
Beginn der Brut-, Setz- und Aufzuchtzeit: Hunde bitte anleinen
VIER PFOTEN appelliert an Rücksichtnahme, um Wildtiere zu schützen
Hamburg, 28. März 2024 – Mit dem nahenden Frühling beginnt auch die Brut-, Setz- und Aufzuchtzeit für zahlreiche heimische Wildtiere wie Hasen, Rehe, Enten, Gänse, Singvögel und Füchse. Es ist daher wichtig, dass Hundehalter:innen von Mitte März bis Juli ihre Vierbeiner dort anleinen, wo Wildtiere leben.
So habe er jetzt schon Jungfüchse aufgenommen, die im Januar geboren wurden und auch Feldhasen würden früh im Januar gesetzt. Für diese Jungtiere können freilaufende oder jagende Hunde eine lebensgefährliche Bedrohung darstellen, da Wildtiere ihren Nachwuchs oft aufgeben, wenn sie gestört werden. Besonders Bodenbrüter wie Brachvögel und Kiebitze sind gefährdet. Wenn ein Hund Bodenbrüter aufstöbert, verteidigen diese oft ihre Brut oder fliehen. Die Jungtiere bleiben dann zurück und sind einem sicheren Tod ausgesetzt. Auch für Rehkitze, Junghasen und Nestlinge verschiedener Vogelarten bedeutet die Anwesenheit freilaufender Hunde enormen Stress und eine ernsthafte Gefahr.
„Hunde genießen es, sich in der Natur frei zu bewegen. Aber es ist wichtig, dass verantwortungsbewusste Hundehalter:innen darauf achten, keine Wildtiere zu gefährden. Besonders während der Brut- und Setz- und Aufzuchtzeit ist das Anleinen von Hunden von größter Bedeutung. Doch auch angeleinte Hunde können Jungtiere an Feldrändern aufschrecken. Daher ist es wichtig, beim Spazierengehen besonders aufmerksam zu sein und den Hund gegebenenfalls an der kurzen Leine zu halten“, sagt Martina Hasselberg, Heimtierexpertin bei VIER PFOTEN.
Von langen Schleppleinen sollten Hundehalter:innen absehen, da hiermit der Schutz für Wildtiere nicht gewährleistet werden kann.
Ausgewiesene Hundeauslaufflächen als Alternative
Die nächsten vier bis fünf Monate müssen weder für Hund noch für Halter:innen frustrierend sein. Auf speziellen Hundeauslaufflächen können Hunde weiterhin mit Artgenossen spielen. Idealerweise sind diese Flächen großzügig gestaltet, naturnah und eingezäunt.
Verhalten im Ernstfall
Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen kann es vorkommen, dass ein Hund ein Wildtier verletzt oder tötet, nachdem er sich entfernt hat. In solchen Fällen sollte sofort der zuständige Förster oder eine Wildtierstation eingeschaltet werden, um dem verletzten Wildtier zu helfen, wenn es noch möglich ist. Zur Not kann auch die Polizei kontaktiert werden, die dann den Förster oder eine Wildtierstation informiert.
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Tobias Udave
Pressesprecher für HaustiereVIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz
Lübecker Straße 128, 22087 Hamburg
VIER PFOTEN ist die globale Tierschutzorganisation für Tiere unter direktem menschlichem Einfluss, die Missstände erkennt, Tiere in Not rettet und sie beschützt. Die 1988 von Heli Dungler und Freunden in Wien gegründete Organisation tritt für eine Welt ein, in der Menschen Tieren mit Respekt, Mitgefühl und Verständnis begegnen. Im Fokus ihrer nachhaltigen Kampagnen und Projekte stehen Streunerhunde und -katzen sowie Haustiere, Tiere in der Landwirtschaft und Wildtiere – wie Bären, Großkatzen und Orang-Utans – aus nicht artgemäßer Haltung sowie aus Katastrophen- und Konfliktzonen. Mit Büros in Australien, Belgien, Bulgarien, Deutschland, Frankreich, Kambodscha, Kosovo, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, Südafrika, Thailand, der Ukraine, den USA, dem Vereinigten Königreich und Vietnam sowie 13 Wildtier-Schutzzentren und Partnerprojekten weltweit sorgt VIER PFOTEN für rasche Hilfe und langfristige Lösungen.