Herbstzeit ist Igelzeit:

VIER PFOTEN warnt vor falscher Tierliebe und dem Gebrauch von Motorsensen im Garten

Hamburg, 27. Oktober 2016 – Igel sind im Herbst besonders aktiv. Die Tiere suchen Nahrung für den nötigen Winterspeck und einen geeigneten Unterschlupf für den Winterschlaf. Gesunde, kräftige Igel überleben den Winter in der freien Natur ohne Probleme. Wenn sie nicht gestört werden.

Die Tierschutzstiftung VIER PFOTEN und ihr Kooperationspartner, die Wildtierstation Hamburg/Schleswig-Holstein, warnen dringend davor, Igel aus falsch verstandener Fürsorge der Natur zu entnehmen. Der Igel ist ein besonders geschütztes Wildtier und gehört nur im absoluten Notfall in menschliche Obhut. Ab einem Gewicht von 400 Gramm sind Igel in der Regel ausreichend gewappnet, um im Spätherbst in den Winterschlaf zu gehen.

„Schwache, verletzte, kranke oder elternlose Igel, die zum Überleben Unterstützung brauchen, sind häufig daran zu erkennen, dass sie sich am Tage zeigen. Normalerweise sind Igel nachtaktiv.“

Christian Erdmann, Leiter der Wildtierstation Hamburg/Schleswig-Holstein

Findet man einen offensichtlich hilfsbedürftigen Igel, sollte dieser behutsam mit Handschuhen eingefangen und in einem Katzentransportkorb zu einer nächstgelegenen Wildtierauffangstation gebracht werden. Die Pflege erfordert sehr viel Sachverstand, Zeit und Geld und sollte nur einem Experten überlassen werden.

Die Tiere sollten nie, auch nicht übergangsweise, mit ins Haus genommen werden! Die warmen Temperaturen führen zu einem rapiden Anstieg der ungewünschten Parasiten, wie Flöhe oder Lungenwürmer.

Prävention
Damit Igel gut in den Winter kommen, fordert VIER PFOTEN Gartenbesitzer zur Mithilfe auf: Die Einrichtung einer Futterstelle in geschützter Lage sowie liegengelassene Laub-, Reisig- oder Komposthaufen bieten den Igeln Schutz vor Wind und Wetter.

Auf Motorsensen verzichten!
Bei der Gartenarbeit sollte unbedingt auf Motorsensen verzichtet werden. Diese sind, nach dem Autoverkehr, die häufigste Verletzungs- und Todesursache von Igeln durch Menschenhand. Die Tiere bauen sich gern unter Hecken ihren Unterschlupf und können durch ihre gute Tarnung oft nicht rechtzeitig, vor dem Einsatz der Motorsense, erblickt werden.
 
VIER PFOTEN fördert die Wildtierstation Hamburg/Schleswig-Holstein mit jährlich 100.000 Euro. Pro Jahr werden dort mehr als 1.500 in Not geratene, heimische Wildtiere abgegeben, aufgezogen, medizinisch versorgt und wieder ausgewildert.
Derzeit befinden sich unter anderem Igel, junge Singvögel, Steinmarder, Füchse, Feldhasen, Eichhörnchen, Graureiher, Waldohreulen sowie verschiedene Greifvogelarten zur Aufzucht bzw. Pflege in der Obhut der Wildtierstation.

 

Mehr Informationen zur Kooperation:
www.vier-pfoten.de/projekte/weitere/kooperationen/wildtierstation-hamburg

Weitere Wildtier-Ratgeber: www.vier-pfoten.de/themen/wildtiere/ratgeber

VIER PFOTEN ist die globale Tierschutzorganisation für Tiere unter direktem menschlichem Einfluss, die Missstände erkennt, Tiere in Not rettet und sie beschützt. Die 1988 von Heli Dungler und Freunden in Wien gegründete Organisation tritt für eine Welt ein, in der Menschen Tieren mit Respekt, Mitgefühl und Verständnis begegnen. Im Fokus ihrer nachhaltigen Kampagnen und Projekte stehen Streunerhunde und -katzen sowie Haustiere, Tiere in der Landwirtschaft und Wildtiere – wie Bären, Großkatzen und Orang-Utans – aus nicht artgemäßer Haltung sowie aus Katastrophen- und Konfliktzonen. Mit Büros in Australien, Belgien, Bulgarien, Deutschland, Frankreich, Kambodscha, Kosovo, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, Südafrika, Thailand, der Ukraine, den USA, dem Vereinigten Königreich und Vietnam sowie 13 Wildtier-Schutzzentren und Partnerprojekten weltweit sorgt VIER PFOTEN für rasche Hilfe und langfristige Lösungen.

www.vier-pfoten.de

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