Schwein schaut durch die Gitter eines Transportwagens

Lebendtiertransporte: Bundesregierung will mit Regelungsvorhaben Tierleid verhindern

Schritt in die richtige Richtung aber noch Verbesserungsbedarf

17.2.2025

Hamburg, 15. Februar 2025 – Das Bundeslandwirtschaftsministerium hat heute ein Eckpunktepapier zum „Nationalen Regelungsvorhaben zum Schutz aus Deutschland ausgeführter Tiere“ veröffentlicht. Dieses soll zu Verbesserungen der Tierschutzstandards und zu weniger Leiden bei Tiertransporten aus Deutschland in Drittstaaten führen. Die globale Tierschutzstiftung VIER PFOTEN kommentiert:

„VIER PFOTEN begrüßt das Vorhaben, das über bilaterale Vereinbarungen Tierschutzstandards in den importierenden Ländern regeln soll. Vor allem die geplante rechtliche Verankerung von Tierschutz-Mindeststandards kann unserer Einschätzung nach zur Verminderung von Tierleid führen.

Nachbesserungsbedarf sehen wir allerdings bei den im Eckpunktepapier festgehaltenen Kontrollmechanismen: Zum einen ist bisher unklar, welche Anforderungen an die staatlichen Überwachungsmechanismen im Drittland gestellt werden sollen, zum anderen ist bisher nur von freifreiwilligen Audits seitens Deutschlands die Rede. Diese müssen aber verpflichtend sein, wenn das Vorhaben nicht als zahnloser Tiger enden soll. Denn wer führt schon Kontrollen durch, wenn er nicht muss? Auch die geplanten Sanktionen bei Verstößen sind noch zu schwach. Hier brauchen wir Strafen mit einer echten abschreckenden Wirkung.

Auf der Habenseite des Eckpunktepapiers sehen wir die detaillierte Auflistung, was im Einzelnen unter einem tierschutzwidrigen Umgang zu verstehen ist – allerdings fehlt uns hier noch ein Verbot der betäubungslosen Schlachtung. Darüber hinaus ist es begrüßenswert, dass aus Deutschland Tiere nur in einen EU-Mitgliedstaat oder Nicht-EU-Staat verbracht werden dürfen, wenn aus diesen Staaten keine unmittelbare Weiterbeförderung in ein Drittland, mit dem keine Vereinbarung getroffen wurde, vorgesehen ist: Damit könnte einer Aushebelung der geplanten Regelung wirkungsvoll der Riegel vorgeschoben werden.

Das vorliegende Eckpunktepapier ist auf jeden Fall ein Schritt in die richtige Richtung.“

Rüdiger Jürgensen, VIER PFOTEN Director Policy and Advocacy

Weitere Informationen zur Problematik von Tiertransporten in Drittstaaten finden Sie hier.

Oliver Windhorst

Pressesprecher für Tiere in der Landwirtschaft

presse-d@vier-pfoten.org

+49 151 183 515 30

VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz
Lübecker Straße 128, 22087 Hamburg

VIER PFOTEN ist die globale Tierschutzorganisation für Tiere unter direktem menschlichem Einfluss, die Missstände erkennt, Tiere in Not rettet und sie beschützt. Die 1988 von Heli Dungler und Freunden in Wien gegründete Organisation tritt für eine Welt ein, in der Menschen Tieren mit Respekt, Mitgefühl und Verständnis begegnen. Im Fokus ihrer nachhaltigen Kampagnen und Projekte stehen Streunerhunde und -katzen sowie Haustiere, Tiere in der Landwirtschaft und Wildtiere – wie Bären, Großkatzen und Orang-Utans – aus nicht artgemäßer Haltung sowie aus Katastrophen- und Konfliktzonen. Mit Büros in Australien, Belgien, Bulgarien, Deutschland, Frankreich, Kambodscha, Kosovo, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, Südafrika, Thailand, der Ukraine, den USA, dem Vereinigten Königreich und Vietnam sowie 13 Wildtier-Schutzzentren und Partnerprojekten weltweit sorgt VIER PFOTEN für rasche Hilfe und langfristige Lösungen.

www.vier-pfoten.de

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