Grausame Delikatesse: Wein mit Bären-Tatzen

VIER PFOTEN baut neues Bärenschutzzentrum in Vietnam.
Zahlreichen Bären auf vietnamesischen Gallebärenfarmen fehlen eine oder sogar beide Vordertatzen. 
 

Hamburg, 29. Mai 2017 – Apathisch liegt Kragenbärin Hai Chan in einem kleinen rostigen Gitterkäfig. Der Bärin fehlen beide Vordertatzen. In Vietnam und im asiatischen Raum werden Bärentatzen, eingelegt in Wein, als Delikatesse konsumiert. Der Verkauf erfolgt größtenteils über das Internet, zum Beispiel auf Facebook. Seit über zehn Jahren wird Hai Chan auf einer Bärenfarm in der Provinz Ninh Binh unter furchtbaren Bedingungen gehalten. Jahrelang wurde ihr grausam der Gallensaft abgezapft. Rund 1300 Gallebären leiden auf etwa 400 Bärenfarmen in Vietnam. Sie sind unterernährt und geschwächt, viele sind verstümmelt, verwundet und krank. Die Stiftung VIER PFOTEN baut 90 Kilometer nördlich von Hanoi an einem modernern, 3,6 Hektar großen Bärenschutzzentrum, das etwa 100 Bären ein neues Zuhause bieten wird. Die neue Auffangstation wird ihre Tore im Sommer öffnen. Einer der ersten Bären, der gerettet werden soll, ist Kragenbärin Hai Chan.

Illegaler Handel mit Bärengalle und Tatzen
In Vietnam sind der Konsum und Verkauf von Bärengalle zwar seit 2005 verboten, doch der illegale Handel blüht. VIER PFOTEN hat Videoaufnahmen veröffentlicht, die das belegen. Sie zeigen, wie in Apotheken, Arztpraxen und im Straßenhandel der gelblich-grüne Gallesaft flaschenweise verkauft wird. Im Internet, zum Beispiel auf Facebook, werden Bärengalleprodukte und auch Bärentatzenwein angeboten. "Wir müssen die Bären aus den Farmen befreien, um diese Praktiken ein für alle Mal zu beenden", sagt Thomas Pietsch, Wildtierexperte von VIER PFOTEN.

Ende der Bärenfarmen bis 2020 gefordert

Gemeinsam mit lokalen Tierschutzorganisationen und der vietnamesischen Regierung will VIER PFOTEN die grausame Haltung von Bären auf Bärenfarmen innerhalb der nächsten drei Jahre beenden. In verschiedenen Phasen soll die Anzahl der Bären bis zum Jahr 2020 schrittweise reduziert werden. Dafür muss unter anderem ein straffes Kontrollsystem der Bärenfarmen eingerichtet werden. Alle nicht registrierten und damit illegalen Tiere müssen sofort konfisziert werden. Damit genügend Unterbringungsmöglichkeiten für die konfiszierten Bären zur Verfügung stehen, müssen bestehende Gesetze und Richtlinien gestärkt werden.

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    YouTube-Video "Das Schicksal von Bärin Hai Chan": https://youtu.be/j_OL9LbrVK8
    Fotos & Facebook-Screenshots: https://ftp.vier-pfoten.org/?u=KOi2nMC2&p=zWIiY33X
    Videomaterial: https://ftp.vier-pfoten.org/?u=UeIQL2oy&p=SfkvLrzv
    Video Clean Feeds: https://ftp.vier-pfoten.org/?u=9i4CG31y&p=mDN5rwgA

 
Professionelle Fotos und das sendefähige Videomaterial ehralten Sie gerne auf Anfrage. Das Material kann bei Angabe des jeweiligen Copyrights (s. Metadaten) kostenlos veröffentlicht werden.
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Gerne vermitteln wir Ihnen ein Interview mit Wildtierexperte Thomas Pietsch von VIER PFOTEN.

VIER PFOTEN ist die globale Tierschutzorganisation für Tiere unter direktem menschlichem Einfluss, die Missstände erkennt, Tiere in Not rettet und sie beschützt. Die 1988 von Heli Dungler und Freunden in Wien gegründete Organisation tritt für eine Welt ein, in der Menschen Tieren mit Respekt, Mitgefühl und Verständnis begegnen. Im Fokus ihrer nachhaltigen Kampagnen und Projekte stehen Streunerhunde und -katzen sowie Haustiere, Tiere in der Landwirtschaft und Wildtiere – wie Bären, Großkatzen und Orang-Utans – aus nicht artgemäßer Haltung sowie aus Katastrophen- und Konfliktzonen. Mit Büros in Australien, Belgien, Bulgarien, Deutschland, Frankreich, Kambodscha, Kosovo, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, Südafrika, Thailand, der Ukraine, den USA, dem Vereinigten Königreich und Vietnam sowie 13 Wildtier-Schutzzentren und Partnerprojekten weltweit sorgt VIER PFOTEN für rasche Hilfe und langfristige Lösungen.

www.vier-pfoten.de

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