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Kükentöten:

Bundesverwaltungsgericht lässt Berufung zu.
VIER PFOTEN begrüßt Neuverhandlung des Verbots.

4.1.2017

Hamburg / Leipzig, 4. Januar 2017 – Nachdem das Oberverwaltungsgericht in Münster das 2015 in NRW beschlossene Verbot des Kükenschredderns im Mai 2016 gekippt hatte, wird nun neu darüber verhandelt. Zwei Landkreise aus Nordrhein-Westfalen hatten Berufung gegen das Urteil eingelegt. VIER PFOTEN begrüßt, dass das Bundesverwaltungsgericht nun endlich eine Grundsatzklärung der Frage erreichen will, ob das massenhafte Töten von Eintagsküken aus wirtschaftlichen Gründen mit dem Tierschutzgesetz vereinbar ist.

„Tiere sind kein Wegwerfprodukt. Das massenhafte Töten in den Brütereien muss gestoppt werden.“

Kornel Cimer, Nutztierexperte bei VIER PFOTEN:

40 Millionen Küken betroffen
In Deutschland werden jährlich 40 bis 50 Millionen männliche Küken der Legelinien gleich nach dem Schlüpfen getötet, weil sie als wertlos eingeschätzt werden. Sie legen keine Eier und werden aus wirtschaftlichen Gründen nicht gemästet. Die Stiftung VIER PFOTEN wirft Bundesagrarminister Schmidt Untätigkeit vor, da dieser sich gegen ein gesetzliches Verbot des Kükentötens sperrt. Stattdessen setzt er auf eine unverbindliche Selbstverpflichtung mit der Wirtschaft. Bis 2017 soll diese das Kükentöten durch ein Verfahren ersetzen, das die Geschlechtsbestimmung im Ei ermöglicht. Die Eier würden dann noch vor dem Schlüpfen vernichtet. VIER PFOTEN kritisiert diese Methode: Die Geschlechtsbestimmung im Ei ist eine nur unzureichende Lösung. Sie bietet keinen Ausstieg aus der einseitigen Zucht und manifestiert die Hochleistung. Außerdem wird dem Aufbau einer nachhaltigen Hühnerzucht damit der Weg versperrt. Stattdessen fordert VIER PFOTEN, die Etablierung von Zweinutzungshühnern zu fördern. Diese eignen sich zur Eierproduktion und zur Mast.



Alternativen zum Kükentöten
VIER PFOTEN arbeitet seit Jahren mit Partnern aus dem Einzelhandel und der Legehennenbranche an diesem Thema. Tierfreundlichere Alternativen sind durchaus möglich und können von der Industrie umgesetzt werden.
Um alternative Wege in der Züchtung zu gehen, unterstützt VIER PFOTEN zum Beispiel die Ökologische Tierzucht (ÖTZ). Dies ist eine Initiative der beiden Bio-Verbände Bioland und Demeter. Die ÖTZ hat es sich zum Ziel gesetzt, durch eine nachhaltige und tiergerechtere Zucht eine Alternative zu der Abhängigkeit von industriellen Hochleistungshühnern zu schaffen. Zuchttiere werden hier nicht im Käfig gehalten und nicht auf Hochleistung gezüchtet. Zudem werden die männlichen Küken aufgezogen. www.oekotierzucht.de

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Gerne vermitteln wir Ihnen ein Interview mit unseren Nutztierexperten.

Hintergrundinformationen: www.vier-pfoten.de/themen/nutztiere/legehennen

VIER PFOTEN ist die weltweite Tierschutzorganisation für Tiere unter direktem menschlichen Einfluss, die Leiden aufdeckt, Tiere in Not rettet und sie schützt. Gegründet 1988 in Wien von Heli Dungler und Freunden, setzt sich die Organisation für eine Welt ein, in der Menschen Tieren mit Respekt, Empathie und Verständnis begegnen. Die nachhaltigen Kampagnen und Projekte von VIER PFOTEN konzentrieren sich auf Haustiere wie streunende Hunde und Katzen, Nutztiere und Wildtiere - wie Bären, Großkatzen und Orang-Utans - in unangemessener Haltung sowie in Katastrophen- und Konfliktgebieten. Mit Büros in Australien, Österreich, Belgien, Bulgarien, Deutschland, Kosovo, den Niederlanden, der Schweiz, Südafrika, Thailand, der Ukraine, Großbritannien, den USA und Vietnam sowie Auffangstationen für gerettete Tiere in elf Ländern bietet VIER PFOTEN schnelle Hilfe und langfristige Lösungen. 

www.vier-pfoten.de

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