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Wespe auf Birne

Sicher durch den Wespen-Sommer 

VIER PFOTEN gibt Tipps, wie Sie die nützlichen Insekten tierfreundlich vertreiben 

26.8.2022

Hamburg, 26. August 2022 – Egal ob Stadt oder Land, sobald irgendwo Nahrungsmittel offen herumstehen, sind Wespen nicht weit entfernt. Aus Angst vor einem schmerzhaften Stich werden viele der schwarz-gelben Insekten getötet oder in Getränkefallen gelockt. Die internationale Tierschutzstiftung VIER PFOTEN gibt Tipps, wie Sie Wespen tierfreundlich vertreiben können und erklärt, weshalb man die Tiere nicht töten sollte.

Keine Panik

Der milde Winter und der heiße Sommer haben dazu geführt, dass derzeit sehr viele Wespen durch die Luft schwirren. Trotzdem braucht man nicht nervös zu werden, denn die Insekten sind lediglich auf Futtersuche und stechen nur im Notfall zu.

„Auch wenn man Angst vor Wespen hat, sollte man immer die Ruhe bewahren. Hektische Bewegungen können die Tiere aggressiv machen oder dazu führen, dass sie sich bedroht fühlen. Es ist keinesfalls in Ordnung, die Tiere zu erschlagen. Wespen stehen unter dem Schutz des Bundesnaturschutzgesetzes. Wie alle wildlebenden Tiere dürfen Wespen weder gefangen noch getötet werden.“

Eva Lindenschmidt, Biologin und stellvertretende Betriebsleiterin bei TIERART Wildtierstation

Nicht nur das Erschlagen der fliegenden Insekten ist tabu, auch das Aufstellen von Wespenfallen – mit Bier, Sirup oder Saft gefüllte Gläser – ist ein No-Go. „Die Wespen ertrinken in diesen Fallen langsam und qualvoll. Ebenso ist das Zerstören von Wespennestern verboten“, so Lindenschmidt. Eine Wespe ohne vernünftigen Grund zu fangen, zu verletzen oder zu töten kann unter Umständen laut Bußgeldkatalog je nach Bundesland bis zu 65.000 Euro Strafe kosten. „Wespen leisten einen wertvollen Beitrag zum Ökosystem und helfen wie Bienen dabei, Pflanzen zu bestäuben. Zudem vertilgen sie Schädlinge im Garten“, sagt die Biologin.

Weglocken, nicht töten

Wer sich an den Insekten stört, kann sie mit Düften tierfreundlich vertreiben bzw. weglocken. Wer sich am Geruch nicht stört, kann am Tisch eine Schüssel mit frisch geschnittenem Knoblauch oder Duftnelken und Zitronen aufstellen. Auch angezündetes, vor sich hin glimmendes Kaffeepulver hält die Insekten auf Abstand. Doch manchmal nützt alles nichts. „Wenn es zu arg ist mit den Wespen, sollte man zum Essen nach drinnen gehen. Ansonsten draußen nach dem Essen übriggebliebene Speisen direkt wegräumen und Getränke immer gut abdecken“, empfiehlt Eva Lindenschmidt.

Regen simulieren

Wespen mögen keinen Regen. Deshalb kann es helfen eine Sprühflasche mit reinem Leitungswasser bei sich zu tragen. „Sind die Insekten zu penetrant, kann man ein bisschen mit der Flasche sprühen. Das schadet den Wespen nicht. Der feine Nebel suggeriert den Tieren zudem, dass es bald regnen könnte. Sie fliegen dann zurück in ihr Nest, um Schutz zu suchen“, erklärt Eva Lindenschmidt den Trick.

Geduld

Ansonsten empfiehlt die VIER PFOTEN Expertin, beim Essen im Freien genau zu prüfen, was man auf der Gabel hat und die Tiere bis zum Ende der Saison schlicht zu dulden. „Die Tage der Wespen sind gezählt. Im August erreichen die Wespenvölker ihre maximale Größe. In den nächsten Wochen werden fast alle Wespen sterben und nur die Königinnen ziehen sich für den Winter zurück. Bis sie im nächsten Frühjahr wieder neue Völker gründen“, erklärt Biologin Lindenschmidt.

 

Eva Lindenschmidt steht für Interviews zur Verfügung.

Susanne von Pölnitz

Pressesprecherin Wildtiere

presse-d@vier-pfoten.org

+49 152 020 170 68

VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz
Schomburgstraße 120, 22767 Hamburg

VIER PFOTEN ist die weltweite Tierschutzorganisation für Tiere unter direktem menschlichen Einfluss, die Leiden aufdeckt, Tiere in Not rettet und sie schützt. Gegründet 1988 in Wien von Heli Dungler und Freunden, setzt sich die Organisation für eine Welt ein, in der Menschen Tieren mit Respekt, Empathie und Verständnis begegnen. Die nachhaltigen Kampagnen und Projekte von VIER PFOTEN konzentrieren sich auf Haustiere wie streunende Hunde und Katzen, Nutztiere und Wildtiere - wie Bären, Großkatzen und Orang-Utans - in unangemessener Haltung sowie in Katastrophen- und Konfliktgebieten. Mit Büros in Australien, Österreich, Belgien, Bulgarien, Frankreich, Deutschland, Kosovo, den Niederlanden, der Schweiz, Südafrika, Thailand, der Ukraine, Großbritannien, den USA und Vietnam sowie Auffangstationen für gerettete Tiere in elf Ländern bietet VIER PFOTEN schnelle Hilfe und langfristige Lösungen. 

www.vier-pfoten.de

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