„Welt-Käfigfrei-Tag“: Auch in Deutschland leben Tiere noch hinter Gittern
Vor allem Zuchtsauen werden noch immer in Kastenständen gehalten
Brüssel/Hamburg, 25. März 2026 – Anlässlich des „Welt-Käfigfrei-Tages“ demonstriert VIER PFOTEN heute vor dem Gebäude der Europäischen Kommission im EU‑Viertel in Brüssel mit den „End the Cage Age“-Bündnispartnern für ein EU-weites Verbot der Käfighaltung bei Geflügeltieren, Kälbern, Schweinen und Kaninchen. Zudem weist VIER PFOTEN darauf hin, dass auch in Deutschland nach wie vor Tiere in Käfigen leben müssen.
Konventionell gehaltene Zuchtsauen dürfen in Deutschland über fünf Monate pro Jahr in Kastenständen, d.h. körperengen Metallkäfigen, fixiert werden. In diesen können sie sich noch nicht einmal umdrehen. Auch Kälber dürfen ohne Kontakt zum Muttertier in „Iglus” gehalten werden. Dies betrifft Millionen Kälber, denn in Deutschland leben 3,6 Millionen Milchkühe und jede Milchkuh bekommt ein Kalb pro Jahr.
Die Kastenstandhaltung wurde in Deutschland 2020 zwar zu großen Teilen verboten, allerdings wurden extrem lange Übergangsfristen vereinbart. So müssen bis 2029 noch 1,4 Millionen Sauen fast ihr halbes Leben in engen Metallkäfigen ausharren. Im Abferkelbereich dürfen Sauen danach noch bis 2036 fünf Wochen am Stück fixiert werden. Auch dann ist eine komplette Abschaffung dieser Qualhaltung nicht geplant, selbst wenn diese dann auf wenige Tage begrenzt sein wird.
Zudem werden unzählige tierische Produkte nach Deutschland importiert, für die Tiere ihr Leben lang in Käfigen verbringen mussten. Alleine in der EU leben rund 300 Millionen Tiere in Käfigen, davon etwa 152 Millionen Legehennen. In Käfigen gehaltene Hühner können ihre arteigenen Grundbedürfnisse nicht ausleben. Sie können weder im Boden scharren und dort nach Futter suchen, noch ist ihnen ein Sandbad zur Gefiederpflege möglich. Anstelle dessen sind sie ihr ganzes Leben auf engstem Raum hinter Gittern eingesperrt. Rennen, Sonnenbaden oder mit den Flügeln flattern bleibt ihnen lebenslang verwehrt. Ihre Eier landen über die Gastronomie oder in Backwaren bzw. Fertigprodukten regelmäßig auf den Tellern der Deutschen.
Ein eindrucksvolles Zeichen gegen die Käfighaltung haben die EU-Bürger:innen in den vergangenen Jahren gesetzt: Die Europäische Bürgerinitiative „End the Cage Age" forderte ein Verbot jeglicher Käfighaltung und den Übergang zu käfigfreien Lösungen und erhielt mit fast 1,4 Millionen Unterschriften eine beispiellose öffentliche Unterstützung. Tierschutzorganisationen wie VIER PFOTEN fordern bis Ende des Jahres offizielle EU-weite Gesetzgebungsvorschläge für ein Käfigverbot und verbesserte Tierschutzstandards für Tiere in der Landwirtschaft.
„Es ist Zeit für ein Ende dieser dunklen Periode unserer Geschichte, in der Tiere von uns Menschen auf engstem Raum hinter Gitter eingesperrt werden. Solche barbarischen Methoden dürfen in der Europäischen Union, die sich auch als Wertegemeinschaft sieht, keinen Platz mehr haben“, sagt Dr. Irrgang.
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Oliver Windhorst
Pressesprecher für Tiere in der Landwirtschaft+49 151 183 515 30
VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz
Lübecker Straße 128, 22087 Hamburg
VIER PFOTEN ist die globale Tierschutzorganisation für Tiere unter direktem menschlichem Einfluss, die Missstände erkennt, Tiere in Not rettet und sie beschützt. Die 1988 von Heli Dungler und Freunden in Wien gegründete Organisation tritt für eine Welt ein, in der Menschen Tieren mit Respekt, Mitgefühl und Verständnis begegnen. Im Fokus ihrer nachhaltigen Kampagnen und Projekte stehen Streunerhunde und -katzen sowie Haustiere, Tiere in der Landwirtschaft und Wildtiere – wie Bären, Großkatzen und Orang-Utans – aus nicht artgemäßer Haltung sowie aus Katastrophen- und Konfliktzonen. Mit Büros in Australien, Belgien, Bulgarien, Deutschland, Frankreich, Kambodscha, Kosovo, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, Südafrika, Thailand, der Ukraine, den USA, dem Vereinigten Königreich und Vietnam sowie 13 Wildtier-Schutzzentren und Partnerprojekten weltweit sorgt VIER PFOTEN für rasche Hilfe und langfristige Lösungen.