
Wildvögel im März: Wie lange brauchen sie Unterstützung?
VIER PFOTEN-Expertin gibt Tipps für die sichere Fütterung in der Übergangszeit
Hamburg, 06. März 2026 – Bis weit in den März hinein bleibt die Nahrungssituation für viele heimische Wildvögel angespannt – selbst dann, wenn das Wetter schon frühlingshaft wirkt. „Gerade in dieser Übergangszeit hilft eine stabile, kontinuierliche Fütterung, damit Amsel, Meise und Co. gut durch die letzten kargen Wochen kommen“, erklärt Eva Lindenschmidt, Wildtierexpertin bei VIER PFOTEN, und gibt Tipps für die Futterperiode bis zum Frühlingsanfang.
Kalte Nächte, wechselhafte Wetterlagen und anhaltende Regenphasen machen es unseren heimischen Wildvögeln in diesen Wochen besonders schwer, ausreichend Nahrung zu finden.
Fütterung bis zum Frühlingsbeginn – worauf es jetzt ankommt
- Milde Tage nicht überschätzen: Natürliche Futterquellen bleiben bis in den März knapp – vor allem nach Regen- und Frostphasen.
- Energiebedarf berücksichtigen: Wind, Feuchtigkeit und Temperaturschwankungen zehren stark an den Reserven.
- Fütterung konsequent fortsetzen: Unterbrechungen führen zu unnötigem Energieverlust, weil Vögel vergeblich Futterstellen anfliegen.
- Vorfrühling ist noch kein Frühling: Auch wenn Knospen und erste Blüten den Frühling ankündigen, stehen natürliche Futterquellen für viele Arten noch nicht bereit.
Futterstelle trocken halten
Damit Vögel von einer Fütterung wirklich profitieren, sollte die Futterstelle bei jedem Wetter nutzbar sein. Geschützte Orte wie überdachte Balkone, Nischen an Hauswänden oder schützende Sträucher bieten sich an. „Wichtig ist, dass das Futter trocken bleibt“, betont Eva Lindenschmidt. „Verdorbenes Futter belastet die Tiere und kann krank machen.“ Mehrere kleine Futterstellen verhindern zusätzlich Stress und ermöglichen verschiedenen Arten einen sicheren Zugang.
Hygiene bleibt entscheidend
Feuchtigkeit und Temperaturschwankungen begünstigen Keime. Sauberkeit schützt die Tiere vor Krankheiten. „Hygiene ist das A und O“, sagt Eva Lindenschmidt. „Futterspender sollten jede Woche mit heißem Wasser gereinigt, feuchte Reste täglich entfernt und Sitzstangen regelmäßig überprüft werden.“
Was man jetzt füttern kann
Für die Übergangszeit sind energiedichte Körner- und Fettfutter ideal. Wichtiger als eine große Auswahl ist vor allem Regelmäßigkeit. „Die Vögel brauchen keine große Sortenvielfalt – sie brauchen eine verlässliche, saubere Futterquelle“, erklärt Eva Lindenschmidt.
Wasser nicht vergessen
Auch im Frühfrühling sind natürliche Wasserstellen oft verunreinigt oder morgens gefroren. Eine flache Schale mit täglich frischem Wasser unterstützt die Tiere zuverlässig.
Was sich im März ändert – und was nicht
Selbst wenn die ersten Frühblüher erscheinen, dauert es, bis Insekten wieder fliegen und Sträucher Früchte tragen. Besonders klare Nächte bringen weiterhin Minusgrade. „Für uns fühlt sich der März oft schon frühlingshaft an“, sagt Eva Lindenschmidt. „Aber für Wildvögel ist das oft noch die härteste Übergangsphase. Sie müssen viel Energie aufbringen, finden aber noch kaum Nahrung. Eine stabile Fütterung hilft ihnen enorm.“
Fazit
Wer bis in den März hinein füttert, unterstützt unsere heimischen Wildvögel zuverlässig durch die schwierigste Zeit des Jahres. Es ist eine einfache Möglichkeit, aktiv zu helfen und gleichzeitig eine wunderbare Gelegenheit, Natur aus nächster Nähe zu erleben.
Weitere Informationen über den Einsatz von VIER PFOTEN für Wildtiere finden Sie hier.

Susanne von Pölnitz
Pressesprecherin Wildtiere+49 152 020 170 68
VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz
Lübecker Straße 128, 22087 Hamburg
VIER PFOTEN ist die globale Tierschutzorganisation für Tiere unter direktem menschlichem Einfluss, die Missstände erkennt, Tiere in Not rettet und sie beschützt. Die 1988 von Heli Dungler und Freunden in Wien gegründete Organisation tritt für eine Welt ein, in der Menschen Tieren mit Respekt, Mitgefühl und Verständnis begegnen. Im Fokus ihrer nachhaltigen Kampagnen und Projekte stehen Streunerhunde und -katzen sowie Haustiere, Tiere in der Landwirtschaft und Wildtiere – wie Bären, Großkatzen und Orang-Utans – aus nicht artgemäßer Haltung sowie aus Katastrophen- und Konfliktzonen. Mit Büros in Australien, Belgien, Bulgarien, Deutschland, Frankreich, Kambodscha, Kosovo, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, Südafrika, Thailand, der Ukraine, den USA, dem Vereinigten Königreich und Vietnam sowie 13 Wildtier-Schutzzentren und Partnerprojekten weltweit sorgt VIER PFOTEN für rasche Hilfe und langfristige Lösungen.