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Lettland verbietet Pelztierzucht

Verbot von Pelzfarmen in 15 EU-Ländern – Deutschland gehört nicht dazu

22.9.2022

Hamburg/Riga, Lettland,  22. September 2022 – Das lettische Parlament hat heute für ein vollständiges Verbot der Pelztierzucht gestimmt, das zum Jahr 2028 in Kraft treten soll. Lettland ist damit das 15. Land der Europäischen Union, das sich gegen Tierleid auf Pelztierfarmen stellt. 

Die Zahl der für Pelz gezüchteten Tiere in Lettland ist in den vergangenen Jahren bereits rapide gesunken: Seit 2017 hat sich die Zahl mehr als halbiert, von mehr als 600.000 auf aktuell weniger als 300.000 Tiere. Nun setzt das lettische Parlament einen finalen Schlussstrich. In etlichen EU-Staaten ist die Pelztierzucht aber weiterhin legal – darunter auch in Deutschland. Eine aktuell laufende Europäische Bürger:innen-Initiative (EBI), für die sich die globale Tierschutzstiftung VIER PFOTEN engagiert, fordert deshalb ein EU-weites Verbot der Haltung und Tötung von Tieren zum „alleinigen oder hauptsächlichen Zweck der Pelzgewinnung sowie des Inverkehrbringens von Zuchttierfellen und Fellprodukten“.

„Es gibt einen unaufhaltsamen Trend gegen die Zucht und den Verkauf von Pelzen in Europa. Dass Lettland als 15. Mitgliedsstaat ein solches Verbot erlässt, ist ein wichtiger Moment für die Initiative. Wir begrüßen die Entscheidung Lettlands uneingeschränkt..“

Thomas Pietsch, Leiter des Bereichs Wildtiere in der Textilindustrie bei VIER PFOTEN

Pietsch erklärte weiter: „Pelztierzucht ist nicht mehr zeitgemäß, immer mit enormer Tierquälerei verbunden und stellt ein hohes Gesundheitsrisiko für Menschen dar. Die Corona-Pandemie, in der sich das Virus auch auf etlichen Nerzfarmen ausbreitete, ist ein mahnendes Beispiel dafür. Die Zeit von Pelzfarmen und letztlich auch des Verkaufs von Produkten aus Echtpelz ist abgelaufen. Die Europäische Kommission muss handeln.“

Zur Lage der Pelztierzucht in Deutschland

In Deutschland hat die bisher letzte Pelztierfarm ihren Betrieb im März 2019 eingestellt. Die damalige Bundesregierung hatte nach jahrelangem Druck hohe gesetzliche Auflagen für die Haltung von Nerzen, Füchsen und anderen Pelztieren erlassen. Danach hatten die verbliebenen Betriebe noch bis 2022 Zeit, die Auflagen zu erfüllen – oder zu schließen. Strenggenommen ist die Pelztierzucht in Deutschland somit nicht verboten, die Mindestanforderungen an die Haltung sind allerdings so streng, dass sich die Pelztierhaltung wirtschaftlich nicht mehr lohnt.

Die aktuelle Bundesregierung hat im Koalitionsvertrag festgehalten, dass sie sich für ein EU-weites Verbot der Haltung und Zucht von Pelztieren einsetzen will. Bereits im Juni 2021 hat Deutschland, gemeinsam mit elf weiteren Mitgliedstaaten, einen solchen Antrag von Österreich und den Niederlanden im EU-Rat für Landwirtschaft und Fischerei unterstützt.

Hintergrund zur Europäischen Bürger:innen-Initiative

Die EBI „Fur Free Europe“ wurde von einer Gruppe von Bürger:innen aus sieben EU-Mitgliedstaaten eingereicht und am 16. März 2022 von der Europäischen Kommission offiziell registriert. Seit dem 18. Mai 2022 läuft sie nun für die Dauer eines Jahres und steht aktuell bereits bei mehr als 350.000 Unterschriften, von denen Deutschland mit knapp 70.000 den größten Anteil ausmacht. Das Ziel liegt bei einer Million Unterzeichner:innen, wobei gleichzeitig ein Schwellenwert von 67.680 Unterschriften in jeweils sieben EU-Ländern erreicht werden muss. Deutschland ist eines von bereits sechs Ländern, die dies erreicht haben. 

Helfen Sie mit, dass Europa pelzfrei wird. Die Petition der Europäischen Bürger:innen-Initiative finden Sie hier

Weitere Informationen über VIER PFOTEN und die Wahrheit über Pelz finden Sie hier.

Susanne von Pölnitz

Pressesprecherin Wildtiere

presse-d@vier-pfoten.org

+49 152 020 170 68

VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz
Schomburgstraße 120, 22767 Hamburg

VIER PFOTEN ist die weltweite Tierschutzorganisation für Tiere unter direktem menschlichen Einfluss, die Leiden aufdeckt, Tiere in Not rettet und sie schützt. Gegründet 1988 in Wien von Heli Dungler und Freunden, setzt sich die Organisation für eine Welt ein, in der Menschen Tieren mit Respekt, Empathie und Verständnis begegnen. Die nachhaltigen Kampagnen und Projekte von VIER PFOTEN konzentrieren sich auf Haustiere wie streunende Hunde und Katzen, Nutztiere und Wildtiere - wie Bären, Großkatzen und Orang-Utans - in unangemessener Haltung sowie in Katastrophen- und Konfliktgebieten. Mit Büros in Australien, Österreich, Belgien, Bulgarien, Frankreich, Deutschland, Kosovo, den Niederlanden, der Schweiz, Südafrika, Thailand, der Ukraine, Großbritannien, den USA und Vietnam sowie Auffangstationen für gerettete Tiere in elf Ländern bietet VIER PFOTEN schnelle Hilfe und langfristige Lösungen. 

www.vier-pfoten.de

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