Mähroboter: Gefahr für Wild- und Haustiere

VIER PFOTEN gibt Tipps für einen tiergerechten Umgang und fordert klare Regeln

Hamburg, 23. April 2026 – Mit Beginn der Gartensaison setzen immer mehr Gartenbesitzer:innen auf Mähroboter. Was praktisch erscheint, birgt jedoch erhebliche Gefahren für Wild- und Haustiere. Eva Lindenschmidt, Diplom-Biologin und Wildtierexpertin in der VIER PFOTEN Wildtierstation TIERART, warnt vor den oft unterschätzten Risiken und zeigt auf, wie sich Gärten tierfreundlich gestalten lassen.

„Mähroboter wirken harmlos, doch sie können bei Wildtieren schwerwiegende Verletzungen verursachen.“

Eva Lindenschmidt, Diplom-Biologin und Wildtierexpertin in der VIER PFOTEN Wildtierstation TIERART

Besonders gefährdet sind Igel, die bei Bedrohung nicht fliehen, sondern sich einrollen und von den Geräten häufig nicht erkannt werden. Auch Amphibien, Reptilien sowie Haustiere wie Katzen oder kleine Hunde können verletzt werden. 

Artenvielfalt braucht Raum im Garten

Neben der unmittelbaren Verletzungsgefahr durch Mähroboter leidet auch die Artenvielfalt unter ständig kurz gehaltenen Rasenflächen. Insekten finden dort weder Nahrung noch Schutz – mit Folgen für Igel, Vögel und viele andere Tiere. Schon ungemähte Bereiche, Wildblumen oder Laubhaufen können wertvolle Lebensräume schaffen.

„Ein dauerhaft kurz gemähter Rasen ist für viele Tiere eine ökologische Wüste“, erklärt Eva Lindenschmidt, Wildtierexpertin bei VIER PFOTEN. „Wer bewusst kleine wilde Bereiche zulässt, unterstützt Insekten und schafft zugleich die Nahrungsgrundlage für zahlreiche andere Tierarten.“

VIER PFOTEN rät zu einer rücksichtsvollen Gartenpflege

Um Gefahren für Wild- und Haustiere zu vermeiden, empfiehlt VIER PFOTEN folgende Maßnahmen:

  • Den Mähroboter ausschließlich tagsüber und unter Aufsicht betreiben
  • Die Rasenfläche vor dem Einsatz gründlich absuchen, besonders in der Dämmerung oder bei feuchtem Wetter
  • Haustiere während des Mähens im Haus behalten
  • Unbehandelte, naturnahe Bereiche im Garten schaffen, beispielsweise mit Laub, Wildblumen, Totholz oder einem nicht gemähten Streifen Wiese

Mähroboter – steigender Handlungsbedarf

Der Westeuropäische Igel steht in Deutschland auf der Vorwarnliste der Roten Liste. Sein Bestand ist durch den Verlust naturnaher Gärten und den Rückgang von Insekten als Nahrungsquelle stark unter Druck geraten – Schätzungen zufolge sterben jedes Jahr rund eine halbe Million Igel in Deutschland.

Zusätzliche Gefahren im heimischen Garten, etwa durch den nächtlichen Einsatz von Mährobotern, verschärfen die Situation weiter. Auch der Deutsche Städtetag fordert ein Nachtfahrverbot für Mähroboter, um Wildtiere besser zu schützen. VIER PFOTEN macht gemeinsam mit weiteren Tier‑, Natur‑ und Artenschutzorganisationen auf diesen Zusammenhang aufmerksam und bringt die Problematik aktiv in die politische Debatte ein. Ziel ist es, den Einsatz von Mährobotern so zu regulieren, dass Technik und Tier‑ sowie Artenschutz künftig besser miteinander vereinbar sind.

Weitere Informationen über den Einsatz von VIER PFOTEN für Wildtiere finden Sie hier.

Susanne von Pölnitz

Pressesprecherin Wildtiere

presse-d@vier-pfoten.org

+49 152 020 170 68

VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz
Lübecker Straße 128, 22087 Hamburg

VIER PFOTEN ist die globale Tierschutzorganisation für Tiere unter direktem menschlichem Einfluss, die Missstände erkennt, Tiere in Not rettet und sie beschützt. Die 1988 von Heli Dungler und Freunden in Wien gegründete Organisation tritt für eine Welt ein, in der Menschen Tieren mit Respekt, Mitgefühl und Verständnis begegnen. Im Fokus ihrer nachhaltigen Kampagnen und Projekte stehen Streunerhunde und -katzen sowie Haustiere, Tiere in der Landwirtschaft und Wildtiere – wie Bären, Großkatzen und Orang-Utans – aus nicht artgemäßer Haltung sowie aus Katastrophen- und Konfliktzonen. Mit Büros in Australien, Belgien, Bulgarien, Deutschland, Frankreich, Kambodscha, Kosovo, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, Südafrika, Thailand, der Ukraine, den USA, dem Vereinigten Königreich und Vietnam sowie 13 Wildtier-Schutzzentren und Partnerprojekten weltweit sorgt VIER PFOTEN für rasche Hilfe und langfristige Lösungen.

www.vier-pfoten.de

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