Statement zum Start der Herbst-Agrarministerkonferenz in Dresden 

Tierhaltung muss reformiert werden: Bestandsreduktion essentiell für Tiere und Klima / Schwanzkupieren bei Schweinen und Kükentöten wichtige Agendapunkte

29.9.2021

Hamburg/Dresden, 29. September 2021 – Ab heute treffen sich die Agrarminister:innen der Länder auf der Agrarministerkonferenz (AMK) in Dresden und beraten über dringende Zukunftsthemen in der Landwirtschaft. Auf der Agenda der Herbst-AMK stehen unter anderem die Themen „Zukunftskommission Landwirtschaft”, das Schwanzkupieren bei Schweinen und das Kükentöten. Dazu kommentiert die globale Stiftung für Tierschutz VIER PFOTEN:

„Vor dem Hintergrund der jüngsten Bundestagswahlen und der ersten Gespräche von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und FDP startet heute das Treffen der Agrarminister:innen zusammen mit der noch amtierenden, aber deutlich geschwächten Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner. Klar ist: So wie bisher kann es nicht weitergehen. Die Tierhaltung in Deutschland muss grundlegend reformiert werden – das muss der Arbeitsauftrag der neuen Bundesregierung sein. Die Empfehlungen der ‚Zukunftskommission Landwirtschaft‘, die auch eine Bestandsreduktion der sogenannten Nutztiere beinhaltet, gehen in die richtige Richtung. Diese Empfehlungen müssen nun aber in konkrete politische Beschlüsse für einen wirklichen Umbau der Tierhaltung gegossen werden. Und hier stehen die bisher vorgestellten Pläne der sogenannten Borchert-Kommission eben nicht für eine grundlegende Transformation, sondern sind lediglich Schönheitsreparaturen an einem kranken System. Weder werden die arteigenen Bedürfnisse der Tiere hinreichend berücksichtigt noch soll der Umbau verpflichtend sein. So werden wir keinen tiergerechten Umbau in der Breite erreichen.

Völlig zu Recht steht die Novellierung der 20 Jahre alten Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zur Durchführung des Tierschutzgesetzes auf der Tagesordnung. Sie muss endlich an das aktuelle Tierschutzrecht angepasst werden. Auch das Thema Schwanzkupieren bei Schweinen ist überfällig: Eine grausame Praktik, die EU-weit seit 1994 verboten, in Deutschland aber immer noch Standard ist. Handlungsbedarf gibt es ebenso beim Verbot des Tötens männlicher Küken: Hier hat das Bundeslandwirtschaftsministerium völlig verschlafen, Haltungsanforderungen für die Millionen Bruderhähne vorzulegen, die nach dem Verbot des Tötens ab kommendem Jahr aufgezogen werden müssen. Bund und Länder müssen jetzt schnell entsprechende Lösung vorlegen. Langfristig muss die Politik dafür sorgen, dass das Zweinutzungshuhn flächendeckend etabliert wird, um die negativen Folgen der Hochleistungszucht bei den Legehennen einzudämmen.“

sagt Rüdiger Jürgensen, Geschäftsführer VIER PFOTEN Deutschland

Oliver Windhorst

Pressesprecher für Tiere in der Landwirtschaft

presse-d@vier-pfoten.org

+49 151 183 515 30

VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz
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VIER PFOTEN ist die globale Tierschutzorganisation für Tiere unter direktem menschlichem Einfluss, die Missstände erkennt, Tiere in Not rettet und sie beschützt. Die 1988 von Heli Dungler und Freunden in Wien gegründete Organisation tritt für eine Welt ein, in der Menschen Tieren mit Respekt, Mitgefühl und Verständnis begegnen. Im Fokus ihrer nachhaltigen Kampagnen und Projekte stehen Streunerhunde und -katzen sowie Haustiere, Tiere in der Landwirtschaft und Wildtiere – wie Bären, Großkatzen und Orang-Utans – aus nicht artgemäßer Haltung sowie aus Katastrophen- und Konfliktzonen. Mit Büros in Australien, Belgien, Bulgarien, Deutschland, Frankreich, Kambodscha, Kosovo, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, Südafrika, Thailand, der Ukraine, den USA, dem Vereinigten Königreich und Vietnam sowie 13 Wildtier-Schutzzentren und Partnerprojekten weltweit sorgt VIER PFOTEN für rasche Hilfe und langfristige Lösungen.

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