Bundestag beschließt Wildtierantrag:

VIER PFOTEN: Verpasste Chance für den Tierschutz.

8.7.2016

Hamburg / Berlin, 8. Juli 2016 –  Kurz vor Beginn der parlamentarischen Sommerpause hat der Bundestag am Donnerstag über einen Antrag zum besseren Schutz von Wildtieren und der Eindämmung des illegalen Wildtierhandels abgestimmt. Der Antrag der Regierungsparteien CDU/CSU und SPD wurde unter Ausschluss der Stimmen der Opposition beschlossen.

Die Stiftung VIER PFOTEN bemängelt, dass nach vielen Diskussionsrunden zum Antrag am Ende kaum etwas Handfestes verabschiedet wurde. Neben einigen guten Vorschlägen, wie die Einführung einer bundeseinheitlichen Definition gefährlicher Tiere sowie der verpflichtenden Sachkunde für private Halter, gibt es wenig konkrete gesetzliche Verpflichtungen. Die Forderungen der Stiftung nach einem Verbot gewerblicher Tierbörsen und einer Positivliste, die Tier-, Natur- und Artenschutz, artgemäße Haltung sowie Gesundheit und öffentliche Sicherheit berücksichtigt, wurden nicht aufgenommen.

„Wir bedauern die vertane Chance, den Schutz von Wildtieren durch konkrete gesetzliche Verpflichtungen wirklich zu verbessern. Die Regierungsparteien kommen mit diesem Antrag ihren Versprechungen aus dem Koalitionsvertrag nicht nach. Ankündigungen, wie ein Importverbot von Wildfängen in die EU sowie ein Verbot gewerblicher Tierbörsen für exotische Tiere, sollen laut Antrag nun lediglich 'geprüft' werden. Auch für die Regulierung des Online-Handels, größter Markt für unseriösen und illegalen Tierhandel, gibt es keine konkreten Vorschläge.“

Denise Schmidt, Kampagnenleiterin von VIER PFOTEN

Die hohen Ansprüche vieler Tiere in Bezug auf Ernährung, Unterbringung, Raumklima oder Sozialstruktur sind sehr komplex. Oft erfordert die Haltung erhebliche finanzielle Mittel. Viele Arten werden sehr alt und können enorme Körpergrößen erreichen. Dieser jahrzehntelangen Verantwortung sind nicht alle Halter gewachsen. Viele exotische Heimtiere stellen zudem ein enormes Sicherheitsrisiko dar. Giftige Arten, große Würgeschlangen, Schnappschildkröten oder Affen können sehr gefährlich für den Tierhalter sein, aber auch unbeteiligte Personen sind immer wieder durch entkommene Individuen gefährdet.

VIER PFOTEN ist die globale Tierschutzorganisation für Tiere unter direktem menschlichem Einfluss, die Missstände erkennt, Tiere in Not rettet und sie beschützt. Die 1988 von Heli Dungler und Freunden in Wien gegründete Organisation tritt für eine Welt ein, in der Menschen Tieren mit Respekt, Mitgefühl und Verständnis begegnen. Im Fokus ihrer nachhaltigen Kampagnen und Projekte stehen Streunerhunde und -katzen sowie Haustiere, Tiere in der Landwirtschaft und Wildtiere – wie Bären, Großkatzen und Orang-Utans – aus nicht artgemäßer Haltung sowie aus Katastrophen- und Konfliktzonen. Mit Büros in Australien, Belgien, Bulgarien, Deutschland, Frankreich, Kambodscha, Kosovo, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, Südafrika, Thailand, der Ukraine, den USA, dem Vereinigten Königreich und Vietnam sowie 13 Wildtier-Schutzzentren und Partnerprojekten weltweit sorgt VIER PFOTEN für rasche Hilfe und langfristige Lösungen.

www.vier-pfoten.de

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