
VIER PFOTEN fordert EU-weite Haltungskennzeichnung für Produkte tierischen Ursprungs
Neue EU-Lebensmittelkennzeichnung aus Tierschutzsicht unzureichend
Hamburg, 31. März 2020 – Zum 1. April tritt die neue EU-Lebensmittelkennzeichnung mit der Pflicht zur Herkunftsangabe der Primärzutaten von verarbeiteten Produkten in Kraft. Diese ist laut VIER PFOTEN unzureichend, denn sie gibt Verbraucherinnen und Verbrauchern keine tierschutzrelevanten Informationen und damit keine Entscheidungshilfe beim Kauf. Die internationale Tierschutzstiftung fordert daher eine EU-weite Kennzeichnung der Haltungsbedingungen der Tiere.
Worum geht es bei der neuen EU-Lebensmittelkennzeichnung im Detail?
Das sagt die neue „Durchführungsverordnung (EU) 2018/775“: Wird für ein Lebensmittel das Ursprungsland angegeben und weicht die Herkunft der primären Zutat hiervon ab, muss künftig für diese primäre Zutat die abweichende Herkunft ebenfalls angegeben werden. Für die neue Kennzeichnung reicht es, wenn künftig auf einem Produkt „Stammt nicht aus Deutschland“ oder „Stammt nicht aus der EU“ steht. Wird beispielsweise ein Joghurt mit dem Hinweis „Hergestellt in Deutschland“ verkauft und die Milch stammt nicht aus Deutschland, muss laut der Verordnung auch das Herkunftsland der Primärzutat – in diesem Fall der Milch – angegeben werden. So soll transparent gemacht werden, dass Produkte zum Beispiel zwar in Deutschland verarbeitet wurden, die Grundzutat aber aus einem anderen Land stammt.
Weitere Informationen finden Sie unter:
www.vier-pfoten.de
VIER PFOTEN ist die globale Tierschutzorganisation für Tiere unter direktem menschlichem Einfluss, die Missstände erkennt, Tiere in Not rettet und sie beschützt. Die 1988 von Heli Dungler und Freunden in Wien gegründete Organisation tritt für eine Welt ein, in der Menschen Tieren mit Respekt, Mitgefühl und Verständnis begegnen. Im Fokus ihrer nachhaltigen Kampagnen und Projekte stehen Streunerhunde und -katzen sowie Haustiere, Tiere in der Landwirtschaft und Wildtiere – wie Bären, Großkatzen und Orang-Utans – aus nicht artgemäßer Haltung sowie aus Katastrophen- und Konfliktzonen. Mit Büros in Australien, Belgien, Bulgarien, Deutschland, Frankreich, Kambodscha, Kosovo, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, Südafrika, Thailand, der Ukraine, den USA, dem Vereinigten Königreich und Vietnam sowie 13 Wildtier-Schutzzentren und Partnerprojekten weltweit sorgt VIER PFOTEN für rasche Hilfe und langfristige Lösungen.