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In Memoriam Heli Dungler

VIER PFOTEN versorgt verwahrloste Zootiere im Libanon

5.12.2019

Tiere brauchen dringend Futter und medizinische Behandlungen

Hamburg, 5. Dezember 2019 – Die globale Tierschutzorganisation VIER PFOTEN war vom 29. November bis 2. Dezember im Noteinsatz im südlichen Libanon, um dort unter anderem Löwen, syrische Braunbären und Hyänen in zwei Zoos zu versorgen. Aufgrund der anhaltenden Instabilität im Land, fehlen beiden privat geführten Zoos die nötigen Ressourcen, um sich um ihre Tiere zu kümmern. Nach der Bewilligung der Behörden reiste das VIER PFOTEN Team, bestehend aus Wildtierärzten und Tierpflegern, in den Libanon ein und unterstützte beide Zoos mit medizinischen Behandlungen sowie artgemäßem Futter. Derzeit evaluiert VIER PFOTEN, die Tiere in ein sicheres Tierschutzzentrum zu bringen.

Die Hilfe des VIER PFOTEN Rettungsteams kam für die notleidenden Tiere gerade noch rechtzeitig. Aufgrund der heiklen Lage im Libanon gibt es derzeit kaum finanzielle Mittel für dringend notwendige Medikamente und Futter. Die lokale Tierschutzorganisation Animals Lebanon hat deshalb VIER PFOTEN um Hilfe gebeten. „Sowohl die Tiere als auch die Zoos sind in einem verheerenden Zustand. Der Mangel an Nahrung, Wasser, Personal und artgemäßen Haltungsbedingungen hat Spuren an den Tieren hinterlassen. Sie brauchen dringend unsere Hilfe. Derzeit können wir nicht sagen, ob wir eine Rettungsmission umsetzen können. Wir arbeiten aber mit Animals Lebanon an einer Lösung, um die Tiere in artgemäße Einrichtungen zu bringen“, sagt VIER PFOTEN Tierarzt und Leiter des Noteinsatzes Dr. Amir Khalil, der bereits über 60 Zootiere aus Syrien, Irak und dem Gazastreifen gerettet hat.

Keine artgemäßen Haltungsbedingungen

Die Tiere in den zwei von VIER PFOTEN besuchten Zoos im Libanon sind in winzigen Käfigen gefangen, von denen einige kleiner als ein Tischtennistisch sind. Die Bären haben kein Wasser, den Löwen wurden die Krallen entfernt – ein besonders brutaler Eingriff. Einer Hyäne wurden die Zähne ausgeschlagen, als sie in der Wildnis eingefangen wurde. Sie liegt lethargisch auf dem schmutzigen Boden ihres Käfigs und braucht dringend medizinische Betreuung. 

Illegaler Handel im Libanon

Der illegale Handel mit gefährdeten Arten ist weltweit ein florierendes Geschäft. Im Libanon stammt die Mehrheit der in Gefangenschaft lebenden Wildtiere entweder direkt aus der Wildnis oder aus illegalem Handel. Seit 2017 erlaubt ein Gesetz im Libanon nur noch die Haltung von Wildtieren in Zoos oder Schutzzentren, die eine Lizenz haben, was bei den beiden von VIER PFOTEN besuchten Zoos aber nicht der Fall ist. Darüber hinaus fehlt es an einer strengen Durchsetzung der bestehenden Gesetze.

Insgesamt sechs Zoos im Libanon

Aktuell gibt es im Libanon sechs Zoos, die alle privat geführt werden und öffentlich zugänglich sind. Laut Recherchen der lokalen Tierschutzorganisation Animals Lebanon werden in den noch vorhandenen Zoos rund 30 Großkatzen, 8 Bären, 30 Primaten, knapp 50 Reptilien und 60 Großvögel gehalten. Die Haltungsbedingungen in den Tierparks sind größtenteils nicht artgemäß. Viele der Tiere leben in kleinen kargen Gehegen und leiden an Verhaltensstörungen. Aufgrund von Mangelernährung und fehlender medizinischer Betreuung weisen die Zootiere schwere gesundheitliche Schäden auf. 

Fotos können Sie hier kostenfrei downloaden:

https://media.vier-pfoten.org:443/sites/pincollection.jspx?collectionName={61858bb5-dbe9-424b-acea-74361d53e563}

Videomaterial können Sie hier kostenfrei downloaden: https://ftp.vier-pfoten.org/?u=pTRqX1UP&p=0alI5GnH

Susanne von Pölnitz

Pressesprecherin

presse-d@vier-pfoten.org

+49 40 399 249-72

VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz
Schomburgstraße 120, 22767 Hamburg

VIER PFOTEN ist eine international tätige Tierschutzorganisation mit Hauptsitz in Wien. Die 1988 von Heli Dungler gegründete Organisation hat das Ziel, Tieren in Not mit nachhaltigen Kampagnen und Projekten zu helfen. Grundlagen dafür sind wissenschaftliche Expertise, fundierte Recherchen sowie intensives nationales und internationales Lobbying. Der Fokus liegt auf Tieren, die unter direktem menschlichen Einfluss stehen: Streunerhunden und -katzen, Nutz-, Heim- und Wildtieren wie Bären, Großkatzen und Orang-Utans aus nicht artgemäßer Haltung. Mit Büros in Australien, Belgien, Bulgarien, Deutschland, Großbritannien, Kosovo, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, Südafrika, Thailand, der Ukraine, Ungarn, den USA und Vietnam sorgt VIER PFOTEN für rasche und direkte Hilfe für Tiere in Not.

www.vier-pfoten.de