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Das Käfig-Ei ist nicht genug

15.3.2018

Verbraucherzentrale Bremen und VIER PFOTEN fordern Kennzeichnungspflicht für tierische Lebensmittel

Bremen / Hamburg, 15. März 2018 - Die Verbraucherzentrale Bremen und die internationale Tierschutzstiftung VIER PFOTEN fordern von Bundesagrarministerin Julia Klöckner eine verpflichtende Haltungskennzeichnung für alle tierischen Produkte – vom Schnitzel bis zur Milch –, um Verbrauchern eine transparente Orientierungshilfe bei Fleisch, Milchprodukten und verarbeiteten Eiern zu bieten.

„Was für frische Eier gilt, muss auch für alle tierischen Lebensmittel gelten. Denn auch bei Fleisch, Wurst, Milch und Lebensmitteln, die Eier oder Milch enthalten, wollen Verbraucher erkennen, wie die Tiere gehalten wurden. Das kann nur durch eine Kennzeichnung für alle tierischen Produkte geschehen.“

Annabel Oelmann, Vorstand der Verbraucherzentrale Bremen

„Die seit 12 Jahren geltende Kennzeichnungspflicht bei Eiern hat Tieren und Verbrauchern geholfen. Käufer haben Eier aus tierquälerischer Käfighaltung erkennen können, sie abgelehnt und aus den Supermärkten verschwinden lassen. Eine transparente Haltungskennzeichnung ist ein wirksames Instrument, um den Tierschutz in der Nutztierhaltung voranzutreiben.“

Ina Müller-Arnke, Agraringenieurin bei VIER PFOTEN

Konsumenten setzen weiterhin deutliche Zeichen, weil sie statt zu Eiern aus Bodenhaltung immer mehr zu Eiern aus Freilandhaltung oder zu Bio-Eiern greifen.

Obwohl es frische Eier aus Käfighaltung nicht mehr in den Läden gibt, werden sie in verarbeiteten Ei-Produkten wie Kuchen oder Nudeln hingegen immer noch gebraucht. Im Zuge des Fipronil-Skandals im vergangenen Jahr haben die Bremer Verbraucherschützer einen Marktcheck durchgeführt und 19 verschiedene Produkte aus weiterverarbeiteten Eiern gekauft. Das Ergebnis: Elf Produkte gaben keinerlei Auskunft über die Herkunft der Eier; die Verbraucherschützer gehen von Käfighaltung aus.

„Verbraucher möchten auch bei weiterverarbeiteten Zutaten wissen, woher die Eier kommen. Sie haben ein Recht zu wissen, wie Tiere gehalten wurden und ein Recht auf freie Wahl. Eier aus Käfighaltung lehnen viele Verbraucherinnen und Verbraucher ab und wollen sie auch nicht versteckt verzehren.“

Renate Aschmann, in der Verbraucherzentrale Bremen zuständig für Lebensmittel und Ernährung

Eine Kennzeichnung auch für Fleisch und Milchprodukte könnte nach dem vierstufigen Modell der bereits etablierten Eier-Kennzeichnung erfolgen:

0: Tierhaltung nach den Vorgaben für ökologische Erzeugung/Bio

1: Tierhaltung mit Auslauf im Freien/Grünauslauf

2: Tierhaltung mit deutlich mehr Platz und Einstreu

3: Tierhaltung nach gesetzlichem Mindeststandard

 

Weitere Informationen finden Sie unter:
www.vier-pfoten.de/themen/tierschutzpolitik/haltungskennzeichnung

Druckfähige Fotos von Tieren in der Nutztierhaltung sowie die Logos von der Verbraucherzentrale Bremen und VIER PFOTEN senden wir Ihnen gerne auf Anfrage zu.

Melitta Töller

Pressesprecherin

presse-d@vier-pfoten.org

+49 40 399 249-66

VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz
Schomburgstraße 120, 22767 Hamburg

VIER PFOTEN ist die globale Tierschutzorganisation für Tiere unter direktem menschlichem Einfluss, die Missstände erkennt, Tiere in Not rettet und sie beschützt. Die 1988 von Heli Dungler in Wien gegründete Organisation tritt für eine Welt ein, in der Menschen Tieren mit Respekt, Mitgefühl und Verständnis begegnen. Im Fokus ihrer nachhaltigen Kampagnen und Projekte stehen Streunerhunde und -katzen sowie Heim-, Nutz- und Wildtiere – wie Bären, Großkatzen, Orang-Utans und Elefanten – aus nicht artgemäßer Haltung sowie aus Katastrophen- und Konfliktzonen. Mit Büros in Australien, Belgien, Bulgarien, Deutschland, Großbritannien, Kosovo, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, Südafrika, Thailand, der Ukraine, Ungarn, den USA und Vietnam sowie Schutzzentren für notleidende Tiere in zwölf Ländern sorgt VIER PFOTEN für rasche Hilfe und langfristige Lösungen.

www.vier-pfoten.de