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Am 15. März ist Weltverbrauchertag 

Illegaler Welpenhandel sorgt für Leid bei Menschen und Tieren. VIER PFOTEN fordert Politik zum Handeln auf 

11.3.2022

11. März 2022 – Der illegale Online-Handel mit Tieren ist ein grausames Geschäft. Doch der skrupellose Verkauf von meist viel zu jungen, häufig kranken und traumatisierten Welpen geht auch auf Kosten ahnungsloser Verbraucher:innen. Zum Weltverbrauchertag am 15. März 2022 fordert die internationale Tierschutzstiftung VIER PFOTEN die Bundesregierung auf, Maßnahmen zum Schutz von Menschen und Tieren zu ergreifen: Zeitnah muss eine Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für Hunde und Katzen sowie die Einführung einer Verifizierungspflicht auf allen Online-Verkaufsplattformen erfolgen.

„Der illegale Welpenhandel verursacht millionenfaches Leid. Während der Corona-Pandemie hat die Nachfrage nach Hundewelpen erneut stark zugenommen. Die Tiere aus dem illegalen Handel werden meist viel zu früh von ihrer Mutter getrennt, sind nicht geimpft und häufig krank. Die massiv traumatisierten Hunde werden dann auf Plattformen wie Ebay-Kleinanzeigen, quoka.de oder Deine Tierwelt angeboten. Interessierte haben kaum eine Chance, die Anzeigen skrupelloser Händler und Händlerinnen von seriösen Annoncen zu unterscheiden und unterstützen mit einem Kauf oft unwissentlich den illegalen Welpenhandel.“

Daniela Schneider, Kampagnenverantwortliche für Heimtiere bei VIER PFOTEN

„Die erste Freude über das neue tierische Familienmitglied wird meist schnell getrübt, wenn sich herausstellt, dass der Welpe schwerkrank ist oder Todesängste aussteht, wenn er von Menschen gestreichelt wird. Wir fordern daher die Bundesregierung auf, die im Koalitionsvertrag versprochenen Maßnahmen einzuleiten und eine Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für alle Heimtiere sowie die Einführung einer Verifizierungspflicht auf allen Online-Verkaufsplattformen eizuführen.“

Nach wie vor werden auf Internet-Plattformen Rassehunde zum Verkauf angeboten. Vergleicht man etwa die Geburtenzahlen beliebter Trendrassen beim Verband fürs deutsche Hundewesen (VDH) mit den Zahlen, der beim Haustierregister Tasso registrierten Tiere, stellt man schnell eine enorme Diskrepanz fest: Beispielsweise wurden im Jahr 2020 bei VDH-Züchter:innen insgesamt 193 Französische Bulldoggen geboren, bei Tasso registriert wurden im selben Jahr allerdings 13.657 Französische Bulldoggen – ein Unterschied von beinahe 7000 Prozent. 

„Es ist davon auszugehen, dass ein riesiger Teil dieser Tiere aus dem illegalen Welpenhandel stammt – und das ist nur ein Beispiel von vielen. Auf die Opfer dieses erbarmungslosen Geschäfts kommen meist hohe Tierärzt:innenkosten zu, denn viel zu oft sind die Hunde krank, verhaltensgestört und nicht selten sterben die Tiere früh – das ist immer traumatisch. Die Bundesregierung ist in der Pflicht Verbraucherinnen und Verbraucher zu schützen und endlich Gesetze zu erlassen, um den illegalen Welpenhandel zu stoppen", so Daniela Schneider.

Hintergrundinformationen zum illegalen Welpenhandel

Seriöse Anzeigen auf Online-Plattformen lassen sich inzwischen kaum mehr von kriminellen Angeboten unterscheiden. Doch viele der online angebotenen Tiere stammen aus Hundefabriken. Dort werden Welpen unter grausamen Bedingungen produziert: Die Tiere bekommen keine medizinische Versorgung, kein geeignetes Futter und keine lebenswichtigen Impfungen. Die Käufer:innen werden bewusst getäuscht und zahlen oft hohe Summen für einen viel zu jungen und häufig kranken Welpen. Ein auffällig niedriger Preis kann nach wie vor ein Warnsignal sein, doch die meisten illegalen Welpenhändler:innen bieten Trendrassen online mitunter auf dem gleichen Preisniveau an wie seriöse Züchter:innen. Da illegale Welpenhändler:innen häufig anonym im Internet agieren, ist eine Strafverfolgung nur in den seltensten Fällen möglich. Die Leittragenden sind in erster Linie die Tiere. Aber auch für die neuen Halter:innen bedeutet ein kranker Welpe aus illegalem Handel eine emotionale und nicht zuletzt auch finanzielle Herausforderung.

Den VIER PFOTEN Report 2021 zum illegalen Welpenhandel finden Sie hier.

Weitere Informationen zum illegalen Welpenhandel finden Sie hier.

Corinna Madjitov

Pressesprecherin Heimtiere

presse-d@vier-pfoten.org

+49 162 857 206 5

VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz
Schomburgstraße 120, 22767 Hamburg

VIER PFOTEN ist die weltweite Tierschutzorganisation für Tiere unter direktem menschlichen Einfluss, die Leiden aufdeckt, Tiere in Not rettet und sie schützt. Gegründet 1988 in Wien von Heli Dungler und Freunden, setzt sich die Organisation für eine Welt ein, in der Menschen Tieren mit Respekt, Empathie und Verständnis begegnen. Die nachhaltigen Kampagnen und Projekte von VIER PFOTEN konzentrieren sich auf Haustiere wie streunende Hunde und Katzen, Nutztiere und Wildtiere - wie Bären, Großkatzen und Orang-Utans - in unangemessener Haltung sowie in Katastrophen- und Konfliktgebieten. Mit Büros in Australien, Österreich, Belgien, Bulgarien, Deutschland, Kosovo, den Niederlanden, der Schweiz, Südafrika, Thailand, der Ukraine, Großbritannien, den USA und Vietnam sowie Auffangstationen für gerettete Tiere in elf Ländern bietet VIER PFOTEN schnelle Hilfe und langfristige Lösungen. 

www.vier-pfoten.de

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