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Fleischkonsum und Welthunger

Je mehr Fleisch wir essen, desto weniger Menschen können wir ernähren

Weltweit leiden über 802 Millionen Menschen unter den Folgen des Hungers. Und das, obwohl es genügend Nahrung für jeden Menschen auf dieser Erde gäbe. Wenn also theoretisch ausreichend Lebensmittel für jeden Menschen vorhanden sind – warum leiden dann immer noch so viele Menschen auf der ganzen Welt unter Hunger? 

Einer der zentralen Gründe dafür liegt in der Herstellung von tierischen Lebensmitteln wie Fleisch, Milchprodukten und Eiern. Obwohl es genügend pflanzliche Nahrungsmittel gäbe, um alle Menschen dieser Erde zu ernähren, werden die meisten der angebauten pflanzlichen Nahrungsmittel nicht als Nahrungsquelle für hungernde Menschen verwendet – sondern als Futter für Nutztiere wie Mastrinder, Milchkühe oder Schweine. Und das sogar in Drittweltländern.

Um Fleisch und andere tierische Erzeugnisse wie Milch, Käse und Eier herzustellen, benötigen die sogenannten Nutztiere Futter wie Weizen, Mais, Soja und Gerste. Die Futterproduktion ist aber nicht der einzige problematische Aspekt in Bezug auf die Nutztierhaltung. Sie benötigt enorme zusätzliche Land-, Wasser- und Energieressourcen. Zudem ist noch Energie erforderlich, um die Tiere am Ende ihrer Lebenszeit zum Schlachthof zu transportieren und ihre Körper zu verarbeiten. Wer also ein Rinder-Steak verspeist, verbraucht schätzungsweise 160 Mal mehr Land-, Wasser- und Brennstoffressourcen, als jemand, der eine vegetarische Speise wählt.

Weltweit wird ein Drittel (36%) der agrarischen Nutzflächen für die Produktion von Tierfutter verwendet |© iStock fotoVoyager

Weltweit wird ein Drittel (36%) der agrarischen Nutzflächen für die Produktion von Tierfutter verwendet

Getreide- und Futtermittelherstellung

Für jedes Kilogramm an Futtermittel, das an Tiere verfüttert wird, steht nur ein Bruchteil der Kalorien in Form von Fleisch für den menschlichen Verzehr zur Verfügung. Das bedeutet, dass Nutztiere zwischen 5 und 10 Kilogramm Getreide fressen, um im Endeffekt nur 500 Gramm Fleisch zu produzieren. Von dieser Menge Getreide könnten 20 Mal so viele Menschen ernährt werden. Das anhaltende Wachstum der Fleischproduktion verschlingt tausende Tonnen von Getreide, das den Armen dieser Welt damit nicht mehr zur Verfügung steht.

Fütterung mit Kraftfuttermischung ist nicht die Lösung

Die Zeit ist reif, zu hinterfragen, in welche Richtung sich die konventionelle Nutztierhaltung entwickeln soll. Es muss dringend in Lösungen investiert werden, die unsere Gesellschaft ernähren und die wirtschaftlich lebensfähig, umweltfreundlich und respektvoll im Sinne des Tierwohls sind.

Dabei kann jeder seinen Teil zur Verbesserung der Gesamtsituation beitragen. Was esse ich heute? Diese Entscheidung sollte wieder vermehrt ganz bewusst gefällt werden. Durch die Wahl von pflanzlichen Alternativen kann der Fleischkonsum in kleinen Schritten reduziert werden. So kann jeder Einzelne seinen biologischen Fußabdruck verringern und auf eine positive und ethische Weise dazu beitragen, dem Planeten, den Menschen und den Tieren zu helfen.

VIER PFOTEN empfiehlt dazu das Prinzip der 3R. Mehr dazu lesen Sie unter „Tierschutz und Ernährung“.

Kochen mit Frischgemüse | © Fotolia StockPhotoPro

Kochen mit Frischgemüse