Suche

Spenden Patenschaft

die 3R: Reduce, refine, Replace

Was hat meine Ernährung mit Tierschutz zu tun?

Hinweis: Bei Ansicht dieses Videos eventuell auftauchende Werbeeinblendungen stehen in keinem Zusammenhang mit VIER PFOTEN. Wir übernehmen für diese Inhalte keinerlei Haftung.

In Deutschland leben rund 790 Millionen sogenannte «Nutztiere». Unsere Essgewohnheiten entscheiden darüber, wie diese Tiere leben. Die meisten von ihnen werden ökonomisch möglichst effizient gehalten, mit negativen Folgen fürs Tierwohl: auf engem Raum, meist ohne Auslauf, ohne dass sie ihre natürlichen Verhaltensweisen ausleben dürfen oder ihre grundlegenden Bedürfnisse befriedigt werden.

Täglich eröffnen sich neue Tierschutzprobleme- und Vergehen, welche die Haltung, Zucht, Transport und die Schlachtung betreffen. Durch unsere eigene Ernährung können wir ein Zeichen zu setzen und den Nutztieren zu besseren Lebensumständen verhelfen: Auf den folgenden Seiten haben wir für Sie alle wichtigen Infos rund um eine tierfreundliche Ernährung im Alltag zusammengestellt. Viel Spass beim Lesen!

Die 3Rs

Ihr Menüplan hat ganz direkte Auswirkungen auf das Leben von Nutztieren. Im Rahmen einer tierfreundlichen Ernährung empfiehlt VIER PFOTEN das Prinzip der 3R. Die Abkürzung steht für

  • Reduce: Reduzieren Sie langsam die Menge an Fleisch, Fisch, Eiern und Milchprodukten auf Ihrem Menüplan. Achten Sie ausserdem darauf, welche Ihrer Lieblingsnahrungsmittel tierische Produkte enthalten: Oft verstecken sich Käfigeier in Fertigprodukten oder Gelatine in Desserts und Süssigkeiten.
  • Refine: Informieren Sie sich über die Bedeutung von Labels und Zutaten. Je mehr Sie über das Produkt wissen, woraus es besteht und woher es kommt, umso einfacher ist es für Sie, tierfreundliche Entscheidungen beim Einkaufen zu treffen.
  • Replace: Es ist in den letzten Jahren immer einfacher geworden, Fleisch, Eier oder Milchprodukte durch leckere und gesunde Alternativen zu ersetzen.

Reduce: Reduzieren Sie tierische Produkte.

Refine: Wenn Sie Tierprodukte kaufen, achten Sie auf tierfreundliche Landwirtschaft
(z.B. Produkte aus Freilandhaltung oder Produkte mit einem Tierschutz-Label).

Replace: Ersetzen Sie tierische Lebensmittel durch pflanzliche Alternativen.

und ist ein praktischer Leitfaden für den Alltag. Indem man sich bei jedem Kauf von Lebensmitteln die «3Rs» ins Gedächtnis ruft, kann man auf einfachste Weise ganz viel für das Wohl von Huhn, Schwein, Kuh und Co. erreichen.

So geht's:

Reduce: Reduzieren Sie die Menge an Fleisch, Fisch, Eiern und Milchprodukten in Ihrem Menüplan. Dafür gibt es zwei Optionen: 

1. Planen Sie häufiger vegetarische oder pflanzliche Mahlzeiten ein

2. Reduzieren Sie die Menge Fleisch, Käse, Eier und Co. pro Mahlzeit

Die beiden Varianten schliessen sich natürlich nicht aus und sind gemeinsam angewandt am effektivsten für den Tierschutz.

So funktionier's im Alltag

Beispiel 1: Ich liebe Spaghetti Bolognese und möchte nicht darauf verzichten

  • Wenn ich gewöhnlich einmal pro Woche Spaghetti Bolognese esse, versuche ich dieses Gericht nur noch jede zweite Woche zu konsumieren.
  • Somit haben Sie erfolgreich die Häufigkeit ihres Fleischkonsums reduziert!

Beispiel 2: Ich möchte ein Menü mit Pouletgeschnetzelten kochen und müsste gemäss Rezept 500g Pouletfleisch haben.

  • Kann ich das gleiche Rezept mit nur 250g Pouletgeschnetzeltem kochen? Somit kaufe ich weniger Fleisch, dafür füge ich dem Geschnetzelten noch Pilze oder Pepperoniwürfeli hinzu.
  • Somit haben Sie die Fleischmenge pro Menü erfolgreich reduziert!

Refine: Immer wenn Sie tierische Produkte kaufen, wählen Sie die tierfreundlichste Variante: Wählen Sie stets Produkte aus Biohaltung, Produkte mit einem Freiland- oder Tierschutzlabel. 

Die allermeisten Produkte gibt es bereits auch mit Bio- oder Freilandlabel. Informieren Sie sich über die Bedeutung von Labels (z.B. unter www.labelinfo.ch) und über die darin berücksichtigten Tierwohlkriterien. Besondere Vorsicht ist bei Fertigprodukten und Convenience Food (z.B. Saucen aller Art, Dessertcrèmes, Guetslis, Teigwaren und auch bei der Gemüsemischung aus dem Gefrierfach!) geboten. 

Hier werden nämlich besonders oft billige tierische Zutaten verwendet, wie etwa Eier aus Käfighaltung oder Bodenhaltung. Mit dem Grundsatz «Refine» möchten wir Ihnen aber auch ans Herz legen, dass Sie niemals zum billigsten Fleisch, Käse oder Ei greifen sollten. Denn Dumpingpreise gehen immer auf Kosten des Tierwohls. Indem Sie aber neben «Refine» den Grundsatz «Reduce» beachten, werden Sie keine Mehrkosten haben, da Sie ganz einfach weniger tierische Produkte erwerben werden.

So funktioniert's im Alltag:

Beispiel 1: Als Vegetarier liebe ich den Tomaten-Mozzarella Salat im Sommer und esse ihn ziemlich oft.

  • Im Lebensmittelgeschäft versuche ich mir Gedanken zu machen woher die Milch für meinen Mozzarella kommt. Ich greife daher stets zu dem Mozzarella aus Bio-Produktion oder vergleichbaren Labels.
  • Somit habe ich erfolgreich die Tierwohlqualität der verwendeten tierischen Produkte verbessert!

Beispiel 2: Für die Geburtstagsparty von Freunden habe ich angekündigt, Schickengipfeli zu backen.

  • Beim Einkauf wähle ich Schinken aus möglichst tierfreundlicher Haltung, d. h. ein Bio-Produkt oder Schinken mit einem anderen Freiland- oder Tierschutzlabel. Ich verwende keinen Billig-Schinken aus der industriellen Tierhaltung. Für den Teig wähle ich selbstverständlich Eier aus Freiland- oder Biohaltung statt der Eier aus Bodenhaltung oder gar Käfighaltung.
  • Somit habe ich erfolgreich die Tierwohlqualität der verwendeten tierischen Produkte verbessert!

Replace: Es ist in den letzten Jahren immer einfacher geworden, Fleisch, Eier oder Milchprodukte durch «gluschtige» und gesunde Alternativen zu ersetzen. Das Angebot vergrössert sich rasant und sicher ist auch etwas für Sie dabei. Hier gilt: Probieren geht über Studieren

So funktionier's im Alltag

Beispiel 1: Lust auf Hackbällchen oder Chicken Nuggets?

  • Es gibt im Detailhandel mittlerweile meist ein Regal voll mit verschiedensten Vegi-Ersatzprodukten. Ich greife zu und versuche verschiedene Ersatzprodukte. Falls Sie lieber selbst kochen möchten, finden sich im Internet eine Fülle an Rezepten.

Beispiel 2: Ich möchte Hot Dogs für die ganze Familie machen.

  • Ich greife ganz einfach zu den pflanzlichen Würstli statt zu dem «traditionellen» Wienerli aus Fleisch. In den allermeisten Filialen der grossen Lebensmittelgeschäfte sind die Vegi-Würstli immer erhältlich.
  • Somit haben Sie eine Mahlzeit, welche traditionell Fleisch erhält, ohne Probleme und Geschmackseinbussen komplett tierleidfrei gemacht!

Beispiel 3: Sie wollen einen Kuchen backen?

  • Bei vielen Kuchen-Rezepten wird Ei als Bindemittel verwendet. Man kann bei vielen solchen Rezepten statt einem Ei eine halbe, reife Banane als Bindemittel verwenden.
  • Somit können Sie bei vielen Mahlzeiten ganz komplett auf tierische Zutaten verzichten. Dies war noch nie so einfach wie heute.
  • Tipp: Achten Sie auch bei Vegi-Ersatzprodukten darauf, dass keine der Zutaten aus tierquälerischen Bedingungen stammen, z.B. ist häufig Ei erhalten.

Versuchen Sie jeweils direkt beim Einkauf, aber auch wenn Sie auswärts essen, die «3Rs» so oft wie möglich zu beachten. Sie werden sehen, es ist ganz einfach und eine höchst effiziente Weise, seine eigene Ernährung schrittweise tierfreundlicher zu gestalten.