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ein Jahr und drei Monate Freiheitsstrafe

Welpenhändler-Paar verurteilt. Sie verkauften jahrelang Welpen unter falschen Angaben über Online-Plattformen 

16.3.2022

Hamburg/München, 16. März 2022 – Jahrelang haben Petra S. und ihr Lebensgefährte Richard S. mithilfe eines Tierarztes illegalen Welpenhandel betrieben. Die zu jungen und oftmals kranken Tiere wurden aus dem Ausland mit gefälschten Impfpässen nach Deutschland transportiert und unter falschen Angaben über Online-Plattformen wie eBay Kleinanzeigen oder DHD24 angeboten. Bis zu 2.000 Euro zahlten die gutgläubigen Interessent:innen für die Hunde. Durch eine Sammelklage betrogener Käufer:innen wurde der Fall vergangene Woche schließlich vor dem Amtsgericht München verhandelt. Die Angeklagten wurden wegen Betruges jeweils zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von einem Jahr und drei Monaten auf Bewährung sowie zu einer Geldstrafe verurteilt – nur, weil sie voll geständig waren. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

„Es wurde höchste Zeit, dass dieses Händlerpaar vor Gericht steht. VIER PFOTEN hat durch aufwendige und sehr aufschlussreiche Recherchen dazu beigetragen, diesen Kriminellen das Handwerk zu legen. Wir sind zudem mit vielen Betroffenen in Kontakt. Es gab seit Jahren auch immer wieder Beschwerden beim zuständigen Veterinäramt – doch dies blieb zu lange untätig. Kein Einzelfall. Dabei sind Petra S. und Richard S. keine kleinen Fische in diesem Geschäft der organisierten Bandenkriminalität. Ihre Verbindungen zu ebenfalls namentlich bekannten Mittäterinnen und Mittätern zeigen, dass sie tief in den illegalen Welpenhandel verstrickt sind. Allein aus Tierschutzsicht, aber auch zum Schutz der ahnungslosen Käuferinnen und Käufer, muss es in solchen Fällen unbedingt hohe Strafen sowie ein Tierhaltungs- und Tierhandelsverbot geben. Auch Veterinärämter müssen sofort durchgreifen, wenn sie auf Missstände oder Straftaten hingewiesen werden. Damit es gar nicht erst zu den tierquälerischen Bedingungen bei Haltung und Zucht kommt, müssen die im Koalitionsvertrag verankerten Pläne einer Identitätsprüfung auf Online-Plattformen sowie einer bundesweiten Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für Hunde unbedingt zeitnah umgesetzt werden.“

Birgitt Thiesmann, Expertin für illegalen Welpenhandel bei VIER PFOTEN

Hintergründe zum Fall

Die vom Händlerpaar unter falschen Angaben auf Kleinanzeigen-Plattformen inserierten Tiere waren in der Regel zu jung und krank. Der Tierarzt, der diesen kriminellen Handel aktiv unterstützt hat, stellte Blanko-Impfpässe aus, die das Händlerpaar nach Belieben ausfüllen konnte. So entsprachen weder die Geburtsdaten, die Herkunft, die Rasse oder Impfungen der Wahrheit. Petra S. und Richard S. chippten die Hunde (mit Transpondern aus dem Ausland) selbst, was ebenfalls nur dem Tierarzt gestattet ist. Mithilfe dieser gefälschten Dokumente wurden die Welpen aus einer tschechischen Vermehrerstation als Rassehunde äußerst gewinnbringend über Online-Plattformen in Deutschland verkauft. Selbst die drohende Gefahr einer Tollwuterkrankung, die für Mensch und Tier tödlich ist, nahmen sie dabei billigend in Kauf. Das zuständige Veterinäramt hatte trotz zahlreicher Beschwerden von Betroffenen jahrelang nichts gegen die Kriminellen unternommen. Die globale Stiftung für Tierschutz VIER PFOTEN konnte schlussendlich die Behörden mit den Resultaten jahrelanger Recherchen unterstützen.  

Weitere Hintergründe zum illegalen Welpenhandel finden Sie hier.

Corinna Madjitov

Pressesprecherin Heimtiere

presse-d@vier-pfoten.org

+49 162 857 206 5

VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz
Schomburgstraße 120, 22767 Hamburg

VIER PFOTEN ist die weltweite Tierschutzorganisation für Tiere unter direktem menschlichen Einfluss, die Leiden aufdeckt, Tiere in Not rettet und sie schützt. Gegründet 1988 in Wien von Heli Dungler und Freunden, setzt sich die Organisation für eine Welt ein, in der Menschen Tieren mit Respekt, Empathie und Verständnis begegnen. Die nachhaltigen Kampagnen und Projekte von VIER PFOTEN konzentrieren sich auf Haustiere wie streunende Hunde und Katzen, Nutztiere und Wildtiere - wie Bären, Großkatzen und Orang-Utans - in unangemessener Haltung sowie in Katastrophen- und Konfliktgebieten. Mit Büros in Australien, Österreich, Belgien, Bulgarien, Deutschland, Kosovo, den Niederlanden, der Schweiz, Südafrika, Thailand, der Ukraine, Großbritannien, den USA und Vietnam sowie Auffangstationen für gerettete Tiere in elf Ländern bietet VIER PFOTEN schnelle Hilfe und langfristige Lösungen. 

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