
Hannover: Tierschutzkundgebung und Appell zur Umsetzung der Katzenschutzverordnung
VIER PFOTEN und Landestierschutzverband fordern: Regulieren statt ignorieren
Hamburg, 04. März 2026 – VIER PFOTEN und der zum Deutschen Tierschutzbund gehörende Landestierschutzverband Niedersachsen machen heute mit einer Kundgebung vor dem Niedersächsischen Landtag in Hannover auf das Leid von Straßenkatzen in Deutschland aufmerksam. Die Organisationen appellieren an die Landesregierung, die Katzenschutzverordnung umzusetzen.
„Die niedersächsischen Tierschutzvereine sind mittlerweile nicht nur bei der Versorgung und Unterbringung von Katzen an die Kapazitätsgrenzen gelangt, sondern haben auch in personeller und finanzieller Hinsicht ihre Belastungsgrenzen erreicht. Wir brauchen dringend die Umsetzung der vom Niedersächsischen Landtag einstimmig beschlossenen landesweiten Katzenschutzverordnung. Es ist uns völlig unerklärlich, warum die Einführung dieser Verordnung auf sich warten lässt“, sagt Dieter Ruhnke vom Landestierschutzverband Niedersachsen e.V..
Hintergrund: Das verborgene Tierleid der Straßenkatzen
Bezugnehmend auf die Marktdaten des Zentralverbandes der Heimtierbranche ist die Anzahl der Hauskatzen in Deutschland seit 1996 von 5,3 Millionen auf 15,9 Millionen im Jahr 2024 gestiegen. Parallel dazu haben sich auch die Zahlen entlaufener, ausgesetzter und zurückgelassener Hauskatzen vervielfacht. Durch die unkontrollierte Vermehrung nicht kastrierter Freigängerkatzen gibt es immer mehr Straßenkatzen – deutschlandweit etwa drei Millionen, darunter ca. 200.000 allein in Niedersachsen.
Straßenkatzen leiden im Verborgenen. Sie sind meist scheu, leben auf verwilderten Grundstücken, verlassenen Fabrikgeländen oder Friedhöfen und meiden Menschen. Dadurch bleibt das Leid dieser Tiere unsichtbar. Fast alle Straßenkatzen sind (tod)krank, am häufigsten leiden sie unter Parasiten, Unterernährung und Infektionskrankheiten wie Katzenschnupfen. Zwar stehen die Heilungschancen gut, doch dazu müssen die Katzen rechtzeitig gefunden, eingefangen und versorgt werden. Je weniger Zeit ein Tier allein auf der Straße verbringen muss, desto größer ist die Chance, dass die Behandlung erfolgreich ist. Neben der Tierleidproblematik kommt hinzu, dass Gemeinden jährlich hohe Kosten für die amtliche Verwahrung von Fundkatzen, die häufig aus freilebenden Populationen stammen, tragen müssen.
„Die erbärmliche Situation der rund 200.000 Straßenkatzen in Niedersachsen duldet keinen weiteren Aufschub: Die Landesregierung muss jetzt handeln und die vom Landtag beschlossene Katzenschutzverordnung endlich umsetzen. Wir fordern: Regulieren statt ignorieren!“, so die beiden Organisation.
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Oliver Windhorst
Pressesprecher für Tiere in der Landwirtschaft+49 151 183 515 30
VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz
Lübecker Straße 128, 22087 Hamburg
VIER PFOTEN ist die globale Tierschutzorganisation für Tiere unter direktem menschlichem Einfluss, die Missstände erkennt, Tiere in Not rettet und sie beschützt. Die 1988 von Heli Dungler und Freunden in Wien gegründete Organisation tritt für eine Welt ein, in der Menschen Tieren mit Respekt, Mitgefühl und Verständnis begegnen. Im Fokus ihrer nachhaltigen Kampagnen und Projekte stehen Streunerhunde und -katzen sowie Haustiere, Tiere in der Landwirtschaft und Wildtiere – wie Bären, Großkatzen und Orang-Utans – aus nicht artgemäßer Haltung sowie aus Katastrophen- und Konfliktzonen. Mit Büros in Australien, Belgien, Bulgarien, Deutschland, Frankreich, Kambodscha, Kosovo, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, Südafrika, Thailand, der Ukraine, den USA, dem Vereinigten Königreich und Vietnam sowie 13 Wildtier-Schutzzentren und Partnerprojekten weltweit sorgt VIER PFOTEN für rasche Hilfe und langfristige Lösungen.