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Bärin Kvitka muss nie wieder kämpfen

27.2.2019

Die ukrainische Kampfbärin Kvitka wurde aus einer Jagdstation gerettet

Ob in Kvitkas Träumen die Hunde immer noch bellen? Jahrelang begleitete ihr Kläffen und Jaulen das Leben der Braunbärin. Ihr winziger Käfig stand in Hörweite der Hundezwinger. So wurde sie ständig an die schier endlosen Stunden erinnert, in denen sich die Hunde mit gefletschten Zähnen auf sie stürzten, sie erbarmungslos hetzten und sich in sie verbissen, immer wieder, bis zur totalen Erschöpfung. Ihre Peiniger ständig zu hören, muss die Bärin in permanenter Angst gehalten haben.

Neuanfang

Bis zu Kvitkas persönlichem Happy End dauerte es zwei Jahre. Es kostete VIER PFOTEN viel Hartnäckigkeit, bis der Eigentümer zustimmte, die Bärin gehen zu lassen. Dann musste alles sehr schnell gehen: Womöglich hätte es sich der Eigentümer sonst doch noch anders überlegt.

Am 27. Juni 2018 wurde Kvitka schließlich von der Jagdstation in Terebovlya in den BÄRENWALD Domazhyr in der Nähe von Lviv gebracht. Hier hat Kvitka ein neues Leben begonnen. Zum ersten Mal kann sie sich nach Lust und Laune im Grünen bewegen, nach Bärenart klettern, baden oder sich mit verschiedenen Beschäftigungsmaterialien auseinandersetzen. 

Kvitkas Leidensweg ist nun endlich zu Ende und sie kann ein friedliches Leben in unserem artgerechten BÄRENWALD Domazhyr führen.

Hinweis: Bei Ansicht dieses Videos eventuell auftauchende Werbeeinblendungen stehen in keinem Zusammenhang mit VIER PFOTEN. Wir übernehmen für diese Inhalte keinerlei Haftung.

Kurz nach ihrer Rettung sieht man Kvitka noch an, wie sehr sie auf  der ukrainischen Jagdstation gelitten hat. Bei ihrer Ankunft im BÄRENWALD Domazhyr war die Bärin abgemagert und hatte kaum Muskelmasse. Kvitka fühlt sich in der neuen Umgebung aber offenkundig sehr wohl. Aber niemand weiß, wie schnell ihre seelischen Wunden vernarben.


"Wir waren überwältigt zu sehen, wie mutig und neugierig sie vom ersten Moment an ihr neues Zuhause erkundet!”

Magdalena Scherk-Trettin, Mitglied des Rettungsteams von VIER PFOTEN

Der Schock nach der Rettung

Leider zeigte die kurze Untersuchung vor dem Transport deutlich den schlechten Gesundheitszustand der Bärin. Sie war abgemagert und besaß kaum Muskelmasse: eine Folge des Futtermangels und des Lebens in einem mit 4 Quadratmeter winzigen Käfig, der ihr keinerlei Bewegungsfreiheit bot.

Doch was Tierarzt Marc Gölkel vom Leibniz-Institut für Zoo und Wildtierforschung (IZW) in Berlin am meisten erschreckte, war der Zustand ihrer Zähne. Jahrelanges Beißen an den Gitterstäben und die schlechte Ernährung hatten deutliche Spuren hinterlassen. Ein Zahn war bis hinunter zum Nerv gespalten, und es hatte sich eine eitrige Entzündung gebildet – unvorstellbar, welche Schmerzen Kvitka auszustehen hatte!

Nach der Ankunft in Domazhyr nahm Tierarzt Gölkel daher sofort eine Notoperation vor und zog ihr den Zahn. Zum Glück überstand sie den Eingriff besser als erwartet. Unter der Pflege und Fürsorge des BÄRENWALD-Teams erholte sie sich so gut, dass sie gleich am nächsten Tag in das Eingewöhnungsgehege gelassen werden konnte.

Hier darf Kvitka in der nächsten Zeit in Ruhe lernen, ihren natürlichen Instinkten nachzugehen und ganz einfach ein Bärenleben zu führen. Und was könnte passender sein? Schließlich bedeutet der Name der tapferen kleinen Bärin „Blume“, und die darf jetzt aufblühen – weit weg von Hundegebell. 

BÄRENWALD Domazhyr - ein Tierschutzprojekt von VIER PFOTEN

VIER PFOTEN errichtete 2016 in der Nähe der Ukrainischen Stadt Lviv (Lemberg) ein Bärenschutzzentrum. Es umfasst derzeit 7,7 Hektar und bietet ein artgerechtes Zuhause für Bären aus schlechter Haltung. In den kommenden Jahren wird der BÄRENWALD um weitere Gehege erweitert werden und kann dann bis zu 30 Bären ein behütetes Zuhause bieten. Da die ukrainische Regierung auf Initiative von VIER PFOTEN im Jahr 2015 Hundekämpfe mit Bären und Wölfen verboten hat, unterstützt VIER PFOTEN sie in ihrem Vorhaben, diese grausame Praxis zu beenden. Beschlagnahmte und/oder gerettete Bären finden in dem BÄRENWALD Domazhyl eine artgerechte Unterbringung und ein naturnahes Umfeld, indem sie sich von den Strapazen ihres bisherigen Lebens erholen können.

Unterstützen Sie Kvitka

Ihr Gesundheitszustand ist bisher stabil, aber ihr Leben hinter Gittern hat Spuren hinterlassen

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