2026 bereits 333 Tiere aus illegalem Welpenhandel entdeckt
Monitoring von VIER PFOTEN zeigt: Bayern ist Hotspot, kleine Rassen sind besonders beliebt
Hamburg, 01. Juli 2026 – Die globale Stiftung für Tierschutz VIER PFOTEN konnte von Januar bis Ende Juni 2026 insgesamt 333 illegal gehandelte Tiere in 50 Fällen vermerken – darunter 302 Hunde und 31 Katzen. Fast die Hälfte der Fälle wurde in Bayern entdeckt. Acht Welpen überlebten die Strapazen trotz tierärztlicher Behandlung nicht. Die meisten Fälle wurden wie auch im ersten Quartal des Jahres in Bayern festgestellt: 23 Fälle (46 Prozent) mit insgesamt 148 Tieren (44 Prozent). Die Zahlen zeigen, dass der illegale Welpenhandel auch im ersten Halbjahr 2026 auf hohem Niveau fortbesteht. |
Weiterhin besonders beliebt: kleine Rassen
Besonders gefragt sind weiterhin kleine Hunderassen. Vor allem Dackel stechen hervor: Sie machen knapp 20 Prozent der Fälle (neun Fälle) und fast ein Drittel der beschlagnahmten Hunde (85 Tiere, 28 Prozent) aus. Auffällig ist, dass viele der Tiere in sogenannten Trendfarben wie Merle und Dilute gezüchtet wurden.
Daneben bleiben auch Rassen wie Französische Bulldoggen, Malteser, Pudel sowie Pudelmixe im Fokus des illegalen Handels. Diese aktuell gefragten Tiere werden online häufig zu ähnlichen Preisen angeboten wie bei Züchter:innen.
Illegal gehandelte Welpen sind oft schwer krank: Viele leiden unter Parasiten wie Würmern oder Giardien, die starken Durchfall verursachen, oder sind mit dem Parvovirus infiziert. Eine Parvovirose führt zu blutigem Durchfall und Erbrechen und verläuft bei Welpen oft tödlich – selbst bei intensiver Behandlung. Außerdem ist das Immunsystem der Welpen durch die häufig viel zu frühe Trennung von der Mutter meist dauerhaft geschwächt.
Meldungen weiterhin überwiegend online
Über das VIER PFOTEN Meldetool gingen im ersten Halbjahr insgesamt 83 Meldungen ein. Der Großteil davon (62 Meldungen bzw. 72 Prozent) betraf den Online-Handel. Weitere 15 Meldungen (17 Prozent) kamen aus sonstigen Quellen und 9 Meldungen (11 Prozent) standen im Zusammenhang mit Züchter:innen. Diese Zahlen verdeutlichen erneut die zentrale Rolle des Internets als Vertriebskanal für illegal gehandelte Tiere.
Forderungen an die Bundesregierung
VIER PFOTEN fordert von der Bundesregierung weiterhin, entschlossen gegen den illegalen Welpenhandel vorzugehen:
„In diesem Jahr wurde auf EU-Ebene eine Verordnung verabschiedet, die den Online-Handel regulieren und eine Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für Hunde und Katzen einführen soll. Wir erwarten von der Bundesregierung unter anderem, dass sie bei der Umsetzung sicherstellt, dass die Daten der Halter:innen im Heimtierregister überprüft werden und nur Anzeigen veröffentlicht werden, bei denen die Registrierung verifiziert wurde“, sagt Saskia Dauter von VIER PFOTEN.
Den aktuellen VIER PFOTEN Report zum illegalen Welpenhandel finden Sie hier.
Wissenswertes zum illegalen Welpenhandel finden Sie hier.

Oliver Windhorst
Pressesprecher für Tiere in der LandwirtschaftVIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz
Lübecker Straße 128, 22087 Hamburg
VIER PFOTEN ist die globale Tierschutzorganisation für Tiere unter direktem menschlichem Einfluss, die Missstände erkennt, Tiere in Not rettet und sie beschützt. Die 1988 von Heli Dungler und Freunden in Wien gegründete Organisation tritt für eine Welt ein, in der Menschen Tieren mit Respekt, Mitgefühl und Verständnis begegnen. Im Fokus ihrer nachhaltigen Kampagnen und Projekte stehen Streunerhunde und -katzen sowie Haustiere, Tiere in der Landwirtschaft und Wildtiere – wie Bären, Großkatzen und Orang-Utans – aus nicht artgemäßer Haltung sowie aus Katastrophen- und Konfliktzonen. Mit Büros in Australien, Belgien, Bulgarien, Deutschland, Frankreich, Kambodscha, Kosovo, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, Südafrika, Thailand, der Ukraine, den USA, dem Vereinigten Königreich und Vietnam sowie 13 Wildtier-Schutzzentren und Partnerprojekten weltweit sorgt VIER PFOTEN für rasche Hilfe und langfristige Lösungen.