
VIER PFOTEN Appell: Urlauber sollten Tierquälerei niemals unterstützen
Das Elend der Esel in Griechenland zeigt exemplarisch, wie Tiere in Ferienregionen leiden müssen
Hamburg/Santorin, 11. August 2021 – Trotz weltweiter Proteste geht die Tierquälerei in der aktuellen Urlaubssaison weiter: Nach wie vor müssen auf der griechischen Ferieninsel Santorin Esel jeden Tag Hunderte Tourist:innen in den 400 Meter hoch gelegenen Ort Fira hinaufschleppen – und das meist bei sengender Hitze. VIER PFOTEN appelliert an alle Urlauber:innen, diese Tierquälerei nicht zu unterstützen und auf Eselreiten generell zu verzichten.
Während der Feriensaison boomt das Geschäft mit sogenannten Esel-Taxis. „Die Tiere sind ununterbrochen im Einsatz und müssen auch viel zu schwere Menschen tragen. In Griechenland hat das zuständige Ministerium 2018 verboten, Personen zu transportieren, die über 100 Kilo wiegen. In der Praxis hält sich jedoch kaum jemand daran, und schon weitaus weniger als 100 Kilo sind eine enorme Last für die geschwächten Tiere. Dazu ist die Anzahl der Ritte pro Tag nicht beschränkt“, erklärt Schmidt.
Der allgemeine Gesundheitszustand der Esel ist dramatisch. Häufig sind die Tiere dehydriert, übermüdet und unterernährt. Die schlechte Ausrüstung hinterlässt oft Druckstellen, unversorgte Verletzungen und Wunden. Die so wichtige Hufpflege erfolgt in der Regel nicht, weshalb die Tiere häufig unter schmerzhaften Fehlstellungen leiden.
„Die vermeintlich typisch störrische Art der Esel ist eine reine Fehlinterpretation, weil niemand erkennt oder erkennen will, dass die Tiere Schmerzen haben", sagt die VIER PFOTEN Kampagnenleiterin.
Tiere werden gebrochen
Um zu tun, was die Halter:innen von ihnen wollen, werden die Tiere in ihrem Willen gebrochen, oft geschlagen oder auf andere Weisen misshandelt, bis sie gehorchen. Zwischen ihren Einsätzen werden die Esel angekettet, was zu Verletzungen führen kann, etwa beim Versuch, sich loszureißen.
Generell sind die Haltungsbedingungen für die Tiere mehr als mangelhaft und im höchsten Maße tierschutzwidrig. Die Esel erhalten weder tierärztliche Vorsorgeuntersuchungen noch Impfungen oder ein adäquates Parasitenmanagement. In der Wintersaison werden sie dann völlig vernachlässigt und sich selbst überlassen.
„Die Situation der Esel in Santorin steht stellvertretend für das Schicksal tausender anderer Lastentiere in ganz Europa. Sie büßen für unsere Bequemlichkeit und für ein paar Urlaubsfotos ihre Gesundheit und ihre Lebensqualität ein. Jede Urlauberin und jeder Urlauber kann sich ganz bewusst gegen solche fragwürdigen Tourismusattraktionen entscheiden. Wir appellieren an alle, Nein zu Tierquälerei und Ausbeutung im Urlaub zu sagen“, fordert Denise Schmidt.

Susanne von Pölnitz
Pressesprecherin Wildtiere+49 152 020 170 68
VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz
Lübecker Straße 128, 22087 Hamburg
VIER PFOTEN ist die globale Tierschutzorganisation für Tiere unter direktem menschlichem Einfluss, die Missstände erkennt, Tiere in Not rettet und sie beschützt. Die 1988 von Heli Dungler und Freunden in Wien gegründete Organisation tritt für eine Welt ein, in der Menschen Tieren mit Respekt, Mitgefühl und Verständnis begegnen. Im Fokus ihrer nachhaltigen Kampagnen und Projekte stehen Streunerhunde und -katzen sowie Haustiere, Tiere in der Landwirtschaft und Wildtiere – wie Bären, Großkatzen und Orang-Utans – aus nicht artgemäßer Haltung sowie aus Katastrophen- und Konfliktzonen. Mit Büros in Australien, Belgien, Bulgarien, Deutschland, Frankreich, Kambodscha, Kosovo, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, Südafrika, Thailand, der Ukraine, den USA, dem Vereinigten Königreich und Vietnam sowie 13 Wildtier-Schutzzentren und Partnerprojekten weltweit sorgt VIER PFOTEN für rasche Hilfe und langfristige Lösungen.