Bündnis fordert von der EU-Kommission vollständigen Ausstieg aus der Käfighaltung 

Protestaktion vor der Vertretung der Europäischen Kommission // Vorlage der Gesetzentwürfe überfällig 

Hamburg, 22. Juli 2026 – Das deutsche Bündnis der Europäischen Bürgerinitiative „End the Cage Age“ fordert die Europäische Kommission auf, die seit mehr als zweieinhalb Jahren überfälligen Gesetzesvorschläge zur Abschaffung der Käfighaltung noch in diesem Jahr vorzulegen und damit den zugesagten Ausstieg ohne weitere Verzögerung einzuleiten.

„Millionen Tiere verbringen noch immer häufig ihr gesamtes Leben in Käfigen, Kastenständen oder ähnlichen Haltungssystemen. Die Europäische Kommission darf ihr Versprechen gegenüber 1,4 Millionen Bürgerinnen und Bürger nicht länger aufschieben – für die Tiere ist jeder weitere Tag einer zu viel“, heißt es von Seiten des Bündnisses, dem die Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt, Animal Society, Deutscher Tierschutzbund, PROVIEH und VIER PFOTEN angehören.

Mit einer Protestaktion und Redebeiträgen vor der Vertretung der Europäischen Kommission am Brandenburger Tor haben die vier Organisationen die Europäische Kommission heute dazu aufgefordert, den Ausstieg aus der Käfighaltung endlich einzuleiten. Sie überreichten einen offenen Brief an Barbara Gessler, Leiterin der Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland.

Hintergrund 

Mit rund 1,4 Millionen Unterschriften zählt „End the Cage Age“ zu den erfolgreichsten Europäischen Bürgerinitiativen. Allein in Deutschland wurde die Initiative von 474.753 Menschen unterstützt. 

Nachdem die Europäische Kommission 2021 zugesagt hatte, bis Ende 2023 Gesetzesvorschläge zur Abschaffung der Käfighaltung vorzulegen, wurde diese Frist nicht eingehalten. Inzwischen hat die Kommission angekündigt, entsprechende Vorschläge im vierten Quartal 2026 vorzulegen. 
Schätzungen zufolge werden in der Europäischen Union weiterhin rund 300 Millionen Tiere pro Jahr in Käfigen, Kastenständen oder ähnlichen Haltungssystemen gehalten. Die Tiere sind auf engstem Raum eingesperrt und können zentrale Verhaltensweisen wie Bewegung, Erkundung oder Sozialkontakte häufig nicht oder nur eingeschränkt ausleben. 

Die Europäische Bürgerinitiative „End the Cage Age“ fordert ein Ende der Käfighaltung von Legehennen, Schweinen, Kälbern, Kaninchen, Enten, Gänsen, Wachteln und weiteren Tierarten in der europäischen Landwirtschaft. Mehr als 170 Nichtregierungsorganisationen aus ganz Europa haben die Initiative unterstützt. 

Am 7. Juli 2026 veröffentlichte die EU-Kommission ihre EU Livestock Strategy. Darin kündigt die Kommission an, bis Ende 2026 Gesetzesvorschläge für neue Tierschutzvorschriften bei Legehennen und Masthühnern vorzulegen. Dabei soll auch das bereits angekündigte Ende der Käfighaltung von Legehennen gesetzlich geregelt werden. Für 2027 ist eine Überarbeitung der Vorschriften für die Schweinehaltung angekündigt, die unter anderem die Haltung von Sauen in Kastenständen betreffen soll.
 
Das Bündnis begrüßt die erneute Fokussierung der Kommission auf den Tierschutz und die angekündigten Schritte als wichtiges Signal, betont jedoch, dass den Ambitionen nun konkrete Taten folgen müssen. Zugleich kritisiert es erhebliche Lücken: So fehlen demnach bislang konkrete Vorschläge für die Käfighaltung von Enten, Gänsen, Wachteln und Kaninchen sowie für die Einzelhaltung von Kälbern. Damit bleibe die Kommission nach Auffassung des Bündnisses deutlich hinter ihrer ursprünglichen Zusage gegenüber den 1,4 Millionen Unterstützer:innen der Bürgerinitiative zurück.

Nötig seien nun klare Gesetzesreformen, messbare Verbesserungen für die Tiere und eine stärkere Unterstützung für Landwirt:innen beim Umstieg auf höhere Tierschutzstandards. 

Weitere Informationen zum Thema finden Sie hier

 

Oliver Windhorst

Pressesprecher für Tiere in der Landwirtschaft

presse-d@vier-pfoten.org

+49 151 183 515 30

VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz
Lübecker Straße 128, 22087 Hamburg

VIER PFOTEN ist die globale Tierschutzorganisation für Tiere unter direktem menschlichem Einfluss, die Missstände erkennt, Tiere in Not rettet und sie beschützt. Die 1988 von Heli Dungler und Freunden in Wien gegründete Organisation tritt für eine Welt ein, in der Menschen Tieren mit Respekt, Mitgefühl und Verständnis begegnen. Im Fokus ihrer nachhaltigen Kampagnen und Projekte stehen Streunerhunde und -katzen sowie Haustiere, Tiere in der Landwirtschaft und Wildtiere – wie Bären, Großkatzen und Orang-Utans – aus nicht artgemäßer Haltung sowie aus Katastrophen- und Konfliktzonen. Mit Büros in Australien, Belgien, Bulgarien, Deutschland, Frankreich, Kambodscha, Kosovo, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, Südafrika, Thailand, der Ukraine, den USA, dem Vereinigten Königreich und Vietnam sowie 13 Wildtier-Schutzzentren und Partnerprojekten weltweit sorgt VIER PFOTEN für rasche Hilfe und langfristige Lösungen.

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