
Wildtiere leiden in der Manege
Neustart der Zirkus-Saison zum Ferienbeginn: VIER PFOTEN rät vom Besuch tierhaltender Zirkusse ab und gibt Tipps für tierfreundliche Ausflugsalternativen
Hamburg, 30. Juni 2021 – Trotz anhaltender Diskussion über ein generelles Wildtierverbot in fahrenden Zirkusbetrieben halten noch immer einige Zirkusse an ihren Dressur-Nummern mit Wildtieren fest. Der Moskauer Zirkus zum Beispiel wird für die anstehenden Auftritte in Dachau unter anderem mit Tigern das Programm gestalten. Die internationale Tierschutzstiftung VIER PFOTEN rät davon ab, Zirkusse zu besuchen, in denen Tiere auftreten müssen. Wer Tiger, Elefanten und Co. sehen will, sollte stattdessen Auffangstationen und Wildtierparks besuchen, in denen wilde Tiere ein artgemäßes Leben führen können.
Ein Zirkusbesuch ist vor allem bei Familien mit Kindern beliebt. VIER PFOTEN warnt jedoch vor der realitätsfremden Darstellung von Wildtieren im Zirkus. „In der Manege werden die Tiere zu Kunststücken und unnatürlichen Darbietungen gezwungen. Das ist sowohl aus ethischer als auch als pädagogischer Sicht mehr als fragwürdig. Es gibt zum Glück mittlerweile einige Zirkusse, wie etwa Zirkus Roncalli oder Cirque du Soleil, die ganz ohne Tierleid ein tolles Unterhaltungsprogramm bieten. Wer seinem Kind Tiere aus der Nähe zeigen will, sollte Lebendhöfe, Artenschutzzentren oder Wildtierparks besuchen, wo die Tiere ein artgemäßes Leben führen können“, so der VIER PFOTEN Experte.
Tiere ohne Tierleid sehen
Es gibt viele Orte, an denen man Tiere aus nächster Nähe sehen kann, ohne Tierleid zu fördern. Viele Schutzzentren, Lebendhöfe und Wildtierauffangstationen sind in ganz Deutschland zu finden. Die meisten Einrichtungen bieten regelmäßig informative Führungen an, wo Besucher:innen viel über die gehaltenen Tiere erfahren können. Im von VIER PFOTEN geführten Tier-und Artenschutzzentrum TIERART in Maßweiler etwa, gibt es nicht nur heimische Wildtiere zu bestaunen, sondern auch Tiger, Puma und Serval. Im VIER PFOTEN BÄRENWALD Müritz im Mecklenburg-Vorpommern können Bären aus ehemals schlechter Haltung in weitläufigen, artgemäßen Gehegen beobachtet werden. „Es gibt viele gut geführte Parks und Auffangstationen. Allerdings sollte man grundsätzlich Einrichtungen meiden, in denen man mit Tieren interagieren kann, wie etwa Streichelzoos“, empfiehlt Sven Wirth.
Auf politische Ebene setzt sich VIER PFOTEN sowohl in Deutschland als auch in der EU für eine Ende des Tierleids im Zirkus ein. Das aktuelle Video der #EUStopCircusSuffering-Kampagne, mit eindrücklichen Bildern aus der Lebensrealität vom Zirkustieren sehen Sie hier.

Susanne von Pölnitz
Pressesprecherin Wildtiere+49 152 020 170 68
VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz
Lübecker Straße 128, 22087 Hamburg
VIER PFOTEN ist die globale Tierschutzorganisation für Tiere unter direktem menschlichem Einfluss, die Missstände erkennt, Tiere in Not rettet und sie beschützt. Die 1988 von Heli Dungler und Freunden in Wien gegründete Organisation tritt für eine Welt ein, in der Menschen Tieren mit Respekt, Mitgefühl und Verständnis begegnen. Im Fokus ihrer nachhaltigen Kampagnen und Projekte stehen Streunerhunde und -katzen sowie Haustiere, Tiere in der Landwirtschaft und Wildtiere – wie Bären, Großkatzen und Orang-Utans – aus nicht artgemäßer Haltung sowie aus Katastrophen- und Konfliktzonen. Mit Büros in Australien, Belgien, Bulgarien, Deutschland, Frankreich, Kambodscha, Kosovo, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, Südafrika, Thailand, der Ukraine, den USA, dem Vereinigten Königreich und Vietnam sowie 13 Wildtier-Schutzzentren und Partnerprojekten weltweit sorgt VIER PFOTEN für rasche Hilfe und langfristige Lösungen.