Hundehaare im Garten können für Jungvögel gefährlich werden

VIER PFOTEN warnt vor gut gemeinter Nestbauhilfe und erklärt, wie Vögel artgemäß unterstützt werden können

Hamburg, 29. April 2026 – In der Nestbausaison hält sich hartnäckig ein gut gemeinter Tipp: ausgekämmte Hundehaare in der Natur auszulegen, um Vögel beim Nestbau zu unterstützen. Was harmlos klingt, kann für Jungvögel jedoch ernsthafte gesundheitliche Risiken bergen. Die VIER PFOTEN Wildtierexpertin Eva Lindenschmidt warnt vor dieser Praxis.

„Hundehaare werden oft als weiches, natürliches Nistmaterial dargestellt. Tatsächlich können sie für Küken giftig oder sogar lebensgefährlich sein.“

Eva Lindenschmidt, VIER PFOTEN Wildtierexpertin

Warum Hundehaare problematisch sind

Ein zentrales Problem sind Rückstände im Fell von Haustieren. Viele Hunde werden regelmäßig mit Spot‑on‑Präparaten gegen Zecken oder Flöhe behandelt. Diese enthalten Insektizide, die für ausgewachsene Hunde in der Regel unbedenklich sind – für die empfindlichen Jungvögel jedoch ein ernsthaftes Gesundheitsrisiko darstellen können.

Die größten Risiken im Überblick:

  • Giftstoffe im Fell: Rückstände von Spot‑on‑Präparaten, Shampoos oder Medikamenten können über Hautkontakt oder beim Füttern aufgenommen werden.
  • Gesundheitsschäden für Küken: Möglich sind Hautreizungen, Entwicklungsstörungen oder Vergiftungen.
  • Strangulationsgefahr: Lange Hundehaare können sich um Beine, Flügel oder Krallen wickeln und schwere Verletzungen verursachen.

„Besonders lange oder gebündelte Haare können für Jungvögel zur echten Falle werden. Im schlimmsten Fall führt das zu schweren Verletzungen oder sogar zum Tod.“

Eva Lindenschmidt, VIER PFOTEN Wildtierexpertin

So lassen sich Vögel artgemäß unterstützen

Wer heimischen Vögeln helfen möchte, sollte auf natürliche, unbehandelte Materialien setzen oder der Natur schlicht Raum lassen. Geeignet sind zum Beispiel:

  • kurze, trockene Grashalme
  • kleine Zweige und Reisig
  • Moos oder einzelne Federn, sofern sie natürlich vorkommen

Am wirkungsvollsten ist ein naturnah belassener Garten. Hohe Gräser, Sträucher und Laub bieten nicht nur geeignetes Nistmaterial, sondern auch Nahrung und geschützte Rückzugsorte.

Fazit

So gut die Absicht auch ist: Ausgekämmte Hundehaare gehören nicht in die Natur. „Der Wunsch zu helfen ist verständlich“, sagt Eva Lindenschmidt. „Doch beim Vogelschutz gilt oft: weniger Eingriff, mehr Nutzen.“

Weitere Informationen über den Einsatz von VIER PFOTEN für Wildtiere finden Sie hier

Eva Lindenschmidt steht für Interviews zur Verfügung.

Susanne von Pölnitz

Pressesprecherin Wildtiere

presse-d@vier-pfoten.org

+49 152 020 170 68

VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz
Lübecker Straße 128, 22087 Hamburg

VIER PFOTEN ist die globale Tierschutzorganisation für Tiere unter direktem menschlichem Einfluss, die Missstände erkennt, Tiere in Not rettet und sie beschützt. Die 1988 von Heli Dungler und Freunden in Wien gegründete Organisation tritt für eine Welt ein, in der Menschen Tieren mit Respekt, Mitgefühl und Verständnis begegnen. Im Fokus ihrer nachhaltigen Kampagnen und Projekte stehen Streunerhunde und -katzen sowie Haustiere, Tiere in der Landwirtschaft und Wildtiere – wie Bären, Großkatzen und Orang-Utans – aus nicht artgemäßer Haltung sowie aus Katastrophen- und Konfliktzonen. Mit Büros in Australien, Belgien, Bulgarien, Deutschland, Frankreich, Kambodscha, Kosovo, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, Südafrika, Thailand, der Ukraine, den USA, dem Vereinigten Königreich und Vietnam sowie 13 Wildtier-Schutzzentren und Partnerprojekten weltweit sorgt VIER PFOTEN für rasche Hilfe und langfristige Lösungen.

www.vier-pfoten.de

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