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Die Sprache der Katze

Sprache der Katze

Ratgeber für Katzenhalter: Mehr als Miauen – wie Katzen mit uns kommunizieren

5.11.2021

Katzen haben viele Formen der Kommunikation entwickelt und verfügen über ein breites Spektrum an Körperbewegungen und Lauten, um ihre Bedürfnisse und Äußerungen anderen mitzuteilen. Wie gut können Sie Ihre Katze verstehen?

Körpersprache: Optische Kommunikation

Die Katze lernt im Zusammenleben mit dem Menschen sehr schnell aus seiner Körpersprache, dem Klang seiner Stimme und seinem Blickkontakt die momentane Stimmung abzulesen. Sie hat ein sehr gutes Gespür für Emotionen wie Nervosität, Angst, Zuneigung oder Freude.

Auch die Katze bedient sich dieser Kommunikationsformen; bei bewusster Beobachtung ihres Verhaltens ist eine gegenseitige Verständigung sehr gut möglich. Um die Körpersprache der Katze richtig deuten zu können, ist es wichtig, auch sehr subtile Veränderungen ihrer Haltung wahrzunehmen. 

Die Körpersprache einer Katze ist meist sehr unscheinbar. Nur in ausgereiften Stimmungszuständen können eindeutige körperliche Signale beobachtet werden. Umso wichtiger ist es, sich in Beobachtung zu schulen und immer subtilere Anzeichen zu erkennen.

Der Schwanz: Übermittler von Botschaften

Gerade der Schwanz dient der Katze als Balancierstange in emotionalen Konfliktsituationen. Es ist nicht ganz einfach, aus der Haltung und Bewegung des Schwanzes einen eindeutigen Stimmungszustand abzulesen:

  • Aufrechter Schwanz: Ist meist ein Zeichen der erfreuten Begrüßung. Junge Katzen begrüßen so ihre Mutter. Er kann aber auch in dieser Haltung größte Wut und Kampfbereitschaft ausdrücken. 
  • Wedelnder Schwanz: Zeigt Aufregung an. Diese kann sowohl positiv als auch negativ sein. Auch ein Gefühlskonflikt kann dieses Peitschen hervorrufen. 
  • Zuckende Schwanzspitze bei sonst entspannten Schwanz: Zeigt eine geringe Erregung an. 
  • Peitschen: Ist die Katze aggressiv, so peitscht ihr Schwanz von einer Seite zur anderen. 
  • Aufgeplusterter Schwanz: Zeigt starke Furcht an, meist zieht die Katze den Schwanz zusätzlich zwischen die Hinterbeine.

Die Augen als Ausdrucksmittel

Auch der Grad der Öffnung der Augen kann viel über den Stimmungszustand der Katze aussagen.

Ganz offen sind die Augen der Katze, wenn 

  • sie wachsam ist, weil sie dem Umfeld bzw. den Anwesenden nicht völlig traut, also negativ erregt ist. 
  • sie positiv erregt ist. 
  • sie neugierig ist. 
  • sie jagdbereit ist. 
  • oder sie drohen möchte (Drohstarren).

Teils oder ganz geschlossen sind die Augen der Katze 

  • wenn sie entspannt ist (Tiefschlaf, kurzes Dösen); es übernehmen andere Sinne die Wache, und sie wird – wenn nötig – trotzdem blitzartig wach. 
  • als Mittel zur Beschwichtigung: Man kann bei der Konfrontation zweier Katzen beobachten, dass das schwächere Tier durch Schließen der Augen versucht, die Spannung zu mindern. Es will damit den starken Gegner, von dem es direkt angestarrt wird, beruhigen. 

Im Zusammenleben mit unserer Katze sollten wir darauf achten, sie nicht mit weit geöffneten Augen anzustarren, da sie sich dadurch bedroht fühlt. Schließt man hingegen immer wieder die Augen, vermittelt man ihr friedvolle Absichten. Auch sie wird blinzeln um den Frieden mit uns zu wahren. 

Die Weite der Pupille

Auch an der Pupillenform kann man Stimmungssignale ablesen. Dabei muss aber auch die Lichtintensität einbezogen werden, da sie für die Pupillengröße mit ausschlaggebend ist: bei geringem Lichteinfall weiten sich die Pupillen unabhängig von der Stimmung der Katze. 

Im Erregungszustand (positiv oder negativ) weiten sich ihre Pupillen – trotz genügend Helligkeit – zu großen Kreisen. Bei der Konfrontation zweier rivalisierender Katzen sind hingegen beim stärkeren Tier vertikale Sehschlitze zu beobachten. Da aber auch dieses Tier meist gemischte Gefühle (auch Angst) hat, ändert sich die Pupillengröße ständig um winzige Nuancen.

Die Ohren als Stimmungsbarometer

Die Stellung der Ohren sagt viel aus. Mehr als 30 Muskeln sind für die Stellung der Ohren verantwortlich. Zu einer Änderung der Ohrenstellung kommt es nicht nur, wenn die Katze Geräusche aus unterschiedlichen Richtungen wahrnimmt, sondern auch wenn sie einen Stimmungszustand signalisieren will.

  • Entspanntheit: Die Ohrenöffnungen schauen nach vorne und die Ohren sind leicht zur Seite gedreht, um Geräusche aus der Ferne wahrzunehmen. 
  • Aufmerksamkeit: Kommen Geräusche näher und erwecken sie die Aufmerksamkeit der Katze, so starrt sie das Objekt an und dreht die Ohren gespitzt in die Blickrichtung. 
  • Nervosität: Die Ohren zucken. Bei manchen Wildkatzen verstärken Haarbüschel an den Ohren diese Körpersprache. 
  • Abwehr bzw. Angst: Die Ohren werden flach nach hinten angelegt. Das dient auch zum Schutz vor den gefährlichen Krallenhieben des Rivalen. Im Zusammenleben mit der Katze sollte der Mensch besonders Rücksicht nehmen, wenn die Katze die Ohren zurückdreht und beginnt, sie anzulegen. Etwas bedroht sie und macht ihr Angst! 
  • Aggression, Angriff: Die Ohren sind zwar schon nach hinten gedreht, um sie bei Gefahr sofort anlegen zu können, doch hält sie sie noch aufrecht. Das soll ein sicheres Gehabe ausdrücken. Bei manchen Wildkatzenarten (z. B. beim Tiger) verstärkt sich die Ohrenstellung durch Zeichnungen auf der Hinterseite der Ohren.

In neutralen Situationen sind die Ohren in einer Mittelstellung, um rasch auf kleinste Veränderung in der Umwelt reagieren zu können.

Schnurrbarthaare

Am wichtigsten sind die Schnurrbarthaare der Katze für die Jagd im Dunkeln. Die Stellung der Schnurrbarthaare kann aber auch einiges über den Stimmungszustand der Katze verraten. Sie sind nach vorne gerichtet, wenn die Katze neugierig ist, etwas erforschen will oder vorsichtig etwas austestet. 

Nach hinten gelegt sind sie hingegen, wenn sie sich in einer Abwehrposition befindet oder die Berührung mit einem bedrohlichen Objekt vermeiden möchte. In Kampfbereitschaft sträuben sich die Schnurrhaare zu breiten Fächern.

Furcht und Sicherheit

Oft befindet sich die Katze in einer Wechselposition zwischen Mut und Vorsicht. Meistens ist es keine eindeutige Stimmung, in der die Katze ist, sondern eine Überlagerung von Droh- und Abwehrhaltung. Diese ambivalente Körperhaltung kann z.B. beobachtet werden, wenn sich eine Katze gegen einen Hund stellt (besonders dann wenn sie ihre Jungen verteidigt). Ihre Angriffsbereitschaft zeigen die steifen Beine und ihre Furcht der gekrümmte Rücken (Katzenbuckel).

  • Zeichen für Furcht: Fühlt sich die Katze in einer Situation verängstigt, will sie so schnell wie möglich fliehen. Sie duckt sich ganz klein zu Boden und legt die Ohren und den aufgeplusterten Schwanz ganz eng an den Körper. 
  • Zeichen für Sicherheit: Legt sich die Katze auf den Rücken und zeigt ihren Bauch, so kann dies als Vertrauensbeweis gewertet werden. Sie fühlt sich sicher und kann sich deshalb in eine verletzbare Position versetzen. (Das bedeutet aber nicht, dass sie sich deshalb gerne am Bauch berühren lässt. Sie wird dies vielleicht sogar mit Tatzenhieben bestrafen. Das sollte man unbedingt respektieren, um die Vertrauensbasis nicht zu schmälern!)

Laute: Akustische Kommunikation

Obwohl die Katze als nicht besonders gesellig gilt, verfügt sie über ein außerordentlich umfangreiches Lautrepertoire. Das kommt daher, dass die Hauskatze zwei verschiedene Vokabularien beherrscht. Anders als die Wildkatze, die die Kindersprache im Erwachsenenalter durch eine andere ersetzt, behält die (vom Menschen versorgte) Hauskatze die Sprache zwischen Katzenmutter und ihren Jungen auch im Erwachsenenalter bei. Durch den Umgang mit dem Menschen baut sie sie sogar beachtlich aus. Zusätzlich beherrscht die Hauskatze auch die Ausdrucksmöglichkeiten einer erwachsenen Katze.

  • Miauen: Im Zusammenleben der Katze mit uns Menschen ist ihr vorherrschender Laut ein Maunzen, um Aufmerksamkeit zu bekommen oder auf etwas zu lenken. Der Ursprung dafür ist das um Hilfe rufende Miauen eines Kätzchens nach seiner Mutter. 
  • Gurren: Ebenfalls aus dem Vokabular der Kinderstube stammt das Gurren, mit dem die Katzenmutter ihre Kinder ruft bzw. begrüßt. Auch der vertraute Mensch wird von seiner Katze mit diesem Laut begrüßt oder aufgemuntert, ihr zu folgen, um mit ihr zu spielen oder ähnliches. 
  • Schnurren: Das Schnurren der Katze wird leider sehr oft missverstanden. Es bedeutet nicht immer, dass sie glücklich und zufrieden ist, sondern soll vielmehr ihre friedlichen Absichten ausdrücken. Es kann auch sein, dass die Katze deshalb schnurrt, weil sie sich selbst (z.B. auf Grund von Schmerzen), ihre Jungen oder eine feindselige Katze beruhigen möchte. Natürlich schließt das Schnurren Zufriedenheit nicht aus, und fühlt sich die Katze wohl, so merkt das der ihr vertraute Mensch ohnehin aufgrund ihres restlichen Verhaltens. 
  • Fauchen und Spucken: Wahrscheinlich eine Art Nachahmung einer Schlange. Aus Forschungen geht hervor, dass viele Säugetiere eine angeborene Angst vor dem Biss einer Giftschlange haben, und dass eine in die Enge getriebene Katze daher versucht, den Angriff auf diese Weise abzuwehren. 
  • Keckern, Schnattern: Kann teilweise im Zusammenhang mit der Jagd vernommen werden.

Bei diversen Konfrontationen von Katzen mit Artgenossen oder anderen Tieren lässt sich noch eine Vielzahl anderer Laute vernehmen. Im Allgemeinen sind die Laute einer wilden Katze leiser, sie möchte damit ja weder Beute aufschrecken, noch gegenüber Feinden ihren sicheren Aufenthalt verraten.

Gerüche: Olfaktorische Kommunikation

Katzen markieren in regelmäßigen Abständen ihr Revier mit verschiedenen Gerüchen. Sowohl durch ihre Ausscheidungen als auch durch Duftdrüsen an verschiedenen Körperstellen (Wangen, Kinn, Lippen, Schwanzwurzel), Talgdrüsen am Haarbalg und Schweiß an den Pfoten hinterlassen Katzen in ihrem Umfeld unsichtbare Botschaften. Dazu kommen noch sichtbare Signale, etwa nicht zugescharrte Exkremente, die zusätzlich mit einer Flüssigkeit aus den Analdrüsen besprüht werden.

Berührungen: Taktile Kommunikation

Die Katze als vorwiegend nachtaktives Tier ist beim Erkunden ihrer Umwelt auch auf ihren hoch entwickelten Tastsinn angewiesen. Ihre Schnurrbarthaare sind mit Tastrezeptoren ausgestattet. Die Spanne der Schnurbarthaare ist in etwa gleich groß wie die breiteste Stelle des Katzenkörpers, sodass sie damit abschätzen kann, ob sie an einer engen Stelle durchpasst.

  • Tasten: Tastrezeptoren mit einer hohen Druckempfindlichkeit sitzen darüber hinaus am ganzen Körper verteilt. Sie reagieren auf Berührungen und geben der Katze Informationen über die Bodenbeschaffenheit. So auch diejenigen an der Nase, die unter anderem auch bei der Erkundung von einander schon bekannten Katzen zum Einsatz kommen. Da die Katze es gewohnt ist, ihre Bekannten mit einem Kopf-zu-Kopf-Kontakt (das bekannte „Köpfchen geben“) zu begrüßen, richten sich viele Katzen bei der Begrüßung des ihr vertrauten Menschen auf die Hinterbeine um näher zum Kopf zu kommen. 
  • Körperkontakt – Streicheln: Kätzchen genießen es, von ihrer Mutter sorgsam abgeleckt zu werden, denn die mütterliche Fürsorge bedeutet Schutz und Geborgenheit für sie. Die gegenseitige Fellpflege dient aber auch bei erwachsenen Katzen weniger einem hygienischen Zweck, sondern vielmehr zur Stärkung von sozialen Bindungen. Aus diesem Grund empfinden Katzen es auch im Zusammenleben mit uns Menschen als angenehm, von uns gestreichelt zu werden – auch wenn meist sie den Zeitpunkt dafür bestimmen wollen! Ein Zeichen, dass sie die Zuneigung genießen, ist das senkrecht nach oben Heben das Hinterteils und des Schwanzes; das junge Kätzchen fordert auf diese Art und Weise seine Mutter auf, sich um die Pflege seines Hinterteils zu kümmern.

Tritt aggressives Verhalten häufig oder plötzlich intensiv auf, sollten auch körperliche Ursachen wie Schmerzen oder Krankheiten als Auslöser abgeklärt werden!

Um eine Vertrauensbasis mit Katzen aufzubauen

ist es sehr wichtig, diese Körpersprache ernst zu nehmen und zu respektieren.

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