
Starker Tierschutz gehört in den Koalitionsvertrag
Worten müssen Taten folgen // SPD, FDP und Grüne stehen in der Pflicht für mehr Tierschutz zu sorgen
Berlin/Hamburg, 21. Oktober 2021 – Die Tierschutzorganisation VIER PFOTEN begrüßt den Start der Koalitionsverhandlungen und fordert die Parteien auf, sich für einen starken Tierschutz im Koalitionsvertrag einzusetzen.
„Im abschließenden Sondierungspapier halten SPD, FDP und Grüne fest, dass sie den tiergerechten Umbau der sogenannten Nutztierhaltung unterstützen wollen. Wir begrüßen dies – erwarten von den Parteien aber, dass sie in ihren Bestrebungen weit über die bislang diskutierten Vorschläge hinausgehen, die Tieren kein besseres Leben geben würden. Andere Tierschutzthemen werden in diesem Sondierungspapier außen vor gelassen, dabei muss die sogenannte Ampel jetzt den drängenden Tierschutzproblemen Vorfahrt gewähren: um endlich eine Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für Hunde und Katzen einzuführen, um kriminelle Banden vom grausamen und untragbaren Onlinehandel mit Welpen auszuschließen und um ein Verbot von Wildtieren im Zirkus zu erlassen. Die neue Regierung muss Deutschland in dieser Hinsicht vom traurigen Status des Schlusslichts in Europa befreien.
Nach 16 Jahren Stillstand mit der Union besteht nun die Chance, wirklich etwas für die Tiere zu erreichen. Diese Chance will die Gesellschaft und zählt zur Durchsetzung ihres Willens auf diese drei Parteien. Die SPD wollte in den vergangenen Jahren viel umsetzen, wurde aber von der Union ein ums andere Mal ausgebremst. Jetzt kann sie unter Beweis stellen, dass sie es ernst meint und den Tierschutz maßgeblich voranbringen will. Der Co-Bundesvorsitzende der Grünen, Robert Habeck, hatte Anfang September gegenüber VIER PFOTEN bekräftigt, dass ein starker Tierschutz in den Koalitionsvertrag gehöre und dass die Notwendigkeit bestehe, Tieren Schutz zukommen zu lassen – sie seien nicht nur als Ware und Rohstoffe zu betrachten und zu missbrauchen. VIER PFOTEN blickt deshalb voller Erwartung auf die beginnenden Koalitionsverhandlungen“, sagt Rüdiger Jürgensen, Geschäftsführer VIER PFOTEN Deutschland.
VIER PFOTEN fordert von der neuen Bundesregierung:
- Reform des deutschen Tierschutzrechts
- Ende der Intensivtierhaltung und drastische Reduktion der Tierbestände
- Einführung einer verpflichtenden Kennzeichnung für tierische Produkte
- Grausame Tiertransporte beenden
- Tierschutz-TÜV für Stalleinrichtungen, Schlacht- und Betäubungsgeräte sowie Heimtierzubehör
- Zucht, Haltung und Handel von Heimtieren regulieren
- Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für Hunde und Katzen
- EU-weites Verbot von Pelztierfarmen und Reglementierung des Pelzhandels
- Vollständiges Wildtierverbot in Zirkussen
- Zucht, Haltung und Handel von Wildtieren regulieren
Alle Forderungen von VIER PFOTEN finden Sie ausführlich im Positionspapier.

Oliver Windhorst
Pressesprecher für Tiere in der Landwirtschaft+49 151 183 515 30
VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz
Lübecker Straße 128, 22087 Hamburg
VIER PFOTEN ist die globale Tierschutzorganisation für Tiere unter direktem menschlichem Einfluss, die Missstände erkennt, Tiere in Not rettet und sie beschützt. Die 1988 von Heli Dungler und Freunden in Wien gegründete Organisation tritt für eine Welt ein, in der Menschen Tieren mit Respekt, Mitgefühl und Verständnis begegnen. Im Fokus ihrer nachhaltigen Kampagnen und Projekte stehen Streunerhunde und -katzen sowie Haustiere, Tiere in der Landwirtschaft und Wildtiere – wie Bären, Großkatzen und Orang-Utans – aus nicht artgemäßer Haltung sowie aus Katastrophen- und Konfliktzonen. Mit Büros in Australien, Belgien, Bulgarien, Deutschland, Frankreich, Kambodscha, Kosovo, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, Südafrika, Thailand, der Ukraine, den USA, dem Vereinigten Königreich und Vietnam sowie 13 Wildtier-Schutzzentren und Partnerprojekten weltweit sorgt VIER PFOTEN für rasche Hilfe und langfristige Lösungen.