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Drei junge Luchse ziehen in die TIERART Wildtierstation

VIER PFOTEN empfängt erste Bewohner in neuem Wildgehege für junge Luchse 

30.8.2022

Hamburg/Maßweiler, 30. August 2022 – Wichtiger Schritt für mehr Artenvielfalt: Gleich drei junge Luchse sind in das neue Wildgehege für Luchswaisen auf dem Gelände der TIERART Wildtierstation in Maßweiler in Rheinland-Pfalz eingezogen. Die drei einjährigen Geschwister werden in der von VIER PFOTEN geführten Wildtierstation auf ihre Auswilderung im Frühjahr 2023 vorbereitet. Die beiden Luchsmännchen und das Weibchen sollen dazu beitragen, die bedrohte Art und die verstreuten Populationen in Deutschland zu schützen und zu stabilisieren. 

„Die Tiere sind in der Wildtierstation Hütscheroda in Thüringen auf die Welt gekommen und sollen die vereinzelten Luchspopulationen in Deutschland unterstützen.“

Florian Eiserlo, Diplom-Biologe und Betriebsleiter der TIERART Wildtierstation

„Noch sind alle bestehenden Populationen in Deutschland sehr verstreut. Es leben einige wenige Tiere im Harz, im Pfälzerwald und auch im Bayerischen Wald. Damit die Population insgesamt wachsen kann, ist ein genetischer Austausch für das Überleben dieser gefährdeten Art existentiell, aber leider auf natürlichem Wege kaum möglich. Diese drei jungen Luchse bringen frisches Blut in die hiesigen Populationen. Wir werden die Tiere hier bei TIERART für ein Leben in freier Wildbahn vorbereiten. Damit leisten wir einen wichtigen Beitrag für das Fortbestehen dieser bedrohten Tierart in Deutschland. 

Auswilderung im Frühjahr 2023

Das neue großräumige Wildtiergehege in der TIERART Wildtierstation bietet hervorragende Bedingungen, um die Luchse mit möglichst wenig Menschenkontakt auf ein Leben in Freiheit vorzubereiten. „Das Gehege liegt in einer abgelegenen Ecke des Geländes, sodass die Luchse kaum Menschen zu Gesicht bekommen werden, mit Ausnahme der Pfleger. Sie erhalten ausschließlich artgemäßes Futter und während ihres Aufenthalts werden ihr artspezifisches Verhalten und ihre natürlichen Instinkte stimuliert. Wir stehen im permanenten Austausch mit verschiedenen forstlichen Einrichtungen, dem Landes-Umweltministerium, dem Koordinationszentrum Wolf und Luchs in Rheinland- Pfalz und vielen weiteren Experten, um die drei Luchsjungen auf ein Leben in freier Wildbahn optimal vorzubereiten und einen geeigneten Platz für die Auswilderung zu finden“, sagt Florian Eiserlo. Im Frühjahr 2023 sollen die drei Jungtiere in die Wildnis entlassen werden.

Deutschland ist Luchsland

Einst lebten in ganz Deutschland Luchse – von den Alpen bis hoch in den Norden. Doch im 19. Jahrhundert wurden die heimlichen Waldbewohner beinahe in ganz Europa ausgerottet oder aus ihrem Lebensraum verdrängt. Dank erfolgreicher Ansiedlungsprojekte wie dem EU LIFE Luchs Projekt, kehrt die große Wildkatze seit einigen Jahren zurück. Sowohl im Harz als auch im Bayerischen Wald konnten sich erfolgreich Luchspopulationen etablieren. Nun soll der Luchs auch nach Rheinland-Pfalz zurückkehren. Das Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen bietet geeigneten Lebensraum für ungefähr 45 selbständige Luchse. In dem rund 3.000 km² großen zusammenhängenden Waldgebiet finden die Beutegreifer ausreichend Nahrung, Deckung, Höhlen und Rückzugsgebiete.

Gemeinsam für mehr Artenvielfalt

Bereits seit 2017 betreibt die TIERART Wildtierstation in Zusammenarbeit mit dem EU-LIFE-LUCHS-Projekt eine Auffangstation für Luchse. 2021 eröffnete auf dem Gelände der Wildtierstation eine der deutschlandweit größten Auffangstationen für verletzte und verwaiste Nachkommen von Europas größter Kleinkatze. Die Station ist ein Gemeinschaftsprojekt der internationalen Tierschutzstiftung VIER PFOTEN, dem World Wide Fund For Nature (WWF), der HIT Umwelt- und Naturschutz Stiftungs-GmbH sowie dem Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität Rheinland-Pfalz (MKUEM). Darüber hinaus bemühen sich VIER PFOTEN und der WWF in Kooperation mit TIERART um Information und Aufklärung der Öffentlichkeit über den Luchs und dessen Wiederansiedlung.

Weitere Informationen zu TIERART Wildtierstation von VIER PFOTEN finden Sie hier.

Florian Eiserlo, Betriebsleiter der TIERART Wildtierstation, steht für Interviews zur Verfügung.

Susanne von Pölnitz

Pressesprecherin Wildtiere

presse-d@vier-pfoten.org

+49 152 020 170 68

VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz
Schomburgstraße 120, 22767 Hamburg

VIER PFOTEN ist die weltweite Tierschutzorganisation für Tiere unter direktem menschlichen Einfluss, die Leiden aufdeckt, Tiere in Not rettet und sie schützt. Gegründet 1988 in Wien von Heli Dungler und Freunden, setzt sich die Organisation für eine Welt ein, in der Menschen Tieren mit Respekt, Empathie und Verständnis begegnen. Die nachhaltigen Kampagnen und Projekte von VIER PFOTEN konzentrieren sich auf Haustiere wie streunende Hunde und Katzen, Nutztiere und Wildtiere - wie Bären, Großkatzen und Orang-Utans - in unangemessener Haltung sowie in Katastrophen- und Konfliktgebieten. Mit Büros in Australien, Österreich, Belgien, Bulgarien, Frankreich, Deutschland, Kosovo, den Niederlanden, der Schweiz, Südafrika, Thailand, der Ukraine, Großbritannien, den USA und Vietnam sowie Auffangstationen für gerettete Tiere in elf Ländern bietet VIER PFOTEN schnelle Hilfe und langfristige Lösungen. 

www.vier-pfoten.de

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