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Tigerin Jill ist gestorben 

Trauer in TIERART Wildtierstation von VIER PFOTEN

26.1.2022

Hamburg/Maßweiler, 26. Januar 2022 – Die Mitarbeiter:innen der TIERART Wildtierstation von VIER PFOTEN mussten Abschied von Tigerin Jill nehmen, die am Dienstag im Alter von 15 Jahren verstorben ist. Sie lebte seit knapp zwei Jahren in dem Schutzzentrum der internationalen Tierschutzstiftung. „Für uns ist es sehr schmerzlich, Jill zu verlieren“, sagt Eva Lindenschmidt, Diplom-Biologin und stellvertretende Betriebsleiterin von TIERART. 

Bereits beim ersten veterinärmedizinischen Check nach ihrem Einzug 2020 wurde bei Jill eine degenerative Nierenerkrankung in fortgeschrittenem Stadium festgestellt. Bei einer weiteren Untersuchung im vergangenen Dezember waren im Ultraschall keine besorgniserregenden Veränderungen der Nieren erkennbar, doch die Ergebnisse der Blut- und Urinproben waren extrem schlecht. Die medikamentöse Therapie der Tigerin wurde umgehend entsprechend angepasst.

„Chronisch degenerative Nierenerkrankungen sind sehr häufig bei Klein- und Großkatzen in einem fortgeschrittenen Alter und leider kann man diese nicht heilen, höchstens den Verlauf etwas verlangsamen und die Symptome behandeln.“

Eva Lindenschmidt, Diplom-Biologin und stellvertretende Betriebsleiterin von TIERART

Trotz intensiver medizinischer Betreuung verschlechterte sich Jills Zustand in den letzten Tagen dramatisch. Aufgrund der schlechten Diagnose entschieden sich TIERART-Team und die behandelnde Tierärztin Julia Bohner dafür, Jill von ihrem Leiden zu erlösen.

Unser ganzes Team ist geblieben, um sich noch von Jill zu verabschieden und wir haben auch ihrem Halbbruder Sahib die Möglichkeit dafür eingeräumt, was uns sehr wichtig war. Dafür hatten wir Jill im Innengehege an das Gitter gelegt und ihn dann in die Box daneben reingelassen. Es war wirklich herzzerreißend, wie er sie fassungslos durch das Gitter hindurch angeschaut und beschnüffelt hat. Dann ging er immer wieder zum Strohbett, in dem Jill vorher tagsüber geschlafen hatte und wieder zurück zum Gitter. Als ob er sich nochmal davon überzeugen wollte, dass da wirklich kein Leben mehr ist. Nach einigen Minuten verließ er das Innengehege und ging raus. Es berührt uns immer wieder, wie sensibel und feinfühlig Tiere sind und wie sie um ihre Lieben trauern können. Jill und Sahib hatten eine sehr enge Bindung und er ist bereits in den vergangenen Tagen nicht von ihrer Seite gewichen, wann immer die beiden zusammen waren", schildert die Diplom-Biologin.

Jill kam gemeinsam mit ihrem Halbbruder Sahib 2020 zu TIERART. Vorher lebten beide 13 Jahre als Zirkustiger und traten regelmäßig in der Manege auf. Bei TIERART verbrachte Jill den Tag am liebsten Seite an Seite mit Sahib und beschäftigte sich gerne mit jeglicher Art von Spielmaterialien. Auch im Schwimmteich war Jill bei warmem Wetter häufig beim ausgiebigen Baden anzutreffen.

„Wir alle hätten Jill noch viele schöne Jahre gemeinsam mit ihrem Halbbruder bei TIERART gegönnt und werden sie sehr vermissen. Dennoch war die Entscheidung die einzig richtige, um ihr unnötiges Leid zu ersparen. In der nächsten Zeit werden wir ein besonders wachsames Auge auf Sahib haben und ihn so gut es geht beschäftigen und ablenken. Wir hoffen sehr, dass er den Verlust einigermaßen gut verkraftet", ergänzt Eva Lindenschmidt. 

Weitere Informationen finden Sie hier
 

Eva Lindenschmidt steht für Interviews zur Verfügung.

Susanne von Pölnitz

Pressesprecherin Wildtiere

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