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Tipps: tierfreundlicher Urlaub

29.10.2017

Selfies mit angeketteten Bären, Elefanten reiten oder Schildkrötenpanzer kaufen?

Andere Länder, andere Sitten – das ist ja auch das Schöne am Urlaub. Allerdings sollten Sie beachten, dass Tierschutzstandards im Ausland selten auf so hohem Niveau wie bei uns sind. Was Touristen auf den ersten Blick als reizvolle Urlaubsattraktion oder als kulinarische Delikatesse erscheint, ist für die betroffenen Tiere oft mit Qualen verbunden.

VIER PFOTEN gibt Tipps, wie man auch im Ausland Tieren gegenüber respektvoll bleibt und den Urlaub tierfreundlich gestalten kann.

Tierschutz und Tourismus: Tierleid im Urlaub

Elefanten reiten in Thailand, Stierkämpfe in Spanien oder Löwen streicheln in Südafrika: Von vielen im Urlaub angebotenen Touristenattraktionen sollten Urlauber die Finger lassen, denn meist steckt Tierquälerei dahinter. Ein Klassiker unter den Touristen-Attraktionen, besonders in exotischen Ländern, sind Elefanten-, Pony-, Esel- und Kamelritte. Oftmals werden die Tiere nicht artgemäß gehalten und sind zum Beispiel den ganzen Tag über großer Hitze ausgesetzt, ohne mit frischem Wasser versorgt zu werden. Elefanten werden schon als Jungtiere brutal misshandelt, um sie gefügig zu machen. Beim direkten Kontakt mit Elefanten besteht zudem ein enormes Sicherheitsrisiko, wie zahlreiche Unfälle belegen.

Auch viele Shows und Veranstaltungen mit Tieren bedeuten unermessliches Leid. Ob es die traditionellen Stierkämpfe in Spanien und Portugal oder grausame Hunde-, Bären- oder Hahnenkämpfe sind: Ihnen ist gemeinsam, dass Tiere dafür gequält werden. Bei Stierkämpfen etwa werden Tiere schon vor dem Spektakel bewusst gereizt. Die eingesetzten Methoden reichen von Schlägen gegen die Nieren, über das Bohren von Nadeln in die Geschlechtsteile, bis hin zur Verabreichung von orientierungslos machenden Medikamenten. Während des Kampfes wird der Stier oft mit Lanzen in die Seite gestochen. Höhepunkt der grausamen Prozedur ist der Tod des Tieren, das meistens nach der Erteilung des „Gnadenstoßes“ an seinem eigenen Blut erstickt.

Neben diesen vermeintlichen Touristenattraktionen gibt es auch viele Souvenirs, von denen Tierfreunde die Finger lassen sollten. In vielen Geschäften werden Gegenstände aus Elfenbein, Schildkrötenpanzer, Lederprodukte aus Häuten exotischer Tiere oder Korallen angeboten. Mit dem Kauf tragen Sie zur Ausrottung geschützter Arten bei. Die Einfuhr von Souvenirs, die von bedrohten Arten stammen, ist nach dem Washingtoner Artenschutz-Abkommen nicht erlaubt und wird mit Geldbußen und Freiheitsstrafen geahndet.

WORAUF SIE ACHTEN SOLLTEN:

  • Unseriöse Anbieter meiden: In seriösen Auffangstationen sollte das Wohl der geretteten Tiere oberste Priorität haben. Gesunde Tiere sollten möglichst nur minimalen Kontakt zu Tierpflegern und gar keinen Kontakt zu Besuchern haben und – wenn möglich – wieder ausgewildert werden. Der Anbieter sollte weder Tiere vorführen noch züchten. Lassen Sie sich also von wohlklingelnden Namen von Tierparks im Urlaub nicht täuschen, sondern schauen Sie genau hin.
  • Touristen-Attraktionen mit Tieren meiden: Von Angeboten wie zum Beispiel Elefanten- und Kamelreiten, Schwimmen mit Delfinen, Streicheln oder Füttern von Wild tieren sollten Sie Abstand nehmen. Die direkte Interaktion mit dem Publikum dient nicht dem Wohl der Tiere, sondern soll Besucher anlocken.
  • Keine Tiershows besuchen: Auch wenn Tiershows Sie neugierig machen – bitte besuchen Sie diese Angebote nicht. Dort müssen Wildtiere oft unnatürliche Darbietungen zeigen. Bei der Dressur setzt man häufig auf Bestrafung. In diesen Shows werden Tiere zu reinen Unterhaltungsobjekten degradiert. Meiden Sie auch Sport- und Wettkämpfe mit Tieren, wie Stier- und Hahnenkämpfe oder Pferde- oder Hunderennen.
  • Keine Fotos oder Selfies mit Tieren: Viele Touristen machen gern Fotos mit Wildtieren, sehr beliebt sind vor allem Tierbabys. Hier handelt es sich um reine Geschäftemacherei auf Kosten der Tiere, die meist zu früh von ihren Müttern getrennt, inakzeptabel gehalten werden und oft aus freier Wildbahn stammen.
  • Achtung bei Souvenirs und Speisen: In vielen Geschäften und auf Märkten werden Gegenstände aus Elfenbein, Schildkrötenpanzer, Lederprodukte aus Häuten exotischer Tiere oder Korallen angeboten. Die Einfuhr solcher Souvenirs, die von bedrohten Arten stammen, ist verboten. Meiden Sie auch lokale Speisen, die Fleisch aus undurchsichtiger Herkunft oder von Exoten beinhalten.
  • Tiere nicht füttern: Was vor allem in südlichen Ländern dem Urlauber sofort ins Auge springt, ist die große Anzahl an streunenden Tieren. Als Tierliebhaber lässt man sich leicht dazu verleiten, diese Tiere zu füttern. Diese gut gemeinte Tat führt zu dem Problem, dass sich die Streuner sehr rasch an die neue Nahrungsquelle gewöhnen, diese dann nach der Urlaubssaison aber wieder versiegt. Aus Tierschutzsicht ist Füttern auch deshalb kritisch, weil sich die Tiere dadurch noch schneller vermehren. Viel sinnvoller ist es daher, einen lokalen Tierschutzverein direkt am Urlaubsort mit einer Spende zu unterstützen und sie auf verletzte oder unterernährte Tiere aufmerksam zu machen.

Besuchen Sie Nationalparks oder Tierschutzzentren

Es ist verständlich, dass sich gerade Tierfreunde auch im Urlaub Kontakt zu Tieren suchen. VIER PFOTEN rät dazu, Nationalparks oder Schutzzentren zu besuchen. Tierschutz, Nachhaltigkeit und Regionalität werden zum Beispiel im BÄRENWALD Arbesbach oder im BÄRENWALD Müritz vereint. Unter hohen Haltungsstandards erhalten Bären aus ehemals schlechter Haltung eine zweite Chance und einen artgemäßen Lebensraum.

Wussten Sie, dass...

...es in vielen Urlaubsländern nur sehr geringe Tierschutzstandards gibt?

...in Südafrika Zuchtlöwen mit hoher Wahrscheinlichkeit in der Trophäenjagd enden oder für ihre Knochen getötet
werden, nachdem sie vorher als Jungtiere auf Streichelfarmen als Touristenattraktion missbraucht wurden?

...die meisten Tiere in der Tourismusbranche unter miserablen Haltungsbedingungen leiden?

...es nicht nur Tanzbären, sondern auch Selfie- und Restaurantbären gibt?