Heute Aktion in Hamburg  zum „Meat Exhaustion Day“: Auf Kosten der Tiere, Umwelt und Klima – Fleischkonsum am Limit

Fleischkonsum steigt stetig: „Meat Exhaustion Day“ dieses Jahr früher als 2025

Hamburg, 21. April 2026 – „Meat Exhaustion Day“: Mit einer spektakulären Aktion inklusive klassischer Musiker:innen macht VIER PFOTEN heute auf dem Hamburger Rathausmarkt darauf aufmerksam, dass die Deutschen schon jetzt die maximal empfohlene Jahresmenge an Fleisch – gemessen an den Richtlinien der Planetary Health Diet – überschritten haben. Die globale Tierschutzstiftung hatte in der Woche zuvor an drei Abenden mit Projektionen an Hamburger Wahrzeichen auf den heutigen Tag hingedeutet. 

Mit rund 55 Kilogramm Fleisch pro Person und Jahr essen die Menschen in Deutschland mehr als dreimal so viel wie die internationalen Wissenschaftler:innen der renommierten EAT Lancet Kommission empfehlen. Mit dem heutigen Überschreiten des Kipppunktes wurde hierzulande die maximal empfohlene Jahresmenge an Fleisch verbraucht – gemessen an den Richtlinien der Planetary Health Diet. Der von VIER PFOTEN ins Leben gerufene „Meat Exhaustion Day“ wurde 2026 damit sogar noch eher als vergangenes Jahr erreicht.

Nach dem Höchststand Ende der 1980er-Jahre mit rund 67 Kilogramm Jahreskonsum pro Kopf und dem darauffolgenden Rückgang auf rund 52 Kilogramm bis 2023 setzt sich der Trend des leicht steigenden Fleischkonsums in den drei vergangenen Jahren weiter fort

Während die Planetary Health Diet nicht mehr als 315 Gramm Fleisch pro Woche empfiehlt, essen die Deutschen wöchentlich durchschnittlich über ein Kilogramm Fleisch – das entspricht etwa einem Schnitzel, einer Bratwurst oder einem Burger täglich oder sogar mehr. Das ist etwa 1,6-mal höher als der durchschnittliche weltweite Fleischkonsum.

Vor allem Konsum von Geflügelfleisch steigt

Bedenklich ist vor allem der leicht steigende Fleischkonsum, der durch den größeren Hunger auf Hühner verursacht wird: 14,7 Kilogramm Geflügelfleisch pro Kopf essen die Deutschen jährlich – so viel wie noch nie zuvor. 

Hunderte Millionen Tiere werden pro Jahr in der Bundesrepublik geschlachtet. 697,3 Millionen entfallen allein auf Geflügeltiere. In Deutschland werden pro Minute etwa 1.199 Hühner geschlachtet. Um dies zu erreichen, sehen die Standards so aus, dass 99 Prozent der Hühner in Ställen mit mehr als 10.000 – nicht selten sogar bis 100.000 – Tieren leben.

„Die Deutschen essen durchschnittlich sieben Mal pro Woche und über dreimal so viel Fleisch, wie es für den Planeten nachhaltig ertragbar wäre. Dabei wäre laut der Planetary Health Diet eine pflanzenbasierte Ernährung mit maximal zwei bis drei Fleischtagen mit kleinen Portionen angemessen. Besonders Geflügelfleisch wird in Deutschland immer beliebter. Deswegen geht der übermäßige und derzeit steigende Fleischkonsum besonders auf Kosten der Millionen Masthühner, die in gigantischen Mastanlagen zusammengepfercht werden und unter Qualzuchten leiden: Das bedeutet, dass die Tiere häufig nach wenigen Wochen kaum mehr stehen können, weil ihre Knochen das eigene Gewicht nicht tragen. Nur 1,4 Prozent der Tiere haben überhaupt die Möglichkeit zum Auslauf. Deutschland sollte schon aus Eigeninteresse weniger Fleisch essen – hat der Konsum doch neben dem dadurch verursachten Tierleid auch negative Auswirkungen auf Umwelt, Klima und Gesundheit.“

Vanessa Schilke, Campaignerin bei VIER PFOTEN

Gefahr für Mensch und Tier

Um das Ausbreiten von Krankheiten in der Massentierzucht zu verhindern, werden den Tieren häufig Antibiotika und sogar Reserve-Antibiotika verabreicht. Erst im August vergangenen Jahres hatte VIER PFOTEN mit einer Untersuchung antibiotikaresistente Keime in der Produktionskette von einigen Wiesenhof-Schlachthäusern nachgewiesen. Antibiotikaresistente Keime sind laut WHO eine der größten Bedrohungen der Menschheit. Außerdem konnten in vielen Studien Fäkalkeime, Salmonellen, Listerien und Campylobacter nachgewiesen werden. Diese führen zu Übelkeit, Durchfall, Erbrechen und Fieber.

Laut weiterer Studien führt der Verzehr von Geflügel zu demselben Cholesterin-Anstieg wie bei rotem Fleisch und steigert das Risiko für Diabetes Typ 2 und Herzkrankheiten. Pflanzliche Proteinquellen wie z. B. Linsen, Tofu oder Nüsse sind gesund und liefern genug Proteine sowie hochwertige Nährstoffe. Selbst wenn die pflanzlichen Proteinquellen importiert werden, ist hier der CO2-Fußabdruck oftmals besser als beim Huhn (5,5 kg CO2 / kg Fleisch). Denn auch beim Huhn werden die Futtermittel oft aus Südamerika importiert, wo der hohe Wasserverbrauch von 4.000 Litern pro kg Fleisch zur Wasserknappheit in landwirtschaftlich genutzten Regionen beiträgt.

Bilder der Aktion können Sie heute ab 14.30 Uhr HIER downloaden.
Weitere Informationen zum Thema finden Sie hier.  

Oliver Windhorst

Pressesprecher für Tiere in der Landwirtschaft

presse-d@vier-pfoten.org

+49 151 183 515 30

VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz
Lübecker Straße 128, 22087 Hamburg

VIER PFOTEN ist die globale Tierschutzorganisation für Tiere unter direktem menschlichem Einfluss, die Missstände erkennt, Tiere in Not rettet und sie beschützt. Die 1988 von Heli Dungler und Freunden in Wien gegründete Organisation tritt für eine Welt ein, in der Menschen Tieren mit Respekt, Mitgefühl und Verständnis begegnen. Im Fokus ihrer nachhaltigen Kampagnen und Projekte stehen Streunerhunde und -katzen sowie Haustiere, Tiere in der Landwirtschaft und Wildtiere – wie Bären, Großkatzen und Orang-Utans – aus nicht artgemäßer Haltung sowie aus Katastrophen- und Konfliktzonen. Mit Büros in Australien, Belgien, Bulgarien, Deutschland, Frankreich, Kambodscha, Kosovo, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, Südafrika, Thailand, der Ukraine, den USA, dem Vereinigten Königreich und Vietnam sowie 13 Wildtier-Schutzzentren und Partnerprojekten weltweit sorgt VIER PFOTEN für rasche Hilfe und langfristige Lösungen.

www.vier-pfoten.de

Jetzt Teilen!

Suche