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Deutschlands erste Auffangstation für Luchse eröffnet

In der TIERART Wildtierstation von VIER PFOTEN finden Luchswaisen Zuflucht 

4.11.2021

Hamburg, 04. November 2021 – Gemeinsam standen heute Tierschützer:innen und Politiker:innen Seite an Seite, um die erste Auffangstation für Luchswaisen auf dem Gelände der TIERAT Wildtierstation in Maßweiler/Rheinland-Pfalz einzuweihen. Das neue Gehege für verletzte und verwaiste Nachkommen von Europas größter Kleinkatze ist ein Gemeinschaftsprojekt der internationalen Tierschutzstiftung VIER PFOTEN, dem World Wide Fund For Nature (WWF), der HIT Umwelt- und Naturschutz Stiftungs-GmbH sowie dem Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität Rheinland-Pfalz (MKUEM).  

„Zu viele Jahre gab es in Deutschland und in großen Teilen Europas keine Luchse mehr. Jetzt haben sich die Bedingungen so weit verbessert, dass die Tiere hier langsam wieder heimisch werden. Aber damit sich der Luchs eine gesunde Population aufbauen kann, braucht er unsere Hilfe. Diese Auffangstation ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg, den Luchs wieder in unseren Wäldern anzusiedeln. Bei diesem Projekt haben viele unterschiedliche Partner zusammengewirkt, um der größten Raubkatze Europas eine zweite Chance zu geben.“

Rüdiger Jürgensen, Geschäftsführer von VIER PFOTEN Deutschland

„Der Pfälzerwald bietet hervorragende Lebensbedingungen für den Luchs. Wir sind zuversichtlich, dass es uns gemeinsam gelingen wird, dass dieser besondere Waldbewohner hier wieder heimisch wird. Die Eröffnung dieser Auffangstation wird eine tragende Rolle dabei spielen, den Luchs wieder erfolgreich in Mitteleuropa anzusiedeln.“

Karl Gutzweiler, Waldreferent beim WWF

Zu der offiziellen Eröffnung des Geheges waren nicht nur das Team der TIERART Wildtierstation und Tierschützer:innen von VIER PFOTEN anwesend. Auch Katrin Eder, Staatssekretärin des Landes Rheinland-Pfalz, Thomas Pfeifer (Verbandsbürgermeister Thalschweiler-Fröschen), Christoph Heider (HIT Stiftung) sowie Karl Gutzweiler (WWF) und Jochen Krebühl (LIFE) waren vor Ort, um die gemeinsam finanzierte Auffangstation in Augenschein zu nehmen. Bislang gab es in der gesamten Bundesrepublik keine vergleichbare Einrichtung, wo verwaiste Luchskitten gesund gepflegt und aufgezogen werden können.

„Mit der neuen Aufzucht- und Auffangstation in Maßweiler für kranke, verletzte oder verwaiste Jungluchse fügen wir unserem erfolgreichen Wiederansiedlungsprojekt einen weiteren wichtigen Baustein hinzu. Gerade beim Aufbau eines reproduktiven Bestandes kommt es auf jedes einzelne Tier an. Ein Prozess, der wegen der nur langsam steigenden Population eine geraume Zeit in Anspruch nehmen kann. Mit der neuen Station hier bei TIERART sind wir gut vorbereitet für den Fall, dass Jungluchse Unterstützung und Hilfe benötigen. Nicht nur wegen der neuen Räumlichkeiten, sondern auch wegen der vielen versierten und engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit ihrem großen und wertvollen Erfahrungsschatz im Umgang mit den Pinselohren“, sagt Katrin Eder, Staatssekretärin im Ministerium für Klima, Umwelt, Energie und Mobilität des Landes Rheinland-Pfalz.

Deutschland ist Luchsland

Einst lebten in ganz Deutschland Luchse – von den Alpen bis hoch in den Norden. Doch im 19. Jahrhundert wurden die heimlichen Waldbewohner beinahe in ganz Europa ausgerottet oder aus ihrem Lebensraum verdrängt. Seit einigen Jahren, dank erfolgreicher Ansiedlungsprojekte wie dem EU LIFE Luchs Projekt, kehrt die große Wildkatze zurück. Sowohl im Harz als auch im Bayerischen Wald konnten sich erfolgreich Luchspopulationen etablieren. Nun soll der Luchs auch nach Rheinland-Pfalz zurückkehren. Das Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen bietet geeigneten Lebensraum für ungefähr 45 selbständige Luchse. In dem rund 3.000 km² großen zusammenhängenden Waldgebiet finden die Beutegreifer ausreichend Nahrung, Deckung, Höhlen und Rückzugsgebiete.

Gemeinsam für mehr Artenvielfalt

Die internationale Tierschutzstiftung VIER PFOTEN, der WWF, die HIT Umwelt- und Naturschutz Stiftungs-GmbH sowie das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität Rheinland-Pfalz finanzieren gemeinsam eine Auffangstation für junge, verletzte und verwaiste Luchse auf dem Gelände der Wildtierstation TIERART. Darüber hinaus bemühen sich VIER PFOTEN und der WWF in Kooperation mit TIERART um Information und Aufklärung der Öffentlichkeit über den Luchs und dessen Wiederansiedelung.

Weitere Informationen zu TIERART Wildtierstation von VIER PFOTEN finden Sie hier.
 

VIER PFOTEN Geschäftsführer Rüdiger Jürgensen und Florian Eiserlo, Betriebsleiter der TIERART Wildtierstation, stehen für Interviews zur Verfügung.

Susanne von Pölnitz

Pressesprecherin Wildtiere

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VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz
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VIER PFOTEN ist die weltweite Tierschutzorganisation für Tiere unter direktem menschlichen Einfluss, die Leiden aufdeckt, Tiere in Not rettet und sie schützt. Gegründet 1988 in Wien von Heli Dungler und Freunden, setzt sich die Organisation für eine Welt ein, in der Menschen Tieren mit Respekt, Empathie und Verständnis begegnen. Die nachhaltigen Kampagnen und Projekte von VIER PFOTEN konzentrieren sich auf Haustiere wie streunende Hunde und Katzen, Nutztiere und Wildtiere - wie Bären, Großkatzen und Orang-Utans - in unangemessener Haltung sowie in Katastrophen- und Konfliktgebieten. Mit Büros in Australien, Österreich, Belgien, Bulgarien, Deutschland, Kosovo, den Niederlanden, der Schweiz, Südafrika, Thailand, der Ukraine, Großbritannien, den USA und Vietnam sowie Auffangstationen für gerettete Tiere in elf Ländern bietet VIER PFOTEN schnelle Hilfe und langfristige Lösungen. 

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