VIER PFOTEN Kommentar: „Einen Schritt gemacht, aber noch lange nicht am Ende des Weges“

Zur Entscheidung des Bundesrates, die Kastenstandhaltung von Sauen im Deckbereich zu beenden

3.7.2020

Hamburg, 3. Juli 2020 – VIER PFOTEN begrüßt die Entscheidung des Bundesrates, die Kastenstandhaltung von Sauen im Deckbereich zu beenden.

Es kommentiert Rüdiger Jürgensen, Geschäftsführer VIER PFOTEN Deutschland:

„Dank  der Grünen und hunderttausender Tierschützerinnen und Tierschützern wurde die Entscheidung zuletzt immer wieder verschoben und weiterverhandelt. Der Anfang vom Ende des Kastenstands im Deckbereich ist jetzt besiegelt. Auch wenn ein erster Teilerfolg für die Sauen in Deutschland erzielt wurde, haben wir noch einen sehr langen Weg bis zur endgültigen Abschaffung der grausamen Metallkäfige vor uns. Sauen dürfen noch bis zu zehn weitere Jahre in zu enge Kastenstände eingesperrt werden. Damit wird systematisch weiter gegen die seit 1992 bestehenden Vorgaben verstoßen. Dass das so weitergeht, ist ein beschämender Kniefall von Bundesministerin Klöckner vor der Agrarlobby. Auch im Abferkelbereich wird sich erst in bis zu 17 Jahren etwas ändern und die Sauen ein paar Tage weniger im Kastenstand eingesperrt sein. 

Die Politik muss Landwirtinnen und Landwirte sofort mit einem wirkungsvollen Finanzierungskonzept unterstützen und den Kastenstand komplett abschaffen. Die für Stallumbauten verabschiedeten 300 Millionen Euro reichen dabei nicht einmal annähernd für den Ausstieg aus dem Kastenstand. Bis zur Abschaffung der tierschutzwidrigen Kastenstände muss es außerdem flächendeckende Kontrollen geben und nicht wie jetzt, durchschnittlich nur alle 17 Jahre. Es muss sichergestellt sein, dass die Sauen im Deckbereich wirklich nur zum Zeitpunkt der Besamung fixiert werden.

Der Beschluss ist für uns Ansporn, mit aller Kraft weiter zu kämpfen, bis der Kastenstand endlich Geschichte ist.“

Oliver Windhorst

Pressesprecher für Tiere in der Landwirtschaft

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