen schwache Vorschriften, uneinheitliche Systeme und mangelnde Rückverfolgbarkeit aus. 

In ganz Europa:

  • werden jedes Jahr rund sechs Millionen Welpen benötigt
  • hat der Markt einen geschätzten Wert von 4,6 Milliarden Euro pro Jahr
  • lassen sich fast 79 % der Welpen nicht auf eine bekannte Quelle zurückverfolgen  


Diese mangelnde Transparenz ermöglicht es illegalen Züchter:innen und Händler:innen über Grenzen hinweg zu agieren, Tiere online zu verkaufen und zu verschwinden, ohne Verantwortung zu übernehmen. 

Diese Lücke beginnt die EU-Verordnung zum Schutz von Hunden und Katzen nun zu schließen. 

Was sich durch die EU-Verordnung ändert 

Rückverfolgbarkeit wird zur Grundlage 

Die EU schreibt nun die verpflichtende Kennzeichnung und Registrierung von Hunden und Katzen vor. 

Dies ist ein Wendepunkt. 

Rückverfolgbarkeit ermöglicht es: 

  • Tiere mit Züchter:innen, Verkäufer:innen und Halter:innen in Verbindung zu bringen
  • ihre Bewegungen über Grenzen hinweg zu verfolgen
  • die Herkunft bei Online-Verkäufen zu überprüfen
  • illegale Akteur:innen zu identifizieren und zu stoppen

Ohne flächendeckende Rückverfolgbarkeit floriert der illegale Handel. Mit ihr werden Verantwortung und Rechenschaft möglich. 

Die Vorgabe für das Inverkehrbringen von Hunden und Katzen tritt nach vier Jahren in Kraft. Nach sehr langen Übergangsfristen sollen auch alle privat gehaltenen Hunde (10 Jahre) und Katzen (15 Jahre) in einem Heimtierregister registriert werden.   

Online-Verkäufe sind nicht mehr anonym

Online-Plattformen sind einer der Haupttreiber des illegalen Handels.

Die EU-Verordnung führt eine verpflichtende Überprüfbarkeit von Online-Anzeigen ein und stellt damit sicher, dass Tiere vor dem Kauf überprüft werden kann, ob die angebotenen Tiere auch mit dem Eintrag im Register übereinstimmen.

Dieser Ansatz basiert auf dem VeriPet-System von VIER PFOTEN, das Online-Anzeigen direkt mit offiziellen Datenbanken verknüpft. 

Dies ist ein entscheidender Schritt, um Anonymität – und damit auch Verantwortungslosigkeit – aus dem Online-Handel zu verbannen. 

Tierschutz-Mindeststandards in der gesamten Zucht

Zum ersten Mal gelten EU-weite Mindeststandards für das Wohlergehen von Tieren für Züchter:innen. 

Dazu gehören grundlegende, aber entscheidende Anforderungen: 

  • angemessene Ernährung
  • tierärztliche Versorgung
  • Schutz vor Misshandlung
  • geeignete Unterbringung und Sozialisierung

Diese Vorschriften gelten für: 

  • kleine und große Züchter:innen
  • kommerzielle Anbietende in der gesamten EU
  • Exporteur:innen, die Tiere auf den EU-Markt liefern

Damit werden Lücken zwischen Ländern geschlossen, die lange Zeit von unseriösen Händler:innen ausgenutzt wurden. 

Bekämpfung schädlicher Zuchtpraktiken

Zum ersten Mal regelt das EU-Recht die Art und Weise, wie Hunde und Katzen gezüchtet werden. Es werden Vorschriften eingeführt, um zu verhindern, dass Tiere mit Merkmalen gezüchtet werden, die ihrer Gesundheit und ihrem Wohlergehen schaden. 

Dazu gehören sowohl:

  • Schädliche körperliche Merkmale, z. B. extreme Körperformen, die mit Leid verbunden sind
  • Genetische Erkrankungen, bei denen die Zucht zu Erbkrankheiten oder langfristigen Gesundheitsproblemen führt

Die Bestimmungen sollen verhindern, dass Tiere wegen ihres Aussehens oder für Profit gezüchtet werden, wenn ihr Wohlergehen darunter leidet.

Die volle Wirkung dieser Maßnahmen wird jedoch von weiteren Vorschriften abhängen. Detaillierte Standards um schädliche Merkmale und genetische Erkrankungen zu definieren werden derzeit noch entwickelt und in den kommenden Jahren erwartet.  

Strengere Vorschriften für den Verkauf von Tieren

Die Verordnung führt zudem strengere Auflagen für Einrichtungen ein, die Hunde und Katzen verkaufen. 

Obwohl es sich nicht um ein ausdrückliches Verbot handelt, schränken diese Anforderungen intransparente Geschäftsmodelle mit schlechten Tierschutzstandards erheblich ein. Bestimmte Verkaufsformen von Hunden und Katzen, wie beispielsweise in kleinen Schaukäfigen in Zoohandlungen, wird es damit nicht mehr geben. 

Wann tritt die EU-Verordnung in Kraft? 

Die Verordnung zum Schutz von Hunden und Katzen ist zwar bereits verabschiedet, die Auswirkungen werden sich jedoch erst im Laufe der Zeit zeigen. Die Kernvorschriften gelten ab etwa 2028, weitere Maßnahmen werden schrittweise eingeführt. Einige Elemente wie technische Standards werden in den kommenden Jahren noch durch die EU-Kommission definiert werden.  

Dieser schrittweise Ansatz bedeutet, dass die kommenden Jahre entscheidend sind. Eine konsequente Umsetzung, Durchsetzung und anhaltende politische Aufmerksamkeit werden darüber entscheiden, ob die Verordnung echte Veränderungen für die Tiere bewirkt. 

Die Rolle von VIER PFOTEN bei der 
EU-Verordnung 

Der gesetzliche Rahmen der EU-Verordnung spiegelt jahrelange Forschung, Lobbyarbeit und Kampagnenarbeit wider. VIER PFOTEN hat eine zentrale Rolle dabei gespielt: 

  • die Ausmaße des illegalen Handels aufzuzeigen
  • Rückverfolgbarkeit als zentrale Lösung zu etablieren
  • praktische Instrumente wie das VeriPet-Modell zu entwickeln
  • EU-weite Standards und deren Durchsetzung voranzutreiben

Das Ergebnis ist ein Gesetz, das erstmals die gesamte Handelskette abdeckt – von der Zucht bis zum Online-Verkauf. 

Wo weiterhin Risiken bestehen 

Die EU-Verordnung schafft eine solide Grundlage. Sie beendet den illegalen Handel jedoch nicht automatisch. Zentrale Herausforderungen bleiben bestehen: 

  • unterschiedliche Umsetzungsgrade in den Mitgliedstaaten 
  • begrenzte Durchsetzungskapazitäten
  • Lücken bei der Vernetzung der Datenbanken
  • Online-Plattformen, die die Anforderungen nicht vollständig umsetzen 

Illegale Händler:innen passen sich schnell an. Wenn das System in der Praxis nicht robust ist, werden sie Schwachstellen weiterhin ausnutzen. 

Der Weg in die Zukunft 

Die EU verfügt nun über einen Rechtsrahmen, der den Handel mit Hunden und Katzen in Europa grundlegend verändern kann. 

Die EU-Verordnung schafft die Voraussetzungen für: 

  • vollständige Rückverfolgbarkeit
  • größere Rechenschaftspflicht und Verantwortung
  • verbesserten Schutz von Tieren
  • deutliche Reduzierung des illegalen Handels

Doch dieser Wandel passiert nicht automatisch. 

Es braucht anhaltenden Druck, kontinuierliche Kontrolle und Maßnahmen, um sicherzustellen, dass das System wie beabsichtigt funktioniert – für jedes einzelne Tier.

Fakten lesen

Die Ergebnisse dieser Arbeit sind in unserem Bericht detailliert dargelegt (nur auf Englisch verfügbar!):

Billion Euro Industry

Billion Euro Industry

Why the EU must strengthen regulations to end the illegal puppy trade now

French bulldog puppies

Welpen in den sozialen Medien schützen


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