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VIER PFOTEN zur Agrarministerkonferenz: „Beschlussempfehlung zu Tiertransporten ist eine herbe Enttäuschung“

28.9.2020

Bundeslandwirtschaftsministerium muss Verantwortung übernehmen und Handlungsempfehlungen vorlegen

Hamburg, 25. September 2020 – Heute endete die Agrarministerkonferenz in Weiskirchen. Thema der mehrtägigen Konferenz waren auch Lebendtiertransporte. Die von den Minister*innen verabschiedeten Beschlüsse kommentiert die globale Stiftung für Tierschutz VIER PFOTEN:

„Die Ergebnisse sind eine herbe Enttäuschung, da sie keine konkreten Verbesserungen für die Millionen Tiere auf den Transporten bedeuten. Und die zahlreichen Skandale der vergangenen Monate bei Lebendtiertransporten sprechen eine deutliche Sprache. Jährlich sind es über 37 Millionen lebende Rinder, Schweine, Schafe, Ziegen und Pferde sowie eine Milliarde Geflügel, die grenzüberschreitend innerhalb der EU sowie in und aus Drittstaaten transportiert werden. Dabei erfrieren, verhungern oder verdursten immer wieder Tiere oder ziehen sich schwerste Verletzungen zu. Dass nur Schlachttiertransporte verboten werden sollen, reicht bei Weitem nicht aus – auch wenn, wie empfohlen, Missbräuche bei Zuchttierexporten verhindert werden sollen. Dazu bräuchte es unbedingt ein transparentes System mit Echtzeitdaten, das für die zuständigen Behörden stets zugänglich ist und in das alle Beteiligten verpflichtend Informationen eintragen müssen.“

Daniela Schneider, Kampagnenverantwortliche für Tiertransporte bei VIER PFOTEN Deutschland

„Dass Bundeslandwirtschaftsministerin Klöckner das Thema Tiertransporte im Rahmen der EU-Ratspräsidentschaft bearbeiten soll, ist aus Tierschutzsicht selbstverständlich! Sich dabei aber auf die Versorgungsstationen zu fokussieren, halten wir für einen groben Fehler. Tiertransporte über acht Stunden sind immer eine Qual für die Tiere. Deswegen fordern wir eine Transportbegrenzung auf maximal acht Stunden und ein Transportverbot in Drittstaaten. Langfristig sollte auf Alternativen gesetzt werden: Statt lebender Tiere sollte Fleisch und genetisches Zuchtmaterial verschickt und in den Aufbau heimischer Zuchtpopulationen in den Drittländern sowie in lokale Mast- und Schlachtstrukturen in Deutschland investiert werden. Das Bundeslandwirtschaftsministerium muss jetzt seinen Teil der Verantwortung übernehmen und im Rahmen der EU-Ratspräsidentschaft Schlussfolgerungen mit konkreten Handlungsempfehlungen erarbeiten – viel Zeit bleibt Bundesministerin Klöckner nicht mehr.“

Alle Informationen auf einen Blick

Alle Informationen zum Thema Tiertransporte und die Forderungen von VIER PFOTEN finden Sie in diesem übersichtlichen Fact-Sheet.

Weitere Informationen zu Tiertransporten finden Sie hier.

Oliver Windhorst

Pressesprecher Nutztiere und Ernährung

presse-d@vier-pfoten.org

+49 40 399 249-66

VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz
Schomburgstraße 120, 22767 Hamburg

VIER PFOTEN ist die globale Tierschutzorganisation für Tiere unter direktem menschlichem Einfluss, die Missstände erkennt, Tiere in Not rettet und sie beschützt. Die 1988 von Heli Dungler in Wien gegründete Organisation tritt für eine Welt ein, in der Menschen Tieren mit Respekt, Mitgefühl und Verständnis begegnen. Im Fokus ihrer nachhaltigen Kampagnen und Projekte stehen Streunerhunde und -katzen sowie Heim-, Nutz- und Wildtiere – wie Bären, Großkatzen, Orang-Utans und Elefanten – aus nicht artgemäßer Haltung sowie aus Katastrophen- und Konfliktzonen. Mit Büros in Australien, Belgien, Bulgarien, Deutschland, Großbritannien, Kosovo, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, Südafrika, Thailand, der Ukraine, Ungarn, den USA und Vietnam sowie Schutzzentren für notleidende Tiere in zwölf Ländern sorgt VIER PFOTEN für rasche Hilfe und langfristige Lösungen.

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