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CLEAN Meat

Echtes Fleisch, für das kein Tier sterben muss – gehört dem Kunstfleisch die Zukunft?

Es klingt wie eine Science-Fiction-Geschichte, könnte aber schon bald auf unseren Tellern landen. Die Rede ist von „Clean Meat“, auch bekannt als Kunstfleisch, Kultiviertes oder In-Vitro Fleisch. Fleisch also, das Wissenschaftler im Bioreagenzglas „herstellen“, ohne dass dafür ein Tier sterben muss. Der erste im Labor hergestellte Burger wurde 2013 medienwirksam vorgestellt, gekocht und probiert – doch schon bald soll Clean Meat den Lebensmittelmarkt umkrempeln.

Doch kann das Fleisch die konventionelle Nutztierhaltung tatsächlich ablösen und das milliardenfache Leiden der Tiere beenden? Wir von VIER PFOTEN verfolgen das Thema Clean Meat und wissen aus verschiedenen Publikationen bisher Folgendes:

Konventionelle Tierprodukte verbrauchen innerhalb eines Jahres 56 Milliarden Tierleben, 70 Prozent der weltweiten Wassernutzung, 40 Prozent der Landnutzung und 15 Prozent der weltweiten Treibhausgasemission. Clean Meat könnte künftig dazu beitragen, diese limitierten Ressourcen zu sichern und Milliarden von Tieren vor unwürdigen Haltungsbedingungen und möglicher Schlachtung zu bewahren. VIER PFOTEN ist von diesem Ansatz überzeugt.

Heute ist es zwar noch sehr teuer, gezüchtetes Fleisch herzustellen, aber je mehr Clean Meat hergestellt wird, desto günstiger kann es produziert werden. Es ist wahrscheinlich, dass Clean Meat in wenigen Jahren in die Restaurants und in die Supermärte kommt.

Im Moment können wir nicht genau vorhersagen, welche direkten Konsequenzen sich für Nutztiere und ihr Wohlergehen ergeben werden. Aus Tierschutzsicht sind wir aber optimistisch, dass Clean Meat viele positive Veränderungen für die Nutztiere mit sich bringen wird.

Details zu Clean Meat: Interview mit Dr. Mark Post

Für jedes Kilogramm an Futtermittel, das an Tiere verfüttert wird, steht nur ein Bruchteil der Kalorien in Form von Fleisch für den menschlichen Verzehr zur Verfügung. Das bedeutet, dass Nutztiere zwischen 5 und 10 Kilogramm Getreide fressen, um im Endeffekt nur 500 Gramm Fleisch zu produzieren. Von dieser Menge Getreide könnten 20 Mal so viele Menschen ernährt werden. Das anhaltende Wachstum der Fleischproduktion verschlingt tausende Tonnen von Getreide, das den Armen dieser Welt damit nicht mehr zur Verfügung steht.

Die meisten tierischen Lebensmittel, die wir im Supermarkt kaufen, stammen von Tieren aus der konventionellen Landwirtschaft. Die ist darauf ausgelegt, in kurzer Zeit möglichst viel zu produzieren: viel Fleisch, viele Eier, viel Milch. Die Tiere stehen dabei nicht an erster Stelle und können ihre natürlichen Bedürfnisse wenig bis gar nicht ausleben. 

Viele Menschen möchten das Leid der sogenannten Nutztiere nicht unterstützen. Aber was können sie tun? Die gute Nachricht ist: Jeder kann darauf Einfluss nehmen, wie Tiere in unserer Gesellschaft leben. Achten Sie einfach darauf, was Sie einkaufen!

Herstellung von Clean Meat

Clean Meat findet seinen Ursprung in den Muskelstammzellen, die den Tieren (zum Beispiel Rinder oder Schweine) entnommen werden, anstatt sie zu schlachten. Der Prozess ist komplex, aber einfach zu verstehen: Muskelzellen können sich vermehren. Nach der Entnahme der Zellen werden sie mit Hilfe eines Nährmediums in einer Petrischale kultiviert – sie vermehren sich und wachsen. Die Zellen verbinden sich von allein miteinander und bilden kleine Muskelstränge. Die entstandene Fleischmasse kann in jede erdenkliche Form gepresst werden – beispielsweise in eine Burgerboulette, Würstchen oder Nuggets. Das Ergebnis ist 100 Prozent echtes Fleisch. Noch zu Beginn der Entwicklung von Clean Meat wurde für die Produktion ein tierisches Wachstumsserum (sogenanntfötales Kälberserum) verwendet. Heute arbeiten die meisten Startups jedoch mit einem pflanzlichen Serum, was die nachhaltigste und tierfreundlichste Alternative ist.

VIER PFOTEN empfiehlt das 3R-Prinzip:

Reduce – reduzieren Sie den Verzehr von tierischen Produkten.
Refine – konsumieren Sie Lebensmittel mit höheren Tierschutzstandards.
Replace – ersetzen Sie tierische Produkte durch pflanzliche Alternativen.
 
Damit helfen Sie als Verbraucher aktiv mit und setzen ein positives Zeichen! Vielen Dank für Ihre Unterstützung.