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VIER PFOTEN fordert mit Plakatwänden in 16 Bundesländern: „Lasst die Sau raus“ 

6.3.2020

Appell am Montag an die Bundesländer, sich gegen verfassungs- und tierschutzwidrige Kastenstandhaltung von Sauen einzusetzen

Hamburg, 06. März 2020 – Die Tierschutzorganisation VIER PFOTEN wird am Montag, 09. März, vor den Regierungssitzen aller Bundesländer ganztägig aufmerksamkeitsstarke Plakatwände (4,60 x 3,00 Meter) mit der Forderung „Lasst die Sau raus“ aufstellen und an die Länder appellieren, sich gegen die von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner geplante Verschlechterung der Haltungsbedingungen für Sauen einzusetzen. Diese würde es den Landwirtinnen und Landwirten erlauben, die Tiere weiter in zu enge Metallkäfige, sogenannte Kastenstände, zu sperren. Die Entscheidung zur geplanten Abstimmung im Bundesrat wurde bereits mehrmals vertagt. 

„Der Plan der Ministerin, eine verfassungs- und tierschutzwidrige Verordnung möglichst geräuscharm durch den Bundesrat zu bringen, ist gescheitert. Zu laut ist der Protest der Bürgerinnen und Bürger, die diese Politik nicht mehr durchgehen lassen wollen. Die deutsche Agrarpolitik, in der ausschließlich an den Symptomen der industriellen Tierhaltung herumgepfuscht wird, ist ein Relikt vergangener Zeiten, genauso wie der tierquälerische Kastenstand. Wir brauchen nicht nur die immer wieder in Deutschland beschworene Agrarwende, wir brauchen eine Tierschutzwende, die das Thema Tierschutz endlich ernst nimmt.“

Rüdiger Jürgensen, Geschäftsführer VIER PFOTEN Deutschland

Das Bundesverwaltungsgericht hatte im November 2016 ein Urteil bestätigt, dass Sauen in den körperengen Metallkäfigen, sogenannten Kastenständen, zumindest ihre Gliedmaßen ungehindert ausstrecken können müssen. Dieses Urteil will Ministerin Klöckner außer Kraft setzen und braucht dafür die Zustimmung der Länder.

Die Initiative der Ministerin wird seit Monaten bundesweit äußerst kontrovers diskutiert. Der Bundesrat musste die Entscheidung dazu bereits mehrfach verschieben – zuletzt am 14. Februar bei der Plenarsitzung des Bundesrats. Am 03. März haben sich die Bundesländer darauf verständigt, die Abstimmung auf den 15. Mai zu verschieben und weiter zu verhandeln.

Plakatwand-Aktion am Montag, 09. März

Download: Zu den Plakatmotiven geht es hier
Aktion: Plakatwände mit der Aufforderung „Lasst die Sau raus“
Wann: Montag, 09. März, von 09:00 bis 18:00 Uhr
Wo: Vor den jeweiligen Regierungssitzen der 16 Bundesländer:

  1. Bayerische Staatskanzlei, Franz-Josef-Strauß-Ring 1, München
  2. Staatsministerium Baden-Württemberg, Richard-Wagner-Str. 15,  Stuttgart
  3. Senatskanzlei Berlin Rotes Rathaus, Rathausstr. 15, Berlin
  4. Staatskanzlei Brandenburg, Heinrich-Mann-Allee 107, Potsdam
  5. Bremer Rathaus, Am Markt 21, Bremen
  6. Senatskanzlei Hamburg, Rathausmarkt 1, Hamburg
  7. Hessische Staatskanzlei, Georg-August-Zinn-Str. 1, Wiesbaden
  8. Staatskanzlei Mecklenburg-Vorpommern, Schloßstr. 2-4, Schwerin
  9. Niedersächsische Staatskanzlei, Planckstraße 2, Hannover
  10. Staatskanzlei des Landes Nordrhein-Westfalen, Horionplatz 1, Düsseldorf
  11. Staatskanzlei Rheinland-Pfalz, Peter-Altmeier-Allee 1, Mainz
  12. Staatskanzlei des Saarlandes, Am Ludwigsplatz 14, Saarbrücken
  13. Staatskanzlei Sachsen-Anhalt, Hegelstraße 40-42, Magdeburg
  14. Sächsische Staatskanzlei, Archivstraße 1, Dresden
  15. Staatskanzlei Schleswig-Holstein, Düsternbrooker Weg 104, Kiel
  16. Thüringer Staatskanzlei, Regierungsstraße 73, Erfurt

Zum Hintergrund: 
2016 wurde vom Bundesverwaltungsgericht ein Urteil des Oberverwaltungsgerichts Sachsen-Anhalt bestätigt, wonach die Sauen nach der bereits seit 1992 geltenden Regelung in Kastenständen in der Lage sein müssen, ihre Gliedmaßen beim Liegen auszustrecken. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) hatte selbst eingeräumt, dass Kastenstände, die diesen Anforderungen genügen, kaum anzutreffen sind. Doch statt die Haltungsbedingungen anzupassen und den Sauen ein ausgestrecktes Liegen zu ermöglichen, sieht der Verordnungsentwurf vor, diesen Passus nachträglich aus der Verordnung zu streichen. Die nächsten 17 Jahre sollen die Kastenstände unverändert weiter betrieben werden dürfen und auch danach sollen sie nicht abgeschafft, sondern nur um wenige Zentimeter verbreitert werden. Das Land Berlin hat im Januar 2019 ein Normenkontrollverfahren vor dem Bundesverfassungsgericht in die Wege geleitet. In diesem Verfahren wird das Verfassungsgericht prüfen, ob einige Teile der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung für Schweine und damit auch die Haltung von Schweinen im Kastenstand gegen die Verfassung verstoßen.

Zu den einzelnen Plakatmotiven geht eshier

Plakatmotive

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Plakatmotive: © VIER PFOTEN/Fred Dott

Oliver Windhorst

Pressesprecher Nutztiere und Ernährung

presse-d@vier-pfoten.org

+49 40 399 249-66

VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz
Schomburgstraße 120, 22767 Hamburg

VIER PFOTEN ist die globale Tierschutzorganisation für Tiere unter direktem menschlichem Einfluss, die Missstände erkennt, Tiere in Not rettet und sie beschützt. Die 1988 von Heli Dungler in Wien gegründete Organisation tritt für eine Welt ein, in der Menschen Tieren mit Respekt, Mitgefühl und Verständnis begegnen. Im Fokus ihrer nachhaltigen Kampagnen und Projekte stehen Streunerhunde und -katzen sowie Heim-, Nutz- und Wildtiere – wie Bären, Großkatzen, Orang-Utans und Elefanten – aus nicht artgemäßer Haltung sowie aus Katastrophen- und Konfliktzonen. Mit Büros in Australien, Belgien, Bulgarien, Deutschland, Großbritannien, Kosovo, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, Südafrika, Thailand, der Ukraine, Ungarn, den USA und Vietnam sowie Schutzzentren für notleidende Tiere in zwölf Ländern sorgt VIER PFOTEN für rasche Hilfe und langfristige Lösungen.

www.vier-pfoten.de