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Verantwortungsvoller Daunenkauf 

Wie aussagekräftig sind Gütesiegel für Federn und Daunen?

24.11.2021

Als Verbraucher möchten Sie selbstverständlich wissen, was hinter Ihrer Daunenjacke oder Daunendecke steckt: woher kommen die Daunen und wie haben die Tiere, von denen die Daunen stammen, gelebt? 

Mit der Daunenproduktion gehen viele Tierschutzprobleme einher. Zwei der grausamsten Praktiken sind Lebendrupf und Stopfmast. Darüber hinaus kommen Daunen häufig von Tieren aus der Intensivtierhaltung– weit entfernt von einer artgerechten Haltung mit Wasserzugang und Auslauf. 

Daher: Wer auf Nummer sicher gehen und Tierqual verlässlich ausschließen möchte, sollte auf tierfreie Alternativen zurückgreifen. Auf dem Markt gibt es bereits viele etablierte, 100 % tierleidfreie Daunenalternativen – sehen Sie mehr dazu in unserem Einkaufsratgeber. 

Wer dennoch nicht auf Daunen verzichten möchte, sollte zumindest darauf achten, dass sie mit einem verlässlichen Siegel ausgezeichnet sind. Auf dem Markt gibt es diverse Gütesiegel und Labels für Daunen – doch nicht alle sind wirklich aussagekräftig.  

Entscheidend für die Qualität eines Gütesiegels ist das Rückverfolgbarkeitssystem, mit dem es arbeitet. Ein gutes Rückverfolgbarkeitssystem muss Kontrollen entlang der gesamten Lieferkette beinhalten. Im besten Fall starten die Kontrollen am Elterntierbetrieb und enden beim fertigen Produkt. Gute Systeme zeichnen sich durch möglichst viele, alljährliche Kontrollen in Betrieben, die zum größten Teil unangekündigt sind, aus. Die Haltung von lebend gerupften oder gestopften Tieren sollte auf einer zertifizierten Farm streng verboten sein (auch wenn nicht alle Tiere zertifiziert sind). Strenge Kontrollen in Schlachthäusern und Daunenwaschanlagen müssen sicherstellen, dass es zu keiner Vermischung von zertifizierter Daune mit Daunen von gestopften oder gerupften Tieren kommt. 

Nur zwei Labels schließen Stopfmast und Lebendrupf sicher aus und bieten eine vollständige Rückverfolgbarkeit der Lieferkette: der Responsible Down Standard (RDS) und der Downpass 2017. Da jedoch auch diese Siegel viele weitere Tierschutzprobleme in der Daunenproduktion noch nicht ausschließen, müssen sie kontinuierlich weiterentwickelt und verbessert werden. 

Responsible Down Standard (RDS)

Der Responsible Down Standard (RDS) schließt Lebendrupf und Stopfmast komplett aus und bietet eine vollständige Rückverfolgbarkeit der Lieferkette. Die Prüfungen des RDS finden jährlich und zum Teil unangekündigt statt. Jede Daunen-Charge wird zertifiziert. Auch auf Elternbetrieben (das sind Betriebe, in denen die Tiere leben, die für die Nachzucht verwendet werden) ist Lebendrupf mittlerweile verboten. Zudem können auch bei den Waschanlagen, Lagern und Verarbeitern Kontrollen stattfinden, um eine Rückverfolgbarkeit bis zum Endprodukt garantieren zu können.

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